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Science-Fiction

Liebeserklärung

an die Erde





Bewertung:    



Es klingt fast wie eine düstere Zukunftsprognose mit realem Hintergrund; die Erdbevölkerung ist auf elf Milliarden Menschen angewachsen, der Planet verwüstet, ausgelaugt, verlebt, kann seine Bewohner nicht weiter ernähren. Eine große Evakuierung findet statt. Es geht auf den Mars, der soll den Menschen ein neues Zuhause geben. 200 Jahre später schreitet das Terraforming immer noch nur langsam voran. Die Menschen leben zwar sehr fortschrittlich, aber immer noch unter riesigen Kuppeln.


"Die Landschaft des Mars war eine rostrote Steinwüste, über welche die Hälfte des Marsjahres Staubstürme fegten. Die Menschen lebten in Kuppelstädten. Aber es ging ihnen gut. Es gab keinen Hunger, keine Armut. Sie hatten ein neues System des gemeinsamen Zusammenlebens gefunden, dass zwar jeden als Individuum sah, doch jedes Individuum war ebenso bestrebt, der Gemeinschaft zu dienen. Naja, nicht jedes. Es gab auch einige Gruppierungen, die andere Ansichten vertraten und hin und wieder diese mit terroristischen Anschlägen durchzusetzen versuchten." (Der verbotene Planet, S. 44)


200 Jahre in die Zukunft geschaut, erleben wir wirkliche Science-Fiction. Die Erde ist zu einer von Menschen unbewohnten Wildnis geworden. Niemand darf die Erde betreten, das ist eine Doktrin, ein Gesetz, das sogar mit dem Tode bestraft werden kann. Dennoch gibt es eine winzige Siedlung von Menschen auf dem Planeten, und es stellt sich die Frage, wie es dazu kommen konnte. Fest steht, dass diese Siedlung auf jeden Fall illegal ist. Anscheinend besteht sie schon seit ca. 30 Jahren, und es wurden Kinder dort geboren. Fallen auch sie unter die Gesetzesvorschriften? Diese Kinder haben niemals den Mars gesehen und sind sich ihrer Illegalität nicht bewusst.

Bei einer Forschungsexpedition, bei der eigentlich nicht gelandet werden darf, fällt die kleine Siedlung auf. Die gesetzestreuen Betreiber dieser Mission wollen die Menschen dort zwangsevakuieren oder sogar eliminieren, sprich mit Feuerwaffen töten. Niemand darf überleben, denn die Erde soll sich regenerieren, und dies könnte auch durch die kleine Siedlung gestört werden, so sieht es das Gesetz.

Es geht um Recht und Gerechtigkeit und die Frage, ob diese Menschen wirklich umgebracht werden dürfen, weil es das Gesetzt befiehlt, oder ob dies ein widerwärtiges Verbrechen wäre. Für die Antwort lässt sich Jacqueline Montemurri relativ viel Zeit, lässt die Protagonisten abwägen, was an dieser Stelle zu einigen Längen führt. Dennoch muss und wird es zu einer Lösung kommen, über die hier spekuliert werden darf.

*

Was mir an dem Buch sehr gut gefällt, ist die Präzision, mit der die Autorin arbeitet. Sie selbst studierte Luft- und Raumfahrttechnik und setzt uns nur Dinge vor, die für sich und in sich schlüssig sein können, was eigentlich für gute Science-Fiction selbstverständlich sein sollte. Außerdem arbeitet sie mit spannenden Bildern, wie etwa dem der vor 200 Jahren verlassenen Erde, die sie als Dschungel darstellt. Sie beschreibt beispielsweise die Stadt Wuppertal, wo die Fahrkonstruktion der Schwebebahn grünberankt, tatsächlich noch zu erkennen ist.

Das Buch ist (auch) eine Liebeserklärung an unseren Planeten, der durch Raubbau und Umweltzerstörung gefährdet ist. Die Autorin führt diese Situation stringent weiter in die Zukunft und schafft ein düsteres Zukunftsszenario mit nur einem kleinen Funken Hoffnung.


Ellen Norten - 10. November 2022
ID 13904
Verlagslink zum Verbotenen Planeten


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