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Krimi

Die Macht der

weißen alten

Herren





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Manche Ungerechtigkeiten scheinen zeitlos zu sein. Da gibt es Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft und ihrer gesellschaftlichen Stellung Geschäfte auf höchster Ebene manipulieren können, um sich die eigenen Taschen zu füllen, und dies ohne jegliches Risiko, dass ihr kriminelles Verhalten irgendwelche Verfolgung auslösen könnte. Wer den Bezug zur heutigen Politik, ob bei uns oder anderswo, sieht, liegt vermutlich nicht ganz falsch. Frank Goldammer greift solche Fälle gerne in seinen Krimis auf, diesmal kämpft Kriminalrat Gustav Heller in Dresden für Gerechtigkeit gegen eine einflussreiche Beamtenriege.

Heller - der Name ist den Lesern von Frank Goldammer geläufig. In acht Büchern hat er ermittelt, nun ist er aus dem Dienst ausgeschieden. Gustav ist der Großvater von Thomas und seines Zeichens ebenfalls im Dienst der Polizei tätig. Wir blicken zurück, und die neuen Heller-Romane dürften ca. 150 Jahre in der Vergangenheit spielen.

Wir schreiben das Jahr 1879. In Dresden brummt die Wirtschaft, und motorbetriebene Schiffe transportieren die Waren Elbe auf und Elbe abwärts. Dabei explodiert einer dieser Lastkähne- eine Katastrophe, bei der u.a. der Kapitän und der erste Steuermann sterben, und nur wenige Matrosen verletzt überleben. Zunächst wird von einem normalen Unglück ausgegangen, denn eine Kesselexplosion ist in der damaligen Zeit nicht ungewöhnlich. Doch Heller stößt bald auf Ungereimtheiten, beginnt die Ursachen der Tragödie unter die Lupe zu nehmen und befragt die überlebenden Matrosen:


„'Hat jemand die Maschine falsch bedient? War sie vielleicht kaputt? Können sie schildern was geschah'?
Pinska kam seinem Freund zuvor, vermutlich wieder nur, um noch mehr Unheil zu verhindern. 'Es geschah plötzlich. Wir hatten gerade die Elbinsel bei Pillnitz passiert, flussaufwärts. Die Maschine lief auf Höchstleistung. Mauder, der Kapitän, schickte uns hinunter zum Lenzen, weil wir wohl etwas gerammt hatten, einen Baumstamm vielleicht, und ein Leck entstanden war.' 'Das nahmen sie nicht zum Anlass zur Rückkehr, um das Schiff reparieren zu lassen?', unterbrach Heller.
Pinska schüttelte den Kopf. 'Ich kenne die Anweisungen nicht, die er hatte. Wir fuhren weiter unter voller Kraft. So groß war das Leck nicht. Wir lenzten also, dann gab es einen Mordsschlag. Plötzlich war Tageslicht, weil das Deck aufgerissen war, jemand schrie. Ich dachte nur noch, dass wir nach oben kommen müssen, bevor der Kahn kippt. Ich nahm Engelbert an der Hand, und wir kletterten hoch. Dann sah ich, dass das rechte Ufer nahe war, und wir sprangen.'"


(Tod auf der Elbe, S. 47)



War es Sabotage? Zwei Elbreedereien kämpfen gegeneinander um die Schifffahrtslizenz auf dem Fluss. Gesellschaftlich verkehren die Unternehmer in den höchsten Kreisen, genießen Ansehen und zollen sich gegenseitig Respekt, mimen dabei die kollegialen Freunde. Zeitgleich verschwinden Menschen, die mit dem Schiffsunglück in Verbindung stehen oder stehen könnten. Mehrere Zeugen der Explosion, sogar deren Familienmitglieder, aber auch der Beamte, der über die Schifffahrtslizenz zu entscheiden hat, sind unauffindbar. Für Heller gilt es ein Verbrechen zu beweisen, doch ihm fehlen die Zeugen dafür.

*

Gerechtigkeit und der verzweifelte Kampf für die Opfer, die in diesem Fall auch Kinder waren, sind eines der immer wiederkehrenden Themen bei Goldammer. Es wäre schön, wenn seine Ermittler, egal ob Großvater oder Enkel, in ihrem Kampf auch beim Leser etwas bewirken könnten - ein Vorbild zu sein für alle die, die den Glauben an eine gerechte Welt verloren haben.


Ellen Norten - 16. Juni 2024
ID 14801
dtv-Link zum Tod auf der Elbe


Post an Dr. Ellen Norten

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