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Columbia Club, Berlin

Gabba Gabba Hey – Das Ramones Musical

Michael Herrmann/Jörg Buttgereit

Musical und Punkrock, geht das zusammen? Steht das Musical nicht paradigmatisch für die bürgerliche Kultur, von der sich Punk gerade unterscheiden und verabschieden wollte? Steht das Musical nicht stark unter "Kommerzverdacht"? Oder treffen sich da die richtigen, weil Punk schließlich auch kommerziell geworden ist und in den Top Ten der Musikcharts mitspielt. Oder, halt, ist es überhaupt Punk, wenn es in den Charts ist? An dieser Stelle mag uns einfallen, dass Punk von Anfang an eine kommerzielle Grundidee hatte und die Vorzeigeband Sex Pistols eine gecastete Boyband mit von Modedesignern entworfenem Schocklook war. Darüber aber sprechen wir beim Bier nach der Show. Und hier geht es ja um die Ramones und die sind sowieso über jeden Zweifel erhaben. Sie haben den einen geilen Song geschrieben, den sie dann jahrelang und auf mehreren Platten variiert haben und dessen schönster Schlachtruf "Hey Ho Let's Go!" war. Sie haben wie Rock'n'Roller gelebt und sie sind wie ebensolche gestorben und haben sich damit einen ewigen Platz im Rockhimmel verdient. Aber haben sie es verdient, in einem Musical verwurstet zu werden?


Judy, Doug und Sheena | Fotos: DuBose


Grundlage einer dünnen Geschichte sind Ramones Songs. Der drogensüchtiger Doug fliegt von der Schule, hat Krach mit den Säufer-Eltern und seine Punkrockfreundin Sheena verlässt ihn zugunsten des Quaterbacks Brad. Als er ganz unten in der Gosse liegt, erscheint der schwarze Engel Johnny Thunders und redet ihm ins Gewissen. Na und dann wird wahrscheinlich alles gut, jedenfalls ist das Stück dann aus. Das Publikum verlangt mit "Hey Ho Let's Go" - Rufen noch die obligatorische Zugabe "Blitzkrieg Bop" und bekommt sie auch.


Forgotten Idols | Fotos: DuBose


Die Band, (Forgotten Idols), die ein anständiges Ramones feeling produziert, darf dann auch noch einen eigenen Song zum Besten geben, überhaupt kommt bei den Zugaben endlich das gute alte Konzertgefühl auf. Vielleicht hätte man sich die paar Dialoge zwischen den Songs sparen und einfach ein Ramones-Cover-Konzert spielen sollen?
Die Akteure auf der Bühne machen das Beste draus, mitunter gelingt sogar eine selbstironische Ebene, auf der sich Klischee-Punk und Klischee-Musical treffen. So hätte das Stück abheben können. Auf der anderen Seite aber dann doch bemühtes und ganz unnötiges Dekorationstheater. Positiv auffallend: mit gutem Gespür für Pointen: Tim Eberts als Brad, mit großer Präsenz auch in kleiner Rolle: Stefanie Heller als Freundin Judy, Ralf Zacher in all seinen Rollen.
Der Sound erinnert an die Gigs von früher. Das mag gewollt authentisch sein, tut aber mitunter ein bisschen weh. Die ganze Veranstaltung ist irgendwie harmlos, theatralisch lächerlich, musikalisch nostalgisch. Und trotzdem hats viel Spaß gemacht.


Sven Lange - red. / 16. Mai 2005
ID 1891

Weitere Infos siehe auch: www.gabbagabbahey.info






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