Xavier Durringer: "Ganze Tage, ganze Nächte" (Studiobühne. Ensemble., Köln)
Muss man großzügig sein, muss man einen anderen Maßstab anlegen, wenn es darum geht, eine Aufführung zu besprechen, die von Schauspielanfängern gespielt wird? Was darf, was kann und was muss man von ihnen erwarten?
Sechs junge Menschen stehen auf einem weißen Bühnenboden, sechs feinmaschige Gittersäulen und drei Absperrgitter strukturieren die Szene. (Bühne und Regie: Bastiane Franke). Kurze Szenen, Fragmente eines anderen Lebens entstehen auf dieser Spielfläche. Durringers Stück hat keine dramatische Handlung, aber das Drama ist immer gegenwärtig, die Figuren haben keine Entwicklung, dafür Sehnsucht, Angst, Liebe, Aggression. Die Schauspieler werfen sich nachgerade in die Figuren, sie machen sie sich zu eigen und
gewinnen dadurch Authentizität. Die Regie findet unterstützende Arrangements und setzt auch Ton- und Lichteffekte, die den Akteuren einen Rahmen geben.
Die Antwort ist: Ja, man muß großzügig sein, aber man ist es gern, denn alles, was den Spielern fehlt, ist Erfahrung. Dafür haben sie Mut, Bühnenpräsenz und die Fähigkeit zu magischen Momenten. Und diese sind einen Besuch der Studiobühne allemal wert.
Sven Lange / 17.11.2000
Spielzeit: ca. 80 Minuten
Regie und Bühne: Bastiane Franke;
Kostüme: Thorsten Vaupel;
Licht: Stephan Schmidt, Lucie Lischke,
Ton: Steffen Eck;
Video: K.F. Baumgärtel, Helga Gorgs
mit: Frederike Bohr, Martin Burri, Katja Herrmann, Thomas Höhn, Lucie Lischke, Andreas Schmid;
Premiere am 15.11.2000, weitere Vorstellungen: 16.-19., 21.-25. Nov. 2000,
2.-8.Feb. 2001, 20 Uhr in der Studiobühne Köln, Universitätsstraße 16 a,
50923 Köln, telefonische Kartenvorbestellung: 0221-4704513
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