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TATORT

Bloß nicht

alt werden



Im toten Winkel-TATORT | Bild: Radio Bremen/Christine Schröder

Bewertung:    



"Als der Rentner Horst Claasen seine demenzkranke Frau tötet, sehen sich die Bremer Ermittler Inga Lürsen und Stedefreund mit einem gesellschaftlichen Tabuthema konfrontiert. Hat sich Horst Claasen die häusliche Pflege tatsächlich nicht leisten können?

Der Gutachter Carsten Kühne führt die Ermittler Schicht um Schicht in den Alltag von Pflegenden ein, die sich aufopferungsvoll um ihre Angehörigen kümmern. Die Kommissare geraten in einen toten Winkel des deutschen Pflegesystems, ihnen stockt angesichts der Ungerechtigkeit und der persönlichen Schicksale der Atem."



(Vollständiger Filmplot auf http://www.daserste.de/unterhaltung/krimi/tatort/sendung/im-toten-winkel-100.html)


* * *


Im toten Winkel (Buch: Katrin Bülig) behandelt auch die insgeheimen Machenschaften der sog. Pflege-Mafia - zwar erst ab der Hälfte dieses neuen Bremen-Tatorts, aber dafür umso einleuchtender und auch schonungsloser. Der Sozialstaat resp. "sein" Kranken- und Pflegekrankenkassensystem bewegt sich, wie fast jeder heutzutage und aus eigener Erfahrung weiß, an einem besorgniserregenden Scheidepunkt. Die medizinische wie auch die pflegedienstliche Versorgung kann - vor allem wegen eines immer bedrohlicheren Personalmangels (zu schlecht bezahlte und zu anstrengende Arbeit!!) - quasi nur noch notgeleistet werden; Fach- und Spitzenkräfte flukturieren von der Zweit- zur Erstklassenbehandlung, zwischen den gesetzlichen und den Privat-Versicherten klafft schon ein Keil und könnte in der nahen Zukunft zu sozialem Sprengstoff führen... Diese "Lücke" füllt, als eins von Beispielen, die sog. Pflege-Mafia aus.

Drei Einzelschicksale werden bedrückend-deprimierend vorgeführt: Dieter Schaad & Liane Düsterhöft (ein altes Ehepaar, dass sich gemeinschaftlich suizidieren wollte; ihm gelang es allerdings erst nachträglich; sie hätten sich die Pflege finanziell dann kaum noch leisten können, und sie wollten sich auch nicht mehr pflegen lassen); Hiltrud Hauschke & Dörte Lyssewski (eine an Alzheimer erkrankte Mutter und ihre sie seit vier Jahren pflegende Tochter, die mit ihrem Schicksal finanziell und kräftemäßig völlig überfordert ist) und Jan Krauter & Leon Gundlaff (der junge Vater mit seinem kleinen Sohn, deren Frau bzw. Mutter an einer lebenserhaltenden Maschine angeschlossen ist): Sie alle drei werden von der sog. Pflege-Mafia betreut und bestochen; d.h. der Pflegedienst wird in realo nicht erbracht trotz dass er kassenmäßig abgerechnet wird; und die Betroffenen werden mit einem "Schweigegeld" versorgt etc. pp.

Dahinter kommen nun Sabine Postel und Oliver Mommsen, und besonders bei Sabine Postel merkt man bis zum Schluss des Filmes, dass ihr alles das menschlich sehr nahe geht.

*

Bedrückend-deprimierend, wie bereits erwähnt. Aber die Wahrheit ist halt so!




Oliver Lessmann (Jan Krauter) misstraut dem Pflegedienst, den ihm der Gutachter Carsten Kühne (Peter Heinrich Brix) empfohlen hat. | Bild: Radio Bremen/Christine Schröder

Bobby King - 12. März 2018
ID 10579
TATORT | Im toten Winkel
Regie: Philip Koch
Buch: Katrin Bühlig
Kamera: Jonas Schmager
Musik: Michael Kadelbach
Besetzung:
Hauptkommissarin Inga Lürsen ... Sabine Postel
Hauptkommissar Stedefreund ... Oliver Mommsen
Helen Reinders ... Camilla Renschke
Rechtsmediziner Dr. Katzmann ... Matthias Brenner
Carsten Kühne ... Peter Heinrich Brix
Horst Claasen ... Dieter Schaad
Senta Claasen ... Liane Düsterhöft
Sven Claasen ... Nils Dörgeloh
Akke Jansen ... Dörte Lyssewski
Thea Jansen ... Hiltrud Hauschke
Oliver Lessmann ... Jan Krauter
Max Lessmann ... Leon Gundlaff
Darja Pavlowa ... Jana Lissovskaia
Malte Sievert ... Jörn Knebel
Angela Kühne ... Irene Rindje
Sabine Lahusen ... Margret Völker
Sandra Möllers ... Carmen Molinar
Dr. Slowinski ... Sabine Urban
Grashina Kowalski ... Maria M. Wardzinska
Svenja Komarowa ... Olga Dinnikova
Kellner ... Jakob Benkhofer
Erstausstrahlung: ARD, 11.03.2018


Weitere Infos siehe auch: http://www.daserste.de/tatort


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