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Theater in der Basilika, Hamburg

Muxmäuschenstill

Schauspiel nach dem gleichnamigen Film von Jan Henrik Stahlberg für die Bühne eingerichtet von Nico Rabenald


Mit ausgestrecktem Zeigefinger und finsterem Blick deutet Mux, der Protagonist des Schauspielstücks „Muxmäuschenstill“, das vom 02.05.-05.05. und vom 22.05.-02.06 im Theater in der Basilika in Hamburg zu sehen ist, auf den Betrachter. „Ich will dich im Theater!“ prangt auf dem Plakat. Doch die Theaterinszenierung des gleichnamigen Films von Jan Henrik Stahlberg kann dem Original nicht das Wasser reichen.

In einer verwahrlosten Zeit wie dieser, in der die Unmoral mehr und mehr die Überhand gewinnt, nimmt ein Mann es mit der betrügerischen und verlogenen Masse von Schwarzfahrern, Dieben, Vergewaltigern und Mördern auf im Kampf um Recht und Ordnung.
Doch um den Verbrechern das Handwerk zu legen, greift Mux selbst paradoxerweise zu unsittlichen Methoden. Zum Beispiel überführt er eine Jurastudentin im Geschäft des Unterwäsche-Diebstahls und fordert sie auf, das Diebesgut vor seinen Augen in der Umkleidekabine auszuziehen und ihm auszuhändigen. Von Schwarzfahrern verlangt er Bußgeld für eine Tageskarte, obwohl er selbst nicht im Besitz einer eigenen ist.
Als Mux an einer Autobahnraststätte auf die aus ihrem Vorstadtviertel ausgerissene Anhalterin Kira trifft, glaubt er in ihr die reine Unschuld zu sehen und lädt sie ein, vorübergehend bei ihm zu wohnen. Er verliebt sich in sie und idealisiert sie für ihre Gutgläubigkeit und Naivität. Doch seine Illusion zerbricht, als er sieht, wie sie einen anderen Mann oral befriedigt.
Das Schauspielstück selbst greift einige Passagen des Films „Muxmäuschenstill“ von Marcus Mittermeier wortwörtlich auf. Doch während Gerd, Mux’ rechte Hand im Kampf um die Moral, der Filmperson nahezu identisch ist, fallen Mux und Kira komplett aus dem Rahmen. So tritt Kira als völlig überdrehte Anhalterin im pinkfarbenen Minirock auf, die es sich auf dem Sofa mit weit gespreizten Beinen bequem macht und eher ahnungslos als unschuldig wirkt.
Mux gleicht mit seinem strengen Seitenscheitel, seiner allzu verbitterten Art und undeutlichen Aussprache beim Schreien einem SS-Offizier und nicht einem Möchtegern-Weltverbesserer und Moralapostel. Einzelne Passagen sind, zumindest für Besucher, die den Film noch nicht kennen, unverständlich, da der Zusammenhang teilweise nicht genügend erklärt wird. Undeutlich bleibt zum Beispiel die Szene, die von der Expansion von Mux’ Firma handelt. Videosequenzen sollen das Schauspiel ergänzen, tragen jedoch nur dazu bei, es mit dem Originalfilm zu vergleichen - ein Vergleich, der auf Kosten der Theaterinszenierung geht.


Wencke Nottmeyer, 10. Mai 2007
ID 3200
Muxmäuschenstill
Schauspiel nach dem gleichnamigen Film von Jan Henrik Stahlberg für die Bühne eingerichtet von Nico Rabenald

Regie: Hans Schernthaner

Premiere 02.Mai 2007

Weitere Infos siehe auch: http://www.theater-basilika.de/mauschen.php





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