3. MANN TOUR
durch die Eingeweide von Wien
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Eingang zur 3.MANN TOUR in Wien | Foto: Zaubi M. Saubert
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Das die österreichische Hauptstadt Wien eine Menge zu bieten hat, ist bekannt. Ob es nun die Wiener Hofburg, Schloss Schönbrunn, der Prater oder einfach die vielen prächtigen Jugendstilbauten sind, es gibt eine Menge Gründe für einen Besuch dort. Was aber die Wenigsten wissen ist, dass man auch die Wiener Unterwelt erkunden kann. Und zwar auf den Spuren des Dritten Mannes.
1949 drehte Carol Reed nach einer Vorlage von Graham Green in Wien den Schwarzweißfilm Der dritte Mann, bis heute ein Kultfilm. In den Hauptrollen spielen Orson Welles und Joseph Cotten. Der Film gewann den Gand Prix der Internationalen Filmfestspiele in Cannes 1949 sowie 1951 einen Oscar für die beste Schwarz-Weiß-Kamera. Berühmt geworden ist auch die Filmmusik von Anton Karas, die auf einer Zitter gespielt wird. Das „Harry-Lime-Thema“ wurde international berühmt.
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Ehemaliger Drehort zu Orson Welles' Film Der dritte Mann | Foto: Zaubi M. Saubert
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Hintergrund des Films ist der Schwarzmarkt in Wien kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Stadt ist von den Alliierten in fünf Sektoren aufgeteilt. Hier sucht ein amerikanischer Schriftsteller (Joseph Cotten) seinen alten Freund Harry Lime (Orson Welles). Kurz vor seiner Ankunft in Wien ist dieser Freund angeblich überfahren worden. Doch in Wahrheit lebt er im Untergrund und betreibt einen schwungvollen Handel mit gepanschtem Penicillin. Neben dem Freund sucht auch die Militärpolizei im kriegszerstörten winterlichen Wien fieberhaft nach dem Handler vom Schwarzmarkt.
Gedreht wurde der Schwarzweißfilm an viele Originalschauplätzen in der österreichischen Hauptstadt, so auf dem berühmten Wiener Zentralfriedhof, dem Prater und eben in der Wiener Kanalisation. Die atemberaubende Verfolgungsjagd durch selbige ist eine der Schlüsselszenen dieses Filmklassikers.
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Ehemalige Zonengrenze unterhalb von Wien | Foto: Zaubi M. Saubert
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Und an der gleichen Stelle, an der damals Orson Welles über eine Wendeltreppe in den Untergrund gestiegen ist, begibt sich auch der Teilnehmer der 3. MANN TOUR, ausgerüstet mit Helm und Taschenlampe, in die Tiefe. Geleitet wird die Tour durch einen kompetenten Guide und einen Wiener Kanalarbeiter der sich mit dem etwa 2.500 Kilometer langem Abwassersystem der Stadt bestens auskennt und eine Menge Spannendes berichten kann. Am Ende der Treppe befindet sich der Besucher in einem der ältesten Teile des Abwassersystems, dass aus den 1830er Jahren stammt.
Der Rundgang präsentiert an vier Stationen nicht nur spannende Einblicke in die Wiener Kanalisation, sondern findet auch an den original Drehplätzen von 1949 statt. Mittels Bild und Ton wähnt sich der Besucher wie selbst in dieser Welt der Schmuggler und Spione. Unterirdisch passiert er dabei ehemalige Sektorengrenzen, wie alte Schilder an der Wand belegen [s. Foto oberhalb]. Der Kanalarbeiter weiß eine Menge über seine Arbeit zu berichten, die jeden Tag Berge an Müll aus den Kanälen befördert um diese durchgängig zu halten. Meist noch in Handarbeit. Interessant, was dort unten alles gefunden wird. Hunderte Handys im Jahr. Und der größte Feind des Kanalarbeiters ist die Damenstrumpfhose. Die kann sich wohl auf eine Länge von bis zu zwölf Metern Länge dehnen, dann baumdick, angefüllt mit Ablagerungen und was weiß ich? Und so ein Ungetüm zu Bergen sei nicht angenehm.
Sicherlich ein Höhepunkt der Tour ist am Ende ein Abstecher in das gewaltige halbkreisförmige Gewölbe des Wienflusses, der hier parallel zum Abwassersystem unter dem Karlsplatz verläuft. Mittels Strahlern in Szene gesetzt ein toller Anblick.
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Der Wienfluss | Foto: Zaubi M. Saubert
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Wer noch mehr über den berühmten Film erfahren will, kann ganz in der Nähe das Filmmuseum in der Pressgasse 25 besuchen und dort mittels vieler Originalexponaten noch tiefer in die Filmgeschichte eintauchen.
Die Kanaltour findet von Mai bis Oktober bei einer maximalen Gruppengröße von zwanzig Personen statt, dauert etwa fünfundvierzig Minuten und kostet achtzehn Euro. Startpunkt ist am Karlsplatz wo sich vis-à-vis des Café Museum bei dem großen Kanalgitter der Einstieg in die Kanalisation befindet. Empfindliche Nasen werden diese schon einmal rümpfen, wenn sie in den Untergrund steigen.
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Zaubi M. Saubert - 23. September 2026 ID 16054
Weitere Infos siehe auch: https://www.drittemanntour.at/
Post an Zaubi M. Saubert
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