Was wäre
gewesen,
wenn...
DAS CARAVAGGIO-KOMPLOTT auf arte
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Bewertung:
Vor mehr als 50 Jahren ließ die sizilianische Costa Nostra Caravaggios Gemälde Christi Geburt mit den Heiligen Laurentius und Franziskus (auch als La Natività bekannt [s. Abb. unten]) aus der Kirche San Lorenzo in Palermo stehlen - dieser Diebstahl zählt bis heute zu einem der spektakulärsten Kunstraube der Geschichte. Wahrscheinlich steckte Mafiaboss Gaetano Badalamenti (1923-2004) dahinter, der das Gemälde als Tausch für seine Drogengeschäfte nutzte, um das Geld in der Schweiz zu waschen. Bis heute gibt es keinerlei Hinweise darauf, wohin das Kunstwerk gelangt sein könnte und ob es physisch überhaupt noch existiert. Die Staatsanwaltschaft in Palermo nahm den Fall immer wieder neu auf und stützte sich dabei zuletzt auf Tondokumente, die den Verdacht auf die etwaige Zerstückelung des auf etwa 30 Millionen Euro geschätzten Gemäldes erhärteten...
Diesen realen und bis heute ungeklärten Kriminalfall nahm sich die seit Kurzem auf der Arte-Mediathek streambare italienisch-schweizerische Miniserie Das Caravaggio-Komplott (Originaltitel: La linea della palma) zum Vorbild und spann daraus eine fiktive und sozusagen weiterführende Geschichte, die über sechs Folgen lang zwischen den Jahren 1969 und 2025 abwechselnd in Palermo, Mailand und Lugano spielt; Maria Roselli, Mattia Lento und Thomas Ritter steuerten das Drehbuch hierzu bei, und Fulvio Bernasconi führte Regie.
"Die Investigativ-Journalistin Anna (gespielt von Gaia Messerklinger) lebt und arbeitet in Mailand und ist seit jeher vom Verschwinden ihres sizilianischen Vaters geprägt. Als Kind hieß es, er habe die Familie wegen einer anderen Frau verlassen. Dreißig Jahre später wird sein Auto – und mit ihm seine mutmaßlichen sterblichen Überreste – im Luganersee gefunden. Annas ohnehin fragile Gewissheiten geraten ins Wanken. Und sie beginnt, nachzuforschen.
Ihre Recherchen führen sie auf die Spur des größten Kunstraubs des 20. Jahrhunderts: des Gemäldes La Natività von Caravaggio. Dabei gerät sie in eine verborgene Welt aus Kunsthandel, finanziellen Intrigen und mafiösen Verflechtungen zwischen dem scheinbar friedlichen Lugano und der erbarmungslosen kriminellen Unterwelt Palermos. Anna erkennt, dass ihre eigene Familie seit Jahrzehnten Teil dieses Systems ist und auch ihr geliebter Bruder, ein orientierungsloser Drogenabhängiger, tiefer verstrickt scheint, als sie wahrhaben will. Zerrissen zwischen Loyalität und Wahrheit muss sie entscheiden, wie weit sie zu gehen bereit ist – eine Entscheidung, die über Leben und Tod bestimmen könnte.
(Quelle: srgssr.ch)
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Luca Filippi und Gaia Messerklinger (als Brüderchen & Schwesterchen Francesco & Anna Romano) in der italienisch-schweizerischen Miniserie Das Caravaggio-Komplott (C) hugofilm features/RSI
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Kapitelüberschriften wie Zurück nach Hause (1), Das Zollfreilager (2), Die Spur des Geldes (3), Der Caravaggio (4), Deal (5) und Familienzusammenkunft (6) geben vorab, also wenn man sie liest und die einzelnen Folgen noch nicht gesehen haben sollte, wenig Aufschluss darüber, wohin die Reise geht; erst im Nachhinein machte es freilich "klick", ja und man wusste so mit einemmal, was da gemeint war:
Folge 1 stellt den vermeintlichen Kunstraub durch drei Gangster nach, aber die werden halt von ihrem mafiosen Auftraggeber ausgeschaltet - während 30 Jahre später Anna, nachdem die vermeintliche Leiche ihres kunstfälschlerischen Vaters Antonio (Filippo Luna) in einem Autowrack aus dem Luganosee geborgen wird, gleichsam auf Dokumente stößt, die den vermeintlichen Vatertod mit dem damaligen Kunstraub in Verbindung bringen, und sofort fängt sie zu investikatieren an, wobei sie erstmals auf den Schweizer Kommissar Andrea Cavadini (Alberto Boubakar Malanchino) trifft, in den sie sich paar Folgen später prompt verliebt, wie umgekehrt natürlich auch, denn: bisschen Haut & Haar muss schon bei all dem sein.
In Folge 2 wird das geklaute Gemälde in Lugano zwischengelagert - gleichsam lernen wir Fra (Luca Filippi), den bildhübschen Bruder von Antonia kennen und spüren sofort, dass er über den Kunstraub mehr weiß als er seiner Schwester aufzuklären bereit ist; ja und so kann sie ihm auch später wenig helfen bis er in der 6. Folge von Michele Venitucci (als von der Mafia gefakter Kommissarskollege aus Mailand) umgebracht wird, und sowieso schaltet dieser der Reihe nach jede Menge Mittäter und/ oder Mitwisser im Auftrag seines Mafia-Bosses aus und entpuppt sich so als der Hauptkiller in dieser Miniserie.
Dann gibt es noch eine mysteriöse Schweizer Herzogin (Esther Gemsch), die sich als stolze Besitzerin des geraubten Kunstwerkes wähnt, obgleich es sich hierbei, was sie nicht weiß, um eine Fälschung handelt, die der Anna-Vater einst fertigte; übrigens lebt der noch, von wegen ertrunken, aber das kommt erst ziemlich am Schluss raus, und zwar völlig zu schockartigem Entsetzen seiner bisherigen Witwe Caterina (Sandra Ceccarelli) inkl. ihrer beiden schönen Kinder. Die Leiche in dem Wrack war also nicht Antonio, sondern der von ihm wahrscheinlich in Notwehr oder einer anderen psychosomatischen Bedrängnis getötete Mafiaboss.
Usw. usf.
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Spannend und kurzweilig erzählt mit allerdings allzu vielen Rückwärtsblenden, deren logische Einordnung durch den Miniseriengucker einige Mühe bereitet.
Dennoch sehenswert.
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Um dieses Gemälde (La Natività von Caravaggio) ging es in der italienisch-schweizerischen Miniserie Das Caravaggio-Komplott | Bildquelle: Wikimedia)
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Bobby King - 16. März 2026 ID 15756
Weitere Infos siehe auch: https://www.arte.tv
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