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Feuilleton


14. Februar 2010, Philharmonie Berlin

MONTSERRAT CABALLÉ



Montserrat Caballé - wie sie leibt und lebt!



Montserrat Caballé zieht sich - anlässlich ihrer schon 50jährigen Präsenz in Deutschland - kurz mal ihre viel zu engen Schuhe aus, entspannt sich sichtlich, legt dann (in den Zugaben zu ihrem Jubiläums-Liederabend in Berlin) noch mal so richtig los... und bringt die Zuschauer zum Toben!


[Ihre Jubiläums-Vorgeschichte ginge etwa so: Roberta Semon, eine Freundin und Kollegin aus der frühen Basler Zeit, erwartete ein Kind. Es war ihr dritter Sohn, und eigentlich sollte er gar nicht kommen. Als er schließlich doch dann kam, bemerkte sie zu ihrer Freundin und Kollegin M. C. aus der frühen Basler Zeit, die sie nach ihrer Drittgeburt in Texas, in Amerika, besuchte: "Schau, sieht er nicht wie ein Affe aus, so haarig wie er ist?" - M. C. darauf: "Er wird der schönste deiner Söhne, glaube mir." - Roberta Semon daraufhin: "Die Söhne rauben mir die Kraft für die Karriere." - M. C. da: "Aber du bist viel viel besser noch als ich." - Roberta Semon schließlich: "Ja, wers glaubt, wird selig." /// Edward John aus Düsseldorf erzählte mir diese Geschichte seiner vorkindlichen Tage - - ja, in etwa so; falls ich mich recht auf sie besinne.]

*

Meike Konrad ist die Webmasterin der Caballé - daher nennt sich die URL auch http://www.caballe.de. Und wenn man hierauf geht, also auf diese Website, dann eröffnet sich dem Schauer ein sehr hausfrauartiges Design aus Rote-Rosen-Teppich mit rechts hingesetzten gelben und orangen Auftritte-Tabellen; links, mit Röschen-Rot-Buketts um-/unterziert, die "Inhaltsleiste"; in der Mitte abrufbare Videoclips; und irgendwo dazwischen dann der Hinweis von der Meike Konrad:

"Sehr geehrte Caballe-Fans, auch ich bin 'nur' Fan und habe lediglich die Erlaubnis, diese Seite unter diesem Namen zu betreiben. Autogrammwünsche oder Kartenwünsche kann ich leider nicht erfüllen. Ich verweise an dieser Stelle an die offizielle Homepage von Montserrat Caballe:
http://www.montserrat-caballe.de
Ich bitte um Ihr Verständnis."

Aber klickt man dann den Link der offiziellen Homepage an, kommt nix, zumindestens bei Google Chrome nix, denn da steht nur:

"ZUGRIFF NICHT ERLAUBT
Die angeforderte Seite darf nicht angezeigt werden."

Was ist da los?

Oder ist die offizielle Homepage gar noch schlimmer als die nicht so offizielle??

Sind hier finstre Mächte gar im Spiel???

Auf jeden Fall, unter den Info's lesen wir auf http://www.caballe.de: "Die Sopranistin Montserrat Caballé wurde am 12. April 1933 in Barcelona geboren. Mit 13 Jahren ging sie ans Konservatorium in Barcelona, wo sie Gesangsunterricht erhielt. 1954 verließ sie das Konservatorium und debütierte in Reus. Es folgten Stationen in Basel, Bremen, Mexico City und Barcelona. Große Erfolge feierte sie an der Wiener Staatsoper und der Mailänder Scala. 1965 nahm sie ein Engagement der Metropolitan Opera in New York an und gastierte in den Folgejahren an nahezu allen bedeutenden Opernhäusern: 1969 an der Mailänder Scala, ab 1971 an der Hamburger Staatsoper und 1972 am Londoner Covent Garden. Caballés Repertoire reicht von den Belcantopartien Bellinis, Donizettis und Rossinis bis zu den Opern Mozarts, Verdis und Puccinis. Aber auch außerhalb der ernsten Musik schuf sie sich in den vergangenen Jahren einen Namen: 1987 brachte sie gemeinsam mit Freddie Mercury ein Album mit Duetten heraus, 1992 eröffneten die beiden musikalisch die Olympischen Spiele in Barcelona. Seit den 90er Jahren gibt sie auch zahlreiche Open-Air-Konzerte, einige davon mit ihrer Tochter, der Sopranistin Montserrat Marti."




Montserrat Caballé in einer ihrer früheren großen Aufritte

**



Man ahnt natürlich diesen Abend, dass die Caballé mal richtig singen konnte. Auch die Salome oder Isolde hätte sie wohl irgend mal gebracht. Die Höhen hat sie noch. Die "meistert" sie in einem merkwürdigen und für sie fast unverwechselbaren Hochgeschleife; manchmal lediglich mit Hilfe eines Pfiffs. Ansonsten - rein vom Hören her - Alles so ziemlich an der Schmerzgrenze gelegen. Und es knattert und es knarzt; aber man hatte sich bereits nach zehn Minuten (oder kürzer) dran gewöhnt gehabt, ja und es störte nicht/nicht mehr...

Es ist das Menschliche an sich, es ist ihre so urwüchsige Frohnatur, es ist ihr eigentliches Hochtalent zur Massenunterhaltung, was an diesem Abend derart von ihr ausgeht und "die Massen" fasziniert:

Als sie sich bei dem Pianisten Manuel Burgueras einhakte und mit ihm auf das Podium der Berliner Philharmonie, mit schwerstem Gang, gekommen war, da ahnte man schon, dass sie Höllenschmerzen in den Beinen haben musste. Und der erste Teil ihres über 2 Stunden dauernden Programms - das sah man ihr schon an - verlief dann schon unter sehr großen Qualen; ihren Szenenbeifall nahm sie auch dann nur, sehr leicht gebeugten Kopfes, wahr; sie blickte überhaupt nicht in den Saal, fast null Kontakt zum Publikum.

Dann - nach Vollendung aller Offizialität (Arien und Lieder von 12 Komponisten!) - platzte ihr der Kragen und... sie zog sich einfach ihre viel zu engen Schuhe aus, erklärte kurz den Leuten, dass sie Irrsinnsschmerzen in den Knieen hätte, weil sie durch die Hin-Her-Fliegerei zu lange sitzen musste usw. usf.; und wie sie das getan hatte, ging es ihr plötzlich wieder gut. Und der Direktkontakt "zur Masse" war von jetzt auf gleich dann hergestellt. Vier oder fünf neckische Zugaben brachten die Leute völlig außer Rand und Band. Die Entertainerin zog ihren Mega-Joker!

Anrührendes Echterlebnis.


Andre Sokolowski - red / 15. Februar 2010
ID 00000004559
www.andre-sokolowski.de



50 Jahre Bühnenpräsenz von Montserrat Caballé
(14.02.2010, Philharmonie Berlin)
Arien und Lieder von Vivaldi, Donizetti, Bellini, Rossini, Catalani, Nicolai, Leonavallo, Turina, Bellido, Caballero, Serrano und Lorente
Montserrat Caballé Sopran
Manuel Burgueras Klavier

Weitere Infos siehe auch: http://www.caballe.de





 
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