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Filmbesprechung


Tatort im Ersten, 24. April 2011, 20:15

"Weil sie böse sind" © HR 2010

Buch: Michael Proehl / Regie: Florian Schwarz


Bild: HR/Bettina Müller

"Rolf H. (Milan Peschel), alleinerziehender Vater eines autistischen Sohnes, weiß nicht mehr weiter. Finanziell und privat immer mehr in die Enge getrieben, macht er sich auf zum Anwesen der Familie Staupen, um dort Hilfe für seinen Sohn zu erbitten. Aus seinen genealogischen Studien glaubt er zu wissen, dass sich deren und seine Vorfahren schon einmal im Mittelalter begegnet sind und dass die Familie Staupen seine Familie damals übervorteilt und ihren bis zum heutigen Tag anhaltenden Wohlstand darauf begründet hat. Mit den Vorwürfen und der Bitte konfrontiert, demütigt der alte Staupen (Markus Boysen) Rolf H. so lange, bis der ihn im Affekt erschlägt. Noch in der Nacht findet sein Sohn Balthasar Staupen (Matthias Schweighöfer) seinen Vater und schmiedet einen Plan. Fritz Dellwo (Jörg Schüttauf) und Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki) vermuten den Täter im engsten Familienkreis, doch alle haben ein Alibi für die Mordnacht. Die Ermittlungen geraten immer mehr in eine Sackgasse. Da werden kurz hintereinander der Bruder und die Schwester des Ermordeten tot aufgefunden. Haben es die Frankfurter Kommissare mit einem Serienmörder zu tun, und wenn ja, welches Motiv treibt ihn an?" (Filmplot auf http://www.daserste.de/tatort/sendung.asp?datum=03.01.2010)


Der verstörte Sohn des Hauses Staupen (Matthias Schweighöfer) - Bild: HR/Bettina Müller

Balthasar Staupen (Matthias Schweighöfer) auf einer Bank neben dem unfreiwilligen Töter (Milan Peschel) seines Vaters Reinhard Staupen - Bild: HR/Bettina Müller

Der ganz und gar verstörte und gestörte Staupen-Sohn (Matthias Schweighöfer) in einer Schlammsuhle - Bild: HR/Bettina Müller


Diese Filmgeschichte ist von salomonischen Gerechtigkeit:

Ein reiches, fieses Kapitalistenschwein mit jeder Menge Leichen im Keller terrorisierte also dem Vernehmen nach nicht bloß so seine Sklaven, sondern auch die eigene Familie oder/und den eignen leibhaftigen Sohn - den hätte er, als der noch winzigklein war, einmal fast im See ersaufen lassen (nach dem altbewährten Männer-Vater-Motto "Soll das Balg doch endlich schwimmen lernen"); davon konnte sich das Kind nie mehr so recht erholen, und so kriegte's einen unheilbaren Psychoknall.

Und dann geschah, was oben in dem Plot beschrieben steht; Matthias Schweighöfer (als Staupen-Sohn) kehrt also unversehens heim und sieht per Überwachungskamera, wie Milan Peschel (als Rolf Herken) seinen Demütiger unfreiwillig "richtet" - - Peschel wollte eigentlich dann nur, dass Markus Boysen (als der Staupen-Vater) seinem kleinen Söhnchen, das autistisch ist, durch einen Telefonanruf in der für solche Fälle zu behandelnder Autisten zuständigen Stiftung seiner Schwester Freya Förderung gewährt; das lief natürlich auf Erpressung 'naus, denn Peschel ahnenforschte schon seit langem im Fall Staupen und stieß zufälliger Weise so auf Querverbindungen zu seinen eigenen Familienmitgliedern, die von den Staupen's schon seit Jahren und Jahrhunderten entrechtet und/oder getötet wurden usw. usf.

Schweighöfer jedenfalls findet diese Beseitigung des Vaters gut und geil, und er verwischt dann alle Spuren, dass die Polizei nur nie auf Peschel (als den Vatermörder) käme; und er nimmt zu ihm Kontakt auf, und er will jetzt also richtig mit diesem Familien-Böstum ganz getreu dem TATORT-Titel Weil sie böse sind abrechnen - ja, dem bösen Onkel und der bösen Tante sollte es nicht anders als der bösen Vatersau ergehen - und er macht sich Peschel so "zu Diensten". / Peschel will das aber Alles nicht; so wenig wie er wollte, dass das mit dem Staupen-Vater so passierte...

Langer Rede kurzer Sinn, denn: Peter Davor (= Onkel Mike Staupen) muss als Zweiter der Familie mit dem Tode büßen, und Adele Neuhauser (= die Stiftungstante Freya Staupen) als die Dritte. Und am Schluss rast Schweighöfer mit seinem Wägelchen und einer Peschel Denunzierenwollenden gegen Beton; und Peschel, der sich in den Main ertrinken wollte, wirft den mittelalterlichen Morgenstern (das Tatwerkzeug), und kurz nachdem ihm Schweighöfer noch "Lebe wohl!" über das Telefon gewünscht hat, in den Fluss.

Und auch die beiden Kommissare Schüttauf & Sawatzki wollen nachträglicher Weise nichts mehr mit dem wunderlichen Fall zu tun gehabt haben; sie hatten dieses Mal einen betriebsinternen Streit, also wer wohl von beiden dann den Anderen beim nächsten Male kommandieren würde oder so.

Der Film war kubrickmäßig gut - fast so wie Shining.


Bobby King - red. 24. April 2011
ID 00000005173
TATORT: "WEIL SIE BÖSE SIND" (ARD, 24.04.2011)
Rollen / Darsteller:
Kommissarin Charlotte Sänger ... Andrea Sawatzki
Kommissar Fritz Dellwo ... Jörg Schüttauf
Rudi Fromm ... Peter Lerchbaumer
Staatsanwalt Dr. Scheer ... Thomas Balou Martin
Rolf Herken ... Milan Peschel
Balthasar Staupen ... Matthias Schweighöfer
Reinhard Staupen ... Markus Boysen
Freya Staupen ... Adele Neuhauser
Mike Staupen ... Peter Davor
Regie: Florian Schwarz
Buch: Michael Proehl
Kamera: Dominik Schunk
Musik: Fabian Römer
Erstsendung war am 3. Januar 2010


Weitere Infos siehe auch: http://www.daserste.de/tatort


E-Mail an Bobby King



 

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