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Dies sind die Bekenntnisse eines Füllfederhalters, sagen wir
besser: eines Füllfederhalterhalters, denn um einem Füller Worte
entlocken zu wollen, ist es unabdingbar, daß er gehalten werde,
doch nicht etwa von einem Halter, wie man ihn von Fahrzeugen her
kennt, oder gar von einem Zu- oder Haushälter - es steht außer
Frage, daß ein "Halter" etwas vollkommen anderes ist als ein
"Hälter", zumal das Wörtchen "Hälter" ohne vorgesetzte Silben
gar nicht lebendig, ja, so sollte man mit Nachdruck hinzufügen,
gar kein Wort ist, und man sollte auch zum Beispiel der Tatsache
eingedenk sein, daß ein Behälter nur ein toter Gegenstand ist,
und wie könnte man den Anwurf von sich abperlen lassen, daß ein
lebloses Ding wie ein Behälter einen Füllfederhalter halten
können sollte, der ja, und auch in diesem Punkt müssen wir hart
bleiben, selber ganz eigentlich nur ein schlichter Behälter ist,
einer von Tinte nämlich, die er, vermittels einer
Vierzehnkaratweißgoldfeder beispielsweise, aufs reine weiße
Papier spritzen lassen kann, sobald - und ohne diese Einschränkung
geht es eben nicht - der Halter des Füllfederhalters, also im
allgemeinen ein Wesen aus Fleisch und Blut, wie du und ich
sozusagen, denselben, also den Füllfederhalter zwischen Daumen,
Zeige- und Mittelfinger legt und mit der Hand, geführt durch
die genannten drei Extremitäten, mit einem leichten Druck auf
der bereits erwähnten Vierzehnkaratweißgoldfeder, wobei dies,
wie gesagt, nur ein Beispiel unter vielen ist, typische
Schlangenlinien, Punkte, Häkchen und Strichelchen auf das Papier
malt, die ein einigermaßen paläo- und kalligraphisch geschulter
Leser als lateinische Schriftzeichen, als Buchstaben und Wörter
dechiffrieren können sollte, die in diesem Fall, aber wie gesagt
nur in diesem einen, der deutschen Sprache entstammen.
Patrick Wilden, 24. Dezember
2003
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