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Sachbuch

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„Ich“





Bewertung:    



Der Titel klingt vielversprechend, genauer gesagt die Untertitel, denn den Begriff Individuation hatte ich zuvor noch nicht gehört. Der geht auf den Schweizer Psychoanalytiker C.G. Jung zurück: „Individuation bedeutet: zum Einzelwesen werden, und, insofern wir unter Individualität unsere innerste, letzte und unvergleichbare Einzigartigkeit verstehen, zum eigenen Selbst werden.“ Heute ist die Psychologie weiter vorangeschritten, und Christina Berndt hat die neuesten Forschungsergebnisse für uns zusammengetragen.

Mehr über sich selbst zu erfahren klingt zunächst einmal sehr spannend, doch reduziert sich diese Spannung darauf, dass einige psychologische Allgemeinplätze neu gesehen werden. So relativiert sich die Bedeutung der ersten drei Lebensjahre für ein Individuum, die vormals von bedeutenden Psychologen hoch eingeschätzt wurde.



"Doch die moderne Forschung weiß: Die ersten Lebensjahre sind gar nicht so wichtig, wie es lange angenommen wurde.
Wenn wir heute abwertend auf uns selbst schauen und unsere Meinung von uns negativ ist, dann können die Wurzeln in der Kindheit liegen. Aber ziemlich sicher haben Ereignisse aus der jüngeren Vergangenheit noch deutlicher dazu beigetragen."
(S. 116)


Berndt ist in der Wissenschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung tätig, und ein wenig wirkt das Buch, als wenn sie all ihre Recherchen, die sie als Redakteurin zum Thema unternommen hat, hier noch einmal ordentlich strukturiert widergibt. Das Buch ist wissenschaftlich sicherlich nicht zu kritisieren, zumindest für mich als Nicht-Psychologin, doch es hat ein anderes Manko: Es ist über weite Passagen langweilig.

Aufgelockert wird es durch das prominente Beispiel der Greta Thunberg, die sich von einem depressiven, magersüchtigen Kind zu einer jungen, engagierten Person entwickelte, die die Welt verbessern will. Tenor: Wer seine Aufgabe erkennt, kann sich erfolgreich engagieren, und dieser Input kann helfen, sogar schwere seelische Einschränkungen zu überwinden.

Außerdem gibt es im Buch zwei Tests zur Authentizität und zur Persönlichkeit, über die ich mich selbst einstufen kann. Am Ende warten dann sogenannte „Challenges“- Übungen, mit denen ich bestimmte Bereiche meines Ichs fördere, sprich meine Individuation aktiv beeinflusse.

Vielleicht traue ich der Psychologie einfach zu wenig zu, zumindest den Gebieten der Wissenschaft, die im Buch vorgestellt werden, aber mir scheint, der gesunde Menschenverstand erklärt die Dinge manchmal genauso gut und benötigt nicht die wissenschaftliche Interpretation:



"Die moderne Psychologie weiß vielmehr: Wir verbiegen uns jeden Tag. Oder freundlicher ausgedrückt: Wir passen uns an. Wir entwickeln uns weiter. Wir lernen aus dem Leben. 'Das Selbst ist keine stabile Größe, es ist nicht der unveränderliche Kern unserer Person, es ist nicht die Substanz unserer Identität', sagt der Hildesheimer Entwicklungspsychologe Werner Greve. 'Es wandelt sich vielmehr stets aufs Neue.'“ (S. 20)


Eben!


Ellen Norten - 11. Februar 2020
ID 11993
dtv-Link zum Sachbuch Individuation


Post an Dr. Ellen Norten

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