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Theaterpremiere: „Spiel“
am 06.06.03 im Studiotheater in Stuttgart
frei nach Samuel Beckett
Regie: Ursula Burkart
Akteure: Eva Wagner, Frank Rutloff, Christine Adler
Musik und Visualisierung: Ralf Amos & Ingo Wörner

© www.studiotheater.de
Der Eintakter Spiel von Samuel Beckett: drei Personen – zwei Frauen und ein Mann. Der Text und die Regieanweisungen sind vom Autor mathematisch genau vorgegeben: drei gleiche Urnen aus deren Öffnungen drei Köpfe ragen. Von Links oben nach rechts unten. Der Mann jedoch bleibt als Konstante immer in der Mitte, die Frauen jedoch wechseln ihre beiden Positionen einander aus.
Becketts Theater ist in erster Linie Spiel. Es will emotional wirken, aber hat keine Botschaften zu versenden.
Aus einer banalen Boulevardtheater-Situation (ein Mann geht fremd, die Ehefrau merkt es, er verlässt beide Frauen) entsteht eine zutiefst menschliche Tragödie. Durch den Ausbruch einer der Figuren aus dem Regelwerk des Spiels bleiben alle drei in Verwirrung zurück. Die Sehnsucht nach dem Erlöschen des Lebenslichtes und zugleich die Angst vor der Sinnlosigkeit des Lebens treibt zum nicht enden wollenden Nachdenken. Die Scheinwerfer zwingt die Menschen zum Erzählen und Meditieren.
THEATER-SENSE und die ist mit dieser Co-Produktion einen Schritt weitergegangen: Ihre drei Personen befinden sich in einem nicht definierten Raum. Sie werden vom Licht zum Sprechen aufgefordert. Gezielt? Beliebig? Nur wenn sie sprechen werden sie vom Zuschauer gesehen. Ich spreche also bin ich. Um sie herum nur ihre Worte. Selbst wenn sie sich umdrehen und versuchen auszubrechen.
Und dann erklingen am Ende des sich wiederholenden Themas alle drei Stimmen:
„Ich sagte zu ihm, Gib sie auf-„
„Eines Morgens, als ich im Zimmer-„
„Wir waren nicht lang zusammen-„
So wiederholt sich das Spiel. Die Figuren kreisen um dieselben Gedankegänge. Das Fegefeuer findet kein Ende. Was ist es, worüber sie nicht aufhören können, sich Gedanken zu machen? Die Aufführung spiegelt Becketts Persönlichkeit wider: Endzeit, Aussichtslosigkeit, Dekadenz, Pessimismus und die Überzeugung von der Absurdität der menschlichen Existenz.
Theater Sense ist ein freies Ensemble und setzt sich aus jungen Schauspielern, Theaterpädagogen und Regisseuren zusammen, mit dem Ziel, kreative und offene Plattformen zu erschaffen, bei dem es möglich ist, schnell auf die verschiedenen Eindrücke und Entwicklungen der Lebenswandlung zu reagieren.
Wir zollen diesem Engagement höchstem Respekt und freuen uns, in Zukunft mehr davon erleben zu dürfen. Und so enden wir diesen Artikel mit den folgenden Worten des Theaterstücks: „Ich weiß jetzt, all das war nichts anderes als... Spiel. Und all dies? Wann wird all dies –„
s.w. / 7. _Juni 2003
Termine:
jeweils um 20 Uhr
13. Juni 2003
14. Juni 2003
20. Juni 2003
21. Juni 2003
26. Juni 2003 (um 20.30 Uhr)
27. Juni 2003
28. Juni 2003
Eintritt: 11 € / 8€
Kontakt:
StudioTheater
www.studiotheater.de
Hohenheimerstr. 44
70184 Stuttgart
0711-24 60 93
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