| KÜNSTLERPORTRÄTS:
Maria Gust
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“Marienaltar”
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MARIA GUST, “Marienaltar” Altar quer Version 9.10.02 (ca. 250 x 180 x 80 cm, Aufbau variabel)
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Ein auf dem Flohmarkt erstandener Plastik-Marienaltar gab mir den Anstoss, mich näher mit der Marienfigur zu befassen. Meine persönliche Ablösung von der Kirche liegt eigentlich schon viele Jahre zurück. Vielleicht ist aber gerade das der Grund, warum ich mich sehr spielerisch mit der Materie auseinander setzen konnte.
Rund um den kleinen Plastikaltar arrangierte ich einen großen „Marienaltar“ , mit allem was dazu gehört: Blumen, Bilder, Leuchten, Engel, Kniebank etc. Immer mehr Teile sammelten sich dazu an, alte und neue Dinge, passende und „störende“, komische und irritierende Dinge. Die Idee war, den Geschmack eigener Kindheitserinnerungen zu verbinden mit Elementen, die das Spannungsfeld zwischen Marienkult bzw. Katholizismus einerseits und den Realitäten der Zeit zeigen. Als Stichworte nenne ich hierzu z.B. Aids, Verarmung großer Teile der Welt, Kriegsgefahr etc.
Besonders amüsant war für mich während der Arbeit der „Kitsch-Faktor“. Als mein Blick erstmal für die Welt der Marien und Engel und der Lieblichkeit gerichtet war, fiel mir auf, wieviel Kitsch speziell in dieser Richtung überall zu haben ist, sei es auf Flohmärkten oder in Geschenkartikelläden, selbst in Teilen der Modebranche (z. B. „Vive Maria“). Offenbar scheint es eine Sehnsucht nach dieser Art von Romantik zu geben. Kitsch hat etwas leuchtendes, buntes, herzerwärmendes, gleichzeitig etwas penetrant süßliches. Bei zuviel Konsum droht Übelkeit.
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MARIA GUST, "Denkt an die Armen in Afrika!", Bestandteil des „Marienaltars“.
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MARIA GUST, "Eimer", Bestandteil des „Marienaltars“. |
"Der ideale Gläubige" (Version 27.2.03), Bestandteil des „Marienaltars“ hier in aktualisierte Form mit Flaggen.
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Die Glücks- und Heilssuche ist ein tief verwurzeltes menschliches Bedürfnis; insofern hat Religion weltweit im Leben vieler Menschen eine wichtige, manchmal sogar überlebenswichtige Funktion. Verquickt mit dem Heilsversprechen haben die großen Weltreligionen bekannterweise auch immer ihre Interessen in politischer, sozialer und kultureller Hinsicht manipulativ mit transportiert. Maria, in die Zuckerwatte aus Prunk und Überhöhung verpackt, hatte auch diesen Zielen zu dienen.
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MARIA GUST, „Facetten“ (Version 13.11.02, ca. 95 x 80 x 50, Aufbau variabel)
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Bei dieser Arbeit ist ein wichtigerer Teil ein Druck der „Maria del Granduca“ von Raffael. Sie zeigt in ihrem Gesichtsausdruck die Eigenschaften, die bis heute in der weiblichen Frauensozialisation eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Rolle spielen: Güte, Reinheit, Mütterlichkeit, Unterwürfigkeit. Dieses Bild wurde am Computer immer wieder verfremdet und mit lasierten Papieren, Oblaten, Fäden etc. zu laminierten Collagen verarbeitet. Hierbei fanden sich auf spielerische Art und Weise immer neue Aspekte dieser Marienfigur. Daraus ist die zwölfteilige Serie „Facetten“ entstanden, auf einer Wäscheleine oder auf einem Wäschständer angeordnet, was einen Bezug zur immer noch überwiegend weiblichen Arbeitswelt herstellt. Die Collagen sind fast alle sehr transparent gestaltet; Durchsichtigkeit kann hier durchaus im Sinne von „fadenscheinig“ verstanden werden.
„Mein Herz so rein“
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MARIA GUST, „Mein Herz so rein“ (12/2002, ca. 45 x 64 x 8 cm)
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36 Handwaschbürsten, auf Fußmatte aufgenäht, Plastikrosen, Styroporherz mit Flügeln, laminierte Vergrößerung des Augenausschnitts der "Madonna del Granducca" von Raffael
„Vierzehn Englein“
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MARIA GUST, „Vierzehn Englein“ (3/2003, ca. 80 x 80 x 100 cm)
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Installation bestehend aus: Fellteppich mit eingeschnittenem Text, ("Will ich abends schlafen gehn", Auszug aus einem beliebten Kindergebet, Autor unbekannt) verrostetes Puppenbett, tapeziertes Brett, Malerei, Federn, Schaschlikspieße, Silikon, Vogel.
Thema: Sexueller Mißbrauch in kirchlichen Institutionen
Installation „heimlich“
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MARIA GUST, Installation „heimlich“ 14.10.02 ca. ,65 cm Durchmesser;
(transluzentes Foto-Objekt, Leuchte, Sonnenbrille, Fliegenklatsche)
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„geheim“ ist abgeleitet von der Beschäftigung mit dem Katholizismus. Wer im Sinne kirchlicher oder anderer Dogmen immer lieb und brav sein will, muß andere persönliche Anteile verstecken, unter Verschluß halten, sonst drohen Sanktionen. Es entstehen verbogene, unvollständige Persönlichkeiten. Das Licht, im Sinne von Energie einer Persönlichkeit kann nur noch schwach, gebrochen nach außen schimmern.
„Brutstätte“
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MARIA GUST, „Brutstätte“ (11/2003, ca. 34 x 48 x 15 cm)
Renovierter Hausaltar, Puppenstubenlampe, -teppich, -schuhe, Gewicht, Vögel, Holz,
Verpackungsabschnitt „Feines Wildbret“
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MARIA GUST, „...das halbe Leben“ (2/2003, Fotoabzug 25,3 x 35 cm. Auflage 20 + 2);
Scan / PC-Bearbeitung (Tapete, Nagelschere, gusseisener Hundekopf)
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