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Oper Bonn


Gaetano Donizetti: Lucia di Lammermoor

Szenenfoto (C) http://www.theater-bonn.de



Lucia di Lammermoors Schicksal spielt sich im Theater Bonn auf einer offenen Bühne ab, auf der Schnee liegt. Sie ist umschlossen von hohen Wänden, in denen es unten schmale Aussparungen gibt und oben schießschartenähnliche Fenster – ein Außen - und zugleich ein Außenraum. Die Aufgänge finden von den Seiten statt, erst nachdem Lucia ihren Bräutigam erstochen hat, gönnt Silvio Pucarate, Regisseur der Neuinzenierung von „Lucia di Lammermoor“ an der Bonner Oper, ihr einen effektvollen Auftritt durch die Bühnenmitte, wofür sich in der Bühnenbildrückwand eine große Flügeltür öffnet.


Szenenfoto (C) http://www.theater-bonn.de


Die Kostüme von Renate Schmitzer sind zum Teil wunderlich: die Vertraute von Lucia trägt ein sehr kurzes Krankenschwesterkostüm. Lucias Bruder zieht seine Reitstiefel auch zur Anzugsjacke auf der Hochzeit seiner Schwester an, auf der der Bräutigam mit einem eher barock anmutenden Herrscherkostüm aufwartet. Eduardo ist eher leger mit Lederhose, Strickpullover und langem Mantel gekleidet, unter dem er erstaunlicherweise ein Schwert hervorzieht, was so gar nicht zum restlichen Auftreten passt. Insgesamt sieht er eher aus, als wolle er gleich in „La Bohemé“ einspringen. Er übernimmt in Pucaretes Inszenierung die Donna-Elvira-Rolle und ist im ersten Teil die ganze Zeit mit Koffern unterwegs. Sehr gelungen und witzig sind die Kostüme des Chors – wie die Chorführung insgesamt ein Highlight des Abends ist. Der gesamte Chor trägt graue, schlecht sitzende Anzüge, Halbglatze, Hut und Stock.


Szenenfoto (C) http://www.theater-bonn.de


Silvio Purcarete inszeniert „Lucia di Lammermoor“ recht konventionell, das tut niemandem wirklich weh und ist gute Unterhaltung. Die Inszenierung wartet im Verlauf des Abends mit einigen schönen Bildern auf. Allerdings schleichen sich ein, zwei unlogische Momente ein: Woher weiß Edgardo beispielsweise, wo Lucia in der Szene zuvor ihren (überdimensionalen) Dolch fallengelassen hat, als er nach einer Waffe sucht, um sich das Leben zu nehmen?
Doch jede Inszenierung von „Lucia di Lammermoor“ steht und fällt mit der Darstellung - und Sangeskraft der Lucia-Darstellerin. Und die Bonner Aufführung kann da durchaus punkten. Petya Ivanova, bei der besuchten Vorstellung die Sängerin der Lucia, wusste trotz ihrer kleinen Körperstatur zu überzeugen, ihre große Szene, nachdem sie ihren Bräutigam umgebracht hatte, begeisterte das Publikum.



Karoline Bendig - red/ 23. Mai 2007
ID 3239
Gaetano Donizetti
Lucia di Lammermoor
Dramma tragico in zwei Teilen
Libretto von Salvatore Cammarano
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung: Erich Wächter
Inszenierung: Silviu Purcarete
Bühne: Helmut Stürmer
Kostüme: Renate Schmitzer
Choreinstudierung: Sibylle Wagner

Enrico Ashton: Aris Argiris (am Abend der besuchten Vorstellung) / Mark Morouse
Lucia: Sigrún Pálmadóttir / Petya Ivanova (am Abend der besuchten Vorstellung)
Sir Edgardo di Ravenswood: Bülent Külekçi
Lord Arturo Bucklaw: Alexey Kudria
Raimondo: Andrej Telegin / Martin Tzonev (am Abend der besuchten Vorstellung)
Alisa, Lucias Vertraute: Anjara I. Bartz
Normanno: Hans Müller / Georg Zingerle (am Abend der besuchten Vorstellung)

Premiere am 18.03.2007

Weitere Termine: 27.05.2007 und 01.06.2007

Weitere Infos siehe auch: http://www.theater-bonn.de/index_1024.php?hd_id=5





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