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KULTUR AM RANDE
"Spinnen - Am Faden entlang"


Foto: b.w.-red


KULTUR AM RANDE e.V.


Neckarstrasse 5
73734 Esslingen
Tel. und Fax 0711 - 38 51 57



Spinnen - Am Faden entlang


Theaterstück in 8 Bildern



Wie thematisiert man menschliche Abhängigkeiten, wage soziale Gefüge und die befürchtete Sackgasse der Alltagsrealität, die einen - trotz aller Hoffnungen, noch zu Beginn einer Existenz - einzuholen vermag?

Mit dieser Thematik - ganz in Kürze zusammengefasst - beschäftigt sich das Stück: "Spinnen - Am Faden entlang", das am Freitag, den 23. Juni zur Premiere kam.

Die Umsetzung, die ohne Dialoge allein in szenischen Bildern mit Tanz und vorgelesenem Text stattfand, beeindruckt allem voran durch das Gefühl von Echtheit, das nur selten auf einer Bühne so erlebt werden kann.

Dies in Worten wiedergeben zu müssen, scheitert an der Unmöglichkeit Erleben zu vermitteln. So bleibt der beschriebene Eindruck nur oberflächlich und das Bildmaterial unzureichend.

Es geht um das Leben, das kleine Stück eines Lebensfadens, den Ne-daf. Und es geht um jeden und jeden einzelnen, um die Nen-nips.

Die Idee des Stückes stammt von der Berliner Künstlerin Jutta Barth, mit Texten von Rainer Wochele. Werner Bolzhauser setzte sie mit seiner Theatergruppe um. Die szenischen Bilder greifen dabei auf universelle Mythologien zurück:

Am Anfang war das Wort und das war Gesang. Die Zeit setzt ein mit den Spinnerinnen des Lebensfadens, seien es die Moiren oder Nornen, als Metapher für die Bedingtheit eines Schicksals. Dann das Leben selbst, vorgelesen als ein Patchwork von Eindrücken und Alltäglichkeiten. Und spielerisch umgesetzt beginnend mit dem frühen fast paradiesischen Zustand über das Abhängigkeiten und Engen schaffende Netz sozialer Gefüge. Ob das Gewebte nun hält oder zerreist, am Ende folgt der Tod.


Fotos: b.w. - red
Foto: b.w. - red


Die überzeugende mit simplen mitteln geschaffene Darstellung, unter der choreographischen Anleitung von Adrian Vega Marines gehört sicherlich zu den bislang experimentellsten und gleichzeitig professionellsten Stücken der Esslinger Theatergruppe. Die Aufführung ist mit Sicherheit einen Besuch wert - nicht zuletzt auch wegen der hauseigenen Band, die an diesem Abend ebenfalls eine Premiere hatte.

s.p. - red

Foto: b.w. - red
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