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11mm | 11. Internationales Fußballfilmfestival


Volle Säle dank der Premiere des aktuellen Dokumentarfilms Union fürs Leben (Kinostart: 3. April) über den Berliner Fußballclub




Zum Auftakt der 11. Ausgabe des Internationalen Fußballfilmfestivals 11mm präsentierte sich das Babylon-Kino in Berlin-Mitte von seiner besten Seite: Passend zum Anlass gab es keinen roten Teppich, sondern ein Rasen führte in das Kino hinein. Wer eine Pause bei der kurzen Strecke brauchte, konnte sich auch hinsetzen - auf eine Trainerbank. Zum Auftakt des Festivals feierte der in Berlin von vielen Fans heißersehnte Dokumentarfilm Union fürs Leben über den 1. FC Union Berlin seine Premiere. Zwei aufeinanderfolgende Vorstellungen waren mit jeweils mehr als 500 Zuschauern restlos ausverkauft. Unter den Gästen im großen Saal waren Teile der Mannschaft um Kapitän Torsten Mattuschka sowie viele Fans des in Köpenick verwurzelten Klubs.

Im Gegensatz zu ihrem vorangegangenen und preisgekrönten Werk über die TSG Hoffenheim, Das Leben ist kein Heimspiel, beleuchtet der neue Film von Rouven Rech und Frank Marten Pfeiffer den in Köpenick verwurzelten Verein aus der Sicht von fünf verschiedenen Personen: CDU-Politiker Mario Czaja, Union-Profi Christopher Quiring, Theaterschauspieler Chris Lopatta und dem familiär schwer gebeutelte Alexander Grambow sowie dessen Sozialhelfer Stefan Schützler. Mit dieser Auswahl zeigen die Regisseure, wie Union die Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft begeistert. Alle fünf sind interessante, da völlig gegensätzliche Charaktere, die jeweils tiefe Blicke in ihr Privatleben gestatten und viel zu erzählen haben. Manchmal aber zu viel, sodass einige Längen entstehen. Vor allem auf das Privatleben von Grambow und Schützler wird oft eingegangen, Union-Spieler Quiring kommt dadurch zu kurz. Schade, denn er klärt auf, wie es zu seinem berüchtigtem verbalen Ausrutscher nach einem Spiel Union gegen Hertha (1:2) kam. Einige zusätzliche Interviewpassagen mit dem 23jährigen hätten dem Informationsgehalt des Films gut getan.

Aber Union fürs Leben hat auch seine starken Seiten, nämlich dann, wenn die Menschen im Stadion beim Berliner Stadtderby gefilmt werden oder wenn ein jeder erzählt, wie er zu Union kam bzw. was der Verein für ihn bedeutet. Heimlicher Star des Filmes ist Lopattas abgedrehte Mutter, die für viele Lacher im Publikum sorgte. Starken Eindruck hinterlässt auch die Musikuntermalung, die nicht nur bei Union-Fans für Gänsehautatmosphäre sorgen dürfte. Insgesamt ein gelungener, aber mit Längen behafteter Dokumentarfilm, der wohl nur Union-Fans und Sympathisanten begeistern wird. Für den Rest bietet er zu wenig Zugang, da er mehr Milieustudie in der Fanszene Unions betreibt als deren Geschichte zu erhellen.


Bewertung:    




Union fürs Leben - Foto © Frank Marten Pfeiffer


* *

In Kino zwei lief zum Start des Festivals der britische Dokumentarfilm The Class of '92, der vom goldenen Jahrgang von Manchester United handelte. David Beckham, Nicky Butt, Ryan Giggs, Paul Scholes, Gary und Phil Neville waren die sechs Spieler, die in der Akademie von Manchester United ausgebildet wurden und allesamt Leistungsträger der ersten Mannschaft wurden. Diese Generation von Spielern sollte dem englischen Fußball einen neuen Schub verleihen und die Red Devils zu einem der besten Teams der Welt machen. Alles startet mit einem Flashback der 1990er Jahre, welcher unmittelbar in die damalige Zeit zurückversetzt. Dennoch muss man sich in den Film von Ben & Gabe Turner einsehen. Denn es gibt keine Untertitel, und da der Schnitt ziemlich schnell zwischen den verschiedenen Interviewpartnern, die alle einen unterschiedlichen englischen Akzent haben, hin und herspringt, versteht man auch nicht jedes Wort. Leider sind die Szenen aus der Jugendzeit der Spieler ziemlich kurz geraten, und einige Wechsel wirken doch etwas sprunghaft. Diese Fehler verzeiht man The Class of ´92 aber. Denn während der knurrig-schüchterne Scholes erst nach und nach auftaut, schwingt sich der offene Giggs mit vielen lustigen Kabinengeschichten zum heimlichen Star des Films auf. Aber auch die anderen Interviewpartner sorgten mit ihren Erzählungen immer wieder für viel Gelächter unter dem Publikum. Auch weitere, berühmte Spieler wie Eric Cantona und Zinedine Zidane sind vor der Kamera zu sehen. Der Film lebt genauso von seiner emotionalen Dichte, dem Präsentieren wichtiger Tore wie der Musikuntermalung.


Bewertung:    




Filmplakat zu The Class of '92


Stefan Bröhl - 2. April 2014
ID 7721
Unser Gastautor Stefan Bröhl studiert z.Z. Journalistik an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation – MHMK, Standort Berlin, und wird von Max-Peter Heyne betreut.

Weitere Infos siehe auch: http://www.11-mm.de/





 

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