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TATORT

Frauen-

hasser



Das Verhör-TATORT aus Ludwigshafen | Bild: SWR / Benoît Linder

Bewertung:    



"Investmentbankerin Ann-Kathrin Werfel wird grausam getötet. Der erste Verdacht fällt auf ihren Ex-Ehemann, dem sie häusliche Gewalt vorgeworfen hatte. Patrick Werfel allerdings präsentiert den Kommissarinnen Lena Odenthal und Johanna Stern ein gut bezeugtes Alibi.

Indizien vom Fundort der Leiche führen die Kommissarinnen zu Hajo Kessler, der Soldat bei der Bundeswehr ist. Kessler gibt an, Ann-Kathrin Werfel nicht gekannt zu haben, sein Wagen wurde jedoch in der Nähe des Fundorts gesehen. In der Befragung gibt er sich korrekt, geradezu charmant. Aber er neigt zu Ausrastern - und die scheinen damit zu tun zu haben, dass es Frauen sind, die ihn befragen."


(Quelle: daserste.de)

*

Neues Wort dazugelernt, es nennt sich "Femizit".

Stefan Dähnert (Buch) und Esther Wenger (Regie) hatten dahingehend trefflich recherchiert und wurden - von ihrer Idee her - in 'ner Bundeswehrkaserne unweit Ludwigshafens fündig. Und dort richteten sie dann - von ihren Charakteren her - ein unversöhnlich miteinander auskommendes resp. miteinander auskommen müssendes "Stellvertreterpaar" ein, nämlich Katrin Röver (als Frau Oberstleutnant Limbach) und Götz Otto (als Herr Hauptmann Kessler); er spielt dabei den wahrscheinlich nicht nur dienstlich Untergebenen von ihr und scheint mit dieser Rolle irgendwie nicht einverstanden. Und so stutzt sie ihn dann auch lautstark zurecht und hängt ihm wegen dienstlichem Vergehens eine Disziplinarstrafe auf; und wenn man Kesslers scheinbar selbstbeherrschte Reaktion so sah, bekam man schon den hochbesorgten Eindruck, dass da etwas Schlimmes in ihm brodelte ode zu brodeln schien, kurzum: Der Anblick dieses Mannes tat von Anfang an nichts Gutes verheißen.

Und was hatte er nun mit dem grauenhaften Mord, der uns am TATORT-Anfang allzu akribisch beschrieben wird, zu tun? Nichts deutet darauf hin, dass er die Tote (Lisa Förster als erfolgreiche Geschäftsfrau Anne-Katrin Werfel) überhaupt gekannt hätte - vielmehr rückt ein ganz anderer (Jonathan Müller als Verlierertyp und Ex-Mann Patrick Werfel) in den Fokus der Ermittlungen, obgleich unserere beiden Lieblingskommissarinnen Ulrike Folkerts sowie Lisa Bitter keinesfalls von ihrem schon rein innerlich empfundenen "Verdacht", dass es dieser Scheiß-Macho, den sie beim nicht enden wollenden Verhör versuchen in die Enge zu treiben, gewesen sein müsste, der die Horrortat begang; sie haben freilich erst mal wenig oder keinerlei Erfolg mit ihrer Strategie...

Lange Rede kurzer Sinn:

Dieser Scheiß-Macho war es letztlich doch!! Zwar nicht höchstselbst - doch er benutzte halt diesen Verliertyp, dass er die Mordtat (so wie sie von Kessler umständlich und en detail geplant war) ausführte - letztlich kommt raus, dass sich die beiden Arschlöcher in einem frauenfeindlichen Chatroom trafen und die beiden Taten - denn auch Kesslers Vorgesetzte sollte letztlich daran glauben - so verabredeten.

Diese Art von Mordtat [s.o.) nennt man also "Femizit".

Problem erkannt.




Entspannt und entgegenkommend gibt sich Hauptmann Kessler (Götz Otto) zu Beginn seiner Vernehmung durch Lena Odenthal (Ulrike Folkerts). | Bild: SWR / Benoît Linder

Bobby King - 4. September 2022
ID 13787
TATORT | Das Verhör
Regie: Esther Wenger
Buch: Stefan Dähnert
Kamera: Cornelia Janssen
Musik: Jens Langbein und Robert Schulte-Hemming
Besetzung:
Lena Odenthal ... Ulrike Folkerts
Johanna Stern ... Lisa Bitter
Hauptmann Kessler ... Götz Otto
Oberstleutnant Angelika Limbach ... Katrin Röver
Patrick Werfel ... Jonathan Müller
Anwalt Baki Kaya ... Emre Aksizoglu
Oberstaatsanwalt Marquardt ... Max Tidof
Edith Keller ... Annalena Schmidt
Peter Becker ... Peter Espeloer
Astrid Deckert ... Christine Wilhelmi
Hauptfeldwebel Böwe ... Marco Reimers
Antje Lukas ... Lisa Wildmann
ARD-Erstausstrahlung am 4. September 2022


Weitere Infos siehe auch: http://www.daserste.de/tatort


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