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TATORT

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Ulrich Tukur im neuen Hessen-TATORT Murot und das Paradies | Bild: HR / Bettina Müller

Bewertung:    



"Zusammen mit seinem Analytiker versucht Kommissar Felix Murot, der gerade eine Depression durchmacht, der Frage nach dem Glück auf die Spur zu kommen. Zeitgleich werden im Umfeld der Frankfurter Bankenwelt nacheinander zwei sonderbare Leichen entdeckt. Den beiden Toten wurde der Nabel entnommen und ein bizarrer Port gelegt, mittels dessen man sie an eine Nabelschnur andocken und so ernähren konnte. Die Ermittlungen führen Murot in eine verstörende Unterwelt, ganz nah heran an ein großes, unglaubliches und vor allem unwiderstehliches Glücksversprechen. Dann, eines morgens vor dem Badezimmerspiegel, stellt Murot bestürzt fest, dass auch er mittlerweile keinen Nabel mehr hat, sondern den absonderlichen Port trägt. Er ist nun selbst Teil des abgründigen Geschehens, ständig in Gefahr, dass ihn seine verzweifelte Suche nach dem Glück zerstören könnte."

(Quelle: daserste.de)


*

Die beiden Robin-Hood-Frauen Brigitte Hobmeier (als Eva Lisinska) und Ioana Bugarin (als Ruby Kortus) manipulierten Banker durch diverse Nabelschnur-OPs, wonach sich ihre Probanten in Glückszustände und -räusche unsagbarer Dimensionen befanden; dadurch wurden sie gefügig gemacht und lösten - im insgeheimen Auftrag der polnischen Zweierbande - Börsenstürze aus, in dessen Ergebnissen die Frauen, weil sie vorher auf die jeweiligen Börsenstürze wetteten, gigantische Gewinne einfuhren. Das so angesammelte Geld verschwendeten sie aber nicht für sich, sondern gaben es für wohltätige Zwecke (Welthungerhilfe, UN-Missionen usw.) aus. Sie waren also im besten Sinne des Begriffs Sozialarbeiterinnen!

Brillante Filmideee von Florian Gallenberger, wenn auch die hinzugedichtete Begleitgeschichte mit diesen herausoperierten Nabeln ziemlich mühselig und krampfhaft-umständlich zu nennen sein dürfte - doch der gute Wille war halt da.

Die Bankerinnen und Banker wurden von den Polinnen, nachdem sie ihren (Börsen-)Teil des Deals erleisteten, entsorgt - damit es halt nicht rauskommen sollte; und das war im Sinne unsrer kleinen Robin-Hood-Bande wohl auch okay so.

Im Fall von Ulrich Tukur (= unser Lieblingslandeskriminalamtler Felix Murot) sah es ein bisschen anders aus; er war ja immerhin kein Banker - aber: Weil er halt kurz vor der Aufdeckung des höchst obskuren Tatfalls war, verlangten die zwei Frauen - als Gegenleistung für die ihm zuteil gewordnen "Antidepressiva" - , dass er die Ermittlungen offiziell einstellte, was er auch brav dann tat. Und wie er angelegentlich seiner Bewusstseinsschübe hin zum größtmöglichen Glück geriet, manifestierte sich im TATORT-Film Murot und das Paradies aufwändig schräg, absurd und (eigentlich) zum Totlachen: Er schwebte mit einem Mal im All à la Kubricks 2001 - Odyssee im Weltraum, oder er schoss auf Hitler während einer seiner völkisch aufgeheizten Reden. Und mit Martin Wuttke (als Psychoanalytiker Dr. Wimmer) tauschte er sich wegen seiner aktuellen Depression ausgiebig aus - ja und von Eva Mattes (als Pathologin Dr. Dr. Kispert) kriegten er und seine LKA-Kollegin Wächter (Barbara Philipp) diese merkwürdige Nabel-Glückshormon-Geschichte fachfraulich erklärt; verstehen taten sie dann freilich - so wie wir als TATORT-Gucker - nur Bahnhof.

Irrwitzig das alles, aber gut gemacht.



Murot ist nun selbst Teil des abgründigen Geschehens... | Bild: HR / Bettina Müller

Bobby King - 22. Oktober 2023
ID 14442
TATORT | Murot und das Paradies
Buch und Regie: Florian Gallenberger
Kamera: Holly Fink
Besetzung:
Felix Murot ... Ulrich Tukur
Magda Wächter ... Barbara Philipp
Eva Lisinska ... Brigitte Hobmeier
Ruby Kortus ... Ioana Bugarin
Dr. Wimmer ... Martin Wuttke
Dr. Dr. Kispert ... Eva Mattes
ARD-Erstausstrahlung am 23. Oktober 2023


Weitere Infos siehe auch: http://www.daserste.de/tatort


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