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Filmkritik

Krull

bei

Honnis



Bewertung:    



Jochen Staadt und Reinhold Andert zählen (wenn mich meine DDR-und-Ost-Erinnerung nicht vage täuscht) zu diesen Wenigen, mit denen sich "unser" Ex-Staatsratsvorsitzender, als er nach der Wende noch am Leben war, gelegentlich so unterhielt; von Staadt und Andert gibts Gespräche, die dann auch als Bücher von den jeweiligen Interviewern 'rausgegeben wurden.

Dann gab's außerdem Mark Pittelkau (heute bei BILD), der sich - ähnlich wie unser Filmheld Johann Rummel aus Willkommen bei den Honeckers - beim Exilanten-Paar im fernen Chile sozusagen einschleimte, um justament paar Fotos und 'ne schöne Story zu ergaunern. Selbige Geschichte klänge "einfach zu unglaublich, als dass man sie ohne einen realen Hintergrund hätte verfilmen können", so Matthias Pacht (Drehbuchautor) und Christian Rohde (Produzent) zu ihrem Streifen. "Die Fiktionalisierung und filmische Verdichtung macht sie für uns aber nicht unwahrer. Und sie bleibt ambivalent. Genau wie die Zeit, in der sie spielt."

*

Max Bretschneider agiert als dieser Felix-Krull-Typ mit dem ehrgeizigen Hang und Zwang zu einem Möchtegernreporter. Sein "Karriere"-Wahn ist derart groß, dass ihm zum Einen seine liebste Freundin und zum Anderen sein Freund und Kumpel peu à peu abhanden kommen - und er merkt es nicht einmal.

Auch nervt die allzu breitlings ausgeknetete Geschichte um den etwas "ungesunden" Typen mit der Zeit - und erst nach einer vollen Stunde (einer halben Stunde vor dem Schluss) wird es in diesem Film optisch/akustisch hochinteressant:




Johann Rummel (Max Bretschneider) und Maik (Max Mauff) Die große Chance kommt ausgerechnet durch Erich Honecker, der sich wegen der Mauertoten verantworten soll. Alle Medien wollen ein Interview mit ihm, doch der ehemalige DDR-Staatschef lässt sie abblitzen. Wer ihn zum Sprechen bringt, hat den Aufmacher des Jahres! Um Honeckers Vertrauen zu gewinnen, ist Rummel jedes Mittel recht: Johann Rummel und Maik. | Foto (C) ARD Degeto/Frederic Batier



Die Zeitungsmacher Jochen Trommler (Misel Maticevic, re.) und Ronny (Ronald Zehrfeld, Mitte) geben Johann (Max Bretschneider) eine Chance. | Foto (C) ARD Degeto/Frederic Batier



Margot Honecker (Johanna Gastdorf) wacht eisern darüber, dass kein Fotograf kompromittierende Bilder von ihrem Mann Erich Honeckers (Martin Brambach) machen kann. | Foto (C) ARD Degeto/Frederic Batier


Die beiden großartigen Mimen Martin Brambach & Johanna Gastdorf sind Erich & Margot Honecker!

Und WIE sie diese quasi nachspielen, nachdarstellen, nachsprechen ist schon betrachtens- als wie hörenswert.

Der Brambach gönnt dem alten, kranken Mann eine geradezu dann glaubwürdige Menschlichkeit - die Gastdorf kann aufs Exemplarischste vermitteln, wer (wahrscheinlich immer schon, also auch vor Honeckers Alt- und Kranksein) ganz real die Hosen anhatte in dieser hocherstaunlichen Symbiose.

Ja, allein diese knapp halbstündige schauspielernde Vorführung eines der wichtigsten Historien-Paare unsrer jüngeren Vergangenheit beschert der wohl ansonsten etwas klein-kläglichen Filmkomödie einen preiswürdigen Rang (für die zwei eigentlichen Haupt-Darsteller in ihr)!!



Bobby King - 4. Oktober 2017
ID 10295
Willkommen bei den Honeckers (D 2016)
Regie: Philipp Leinemann
Buch: Matthias Pacht
Kamera: Christian Stangassinger
Musik: Sebastian Fillenberg
Besetzung:
Johann Rummel ... Max Bretschneider
Konrad Kiebick ... Uwe Preuss
Elke Marbach ... Suzanne von Borsody
Karl Eduard von Schnitzler ... Bernd Stegemann
Bonzo ... Bernd Michael Lade
Klaus Rummel ... Tom Jahn
Kollege Trommler ... Ronald Zehrfeld
Mitarbeiterin Trommler ... Maria Schuster
Sekretärin Trommler ... Anneke Kim Sarnau
Heino ... Heino
Bodygard Heino ... Jan Mewes
Maik Sperrfeld ... Maximilian Mauff
Jenny Seifert ... Cornelia Gröschel
Erich Honecker ... Martin Brambach
Margot Honecker ... Johanna Gastdorf
Walter Rührig ... Godehard Giese
Susanne Rummel ... Inka Friedrich
Fritz Krozowski ... Thomas Thieme
Jochen Trommler ... Misel Maticevic
Erstausstrahlung: Das Erste am 3. Oktober 2017


Weitere Infos siehe auch: http://www.daserste.de/unterhaltung/film/filme-im-ersten/sendung/willkommen-bei-den-honeckers-100.html


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= schon gut


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