Filme, Kino & TV
Kunst, Fotografie & Neue Medien
Literatur
Musik
Theater
 
Redaktion, Impressum, Kontakt
Spenden, Spendenaufruf
Mediadaten, Werbung
 
Kulturtermine
 

Bitte spenden Sie!

KULTURA-EXTRA durchsuchen...

jour fixe

Sei wachsam, Junge, und nicker nicht pausenlos ein, die Dinge rotten sich zusammen all around. Du läßt alles fahren, krümmst dich nur wie Lee Marvin auf dem Rücken deines lahmen Gauls, den du dem Bahnhof gegenüber geparkt hast, direkt neben Harry Thoben's Backwaren, wo es immer so ekelgrün nach Zebra riecht.
Drüben am Bahnhof siehst du sie hasten, die Verwertungsgesellschaft hält schon das Taxigeld in ihren Händen, sie gibt auch das Trinkgeld, das du den drivers immer vorenthältst. Was meinst du wohl, wie weit du mit dieser Masche noch kommst, Kerl?
Die Verwertungsgesellschaft hat Räume angemietet, im Roten Saloon am Roy-Lichtenberg-Platz, du weist schon. Na ja, und in Anwesenheit der städtischen Nobilitäten wird dort, im Hot Club du Paris Texas Bar, die Räuberballade "Schlaf nicht gleich ein, Kleines" aufgeführt werden, in Kooperation mit Radio Gorky. Alle werden sie da sein, Jérémy und Aurélie, Winston D. Gruesgottle und Béatrice Hasenkötter.
Auch Vladimir Èsban wird kommen. Genau, Vladimir Èsban, du wußtest, daß er kommen würde, nicht wahr? Gib es ruhig zu, du hattest es verdrängt.
"Ich bin doch nur ein Wicht", hatte er dir mit hellen Augen ins Gesicht gesagt, als er die Hand nach dem Hafersack ausstreckte, aus dem du gerade deine Mähre füttertest, "ein Wicht aus St-Petersbrouck."
"Ah ja", war deine Antwort gewesen (ich weiß es noch, als wäre es gestern und nicht schon vorgestern gewesen), "ein Fall für die Verwertungsgesellschaft."
Und du hattest ihn, den kraftlosen Clochard, der sich an den in der Bahnhofsgegend zahllos herumliegenden Landeiern hoffnungslos überfressen hatte, deinem Klepper an den Schweif geheftet und ihn in die Torstraße verfrachtet zu den Anstaltsirren, die Kirchenslawisch rückwärts fisteln.

Hopsala, ich glaub, dein Pferd hat gehickst. Wer ist auch so blöd, mit Reittieren durch die Großstadt zu tingeln? Kein Wunder, daß die Viecher von ihrem Fuseltrip nicht mehr runterkommen. Nimm Haltung an, mein Sohn, sonst wirst du nie als Berittener durchgehen.
Du brauchst gar nicht so zu tun, als würde dich die Reizflut der modernen Metropole verwirren. Stell einfach dein Roß in die Ecke, überschreite die Schwelle und folge den Anweisungen. Das ist ganz leicht, sogar Vladimir Èsban hat es verstanden, du hast es ihm sogar selbst erklärt. Es wackelt ein bißchen, und man tendiert dazu, einzunicken über seinem Groschenroman. Und deshalb fährt man wie von der Tarantel gestochen auf, wenn es da heißt:



Patrick Wilden, 30. Januar 2004

 

 



  Anzeigen:




EXTRA Inhalt:

Kulturtermine
TERMINE EINTRAGEN

Rothschilds Kolumnen

ANTHOLOGIE

INTERVIEWS

KULTURSPAZIERGANG

MUSEEN IM CHECK

THEMEN


Bewertungsmaßstäbe:


= nicht zu toppen


= schon gut


= geht so


= na ja


= katastrophal




Home     Datenschutz     Impressum     FILM     KUNST     LITERATUR     MUSIK     THEATER     Archiv     Termine

Rechtshinweis
Für alle von dieser Homepage auf andere Internetseiten gesetzten Links gilt, dass wir keinerlei Einfluss auf deren Gestaltung und Inhalte haben!!

© 1999-2026 KULTURA-EXTRA (Alle Beiträge unterliegen dem Copyright der jeweiligen Autoren, Künstler und Institutionen. Widerrechtliche Weiterverbreitung ist strafbar!)