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Uraufführung der Performance Skin “Vom individuellen zum unendlichen Raum, stets eine Ausdehnung des eigenen Körpers”
am 28.04.03 in der Akademie Schloss Solitude, Stuttgart
"SKIN", (C) Akademie Schloss Solitude 2003
“I lived in Paris, in Madrid, i lived in Buenos Aires, in Stockholm. I slept in Kairo, i slept in New York.... Do you wanna dance with me?” So durchzieht die international geprägte Performance der drei Stipendiaten der Akademie den Raum der Erinnerungen, Leidenschaften ihres Körpers und ihrer Leiden, der durch eine Membran aus Latex dargestellt wird. Diese Membran kann man beliebig ändern, indem jede Ecke mit Haltern ausgestattet ist. So entsteht ein Raum innerhalb des Raums, der es ermöglicht, sich weg von starren Mustern hin zu den Handlungen und Freiräumen des Subjektes zu begeben.
So verschmilzt der Körper mit dem Raum, der ihn umgibt und fordert vom Publikum dessen ganze Aufmerksamkeit.
"SKIN", (C) Akademie Schloss Solitude 2003
“Skin” ist eine theatralische Installation und Performance zugleich. In der Interaktion zwischen den Sprachen der Architektur und der Darstellenden Künste, loten Judith Augustinovic (as_architecture, Wien) und Luciano Suardi (Direktor, Argentinien) mit dem work-in-Progress “skin” den Raum aus und untersuchen dessen Wahrnehmung als subjektives Produkt menschlicher Bewegung. Auf Erinnerungsspuren und Rückblenden aufbauend, “bearbeiten” die Aufführenden mit der textilen Membran den Raum und kreieren dramatische Situationen (Anna Martin, Akademie Schloss Solitude).
"SKIN", (C) Akademie Schloss Solitude 2003
Die drei Künstler Maria Marta Colusi (Buenos Aires, Berlin), Dorothea Reinhold (Wien) und Galin Stove (Sofia) gehen auf Entdeckungsreise ihrer innersten Gefühle und Einstellungen, verzetteln sich in Liebesspiele, schwelgen in Ihren Träumen der Vergangenheit und durchforsten den Raum nach Einsichten. Dieser bleibt dabei frei gestaltbar, die Akteure biegen und wenden ihn nach Art ihres Begehrens.
"SKIN", (C) Akademie Schloss Solitude 2003
“It´s so dark here, isn´t it?” verkündet Galin Stoev und spricht damit aus, wessen die Menschen bedürfen: Mehr Licht in ihrem Leben. Der Raum begrenzt und befreit, nähert an und fordert Distanz, erlaubt zu verschmelzen und sich gefangen zu nehmen. Er kennt Ecken und Kanten. Es ist ein Spiel von Stille und theatralischem Gewahrsein. Ganz wie im wirklichen Leben. Und im Hintergrund nehmen Lichtspiele gedanklicher Personen ebenfalls ihren Platz ein, tanzen oder fliehen, je nach Standpunkt ihrer Ansichten.
"SKIN", (C) Akademie Schloss Solitude 2003
Und obwohl die drei intensive Gespräche über ihr Leben führen, ihren Raum dehnen und verdrehen: Am Ende dieses Kunstspiels ist der Raum leer, die Membran liegt am Boden und doch schweben noch die Erinnerungen in der Luft und beflügeln die Fantasie des Nachdenkens. Dies ist die Essenz und zugleich ein Aufruf, in sich zu gehen und andere teilhaben zu lassen: Es bleibt jeder für sich allein mit seinen Gedanken und Träumen, mit seinen Sehnsüchten und seinen Schmerzen, doch seinen eigenen Raum kann man kreieren wie man möchte, klein und groß, eckig und rund, gefangen oder frei!
"SKIN", (C) Akademie Schloss Solitude 2003
Nach der fantastisch anmutenden Performance dieser wundervollen Schauspieler wird zum persönlichen Eindruck in den Nebenraum eingeladen. Dort befindet sich die Installation “vanilla space”, in der man sich nach Belieben dieser Konstruktionen vieler Membranen bedienen darf, um loszulassen, einfach abzutauchen in eben Geschehenes und zu versuchen, den eigenen Raum von außen zu betrachten, ihn zu durchleuchten und für einen Augenblick eine andere Wahrnehmung einfließen zu lassen.
Installation “vanilla space”, (C) Akademie Schloss Solitude 2003
Das Projekt wurde dank der Unterstützung der Bundeskulturstiftung im Schloss Solitude ermöglicht und soll 2004 als Teil eines Theaterfestivals der Akademie im Ausland präsentiert werden.
s.w. - red / 28. April 2003
Wir danken der Akademie und den Stipendiaten, dieser Performance beiwohnen zu dürfen.
Für nähere Informationen zu den Künstlern und zum Programm kann man im Internet unter
www.akademie-solitude.de nachsehen oder den Postweg benutzen (Akademie Schloss Solitude, Stiftung des öffentlichen Rechts, Solitude 3, 70197 Stuttgart).
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