Filme, Kino & TV
Kunst, Fotografie & Neue Medien
Literatur
Musik
Theater
 
Redaktion, Impressum, Kontakt
Spenden, Spendenaufruf
Mediadaten, Werbung
 
Kulturtermine
 

Bitte spenden Sie!

Unsere Anthologie:
nachDRUCK # 6

KULTURA-EXTRA durchsuchen...



Feuilleton


3. November, St. Pauli Theater Hamburg

Endstation Sehnsucht

Tennessee Williams

Ben Becker, der zuletzt nicht als Schauspieler sondern als Drogenkonsument Schlagzeilen machte, ist eine sehr gute Besetzung für den Stanley Kowalski in Tennessee Williams' Klassiker "Endstation Sehnsucht". Mit ihm wirbt das St. Pauli Theater. Dabei ist die interessanteste und eigentliche Hauptfigur des Stücks die Blanche, hier gespielt von Emanuela von Frankenberg. Die beiden Schauspieler tragen mittels ihrer persönlichen und professionellen Präsenz den Abend. Auch die Kollegen mühen sich redlich, dem Muttersöhnchen Mitch (Martin Rentzsch) gelingt der eine oder andere berührende Moment und die Nebenfiguren glänzen vor allem in den Blues-Schnipselchen zwischen den Szenen (Uwagboe Agidigbi-Rydl, Heide Grübl). Aber es reichte nicht aus, diesen Abend über ein gefälliges Normalniveau zu heben.




Dabei wäre sehr viel mehr möglich gewesen: An den Schauspielern schien es nicht gelegen zu haben, dass der Abend so eindimensional und mitunter geradezu zäh daherkommt. Aber die Beziehungen zwischen den Figuren sind so wenig hinterfragt wie erforscht. Der Text wird Eins zu Eins vom Blatt gespielt, nachgerade nur illustriert. Wilfried Minks, ein erfahrener und an vielen deutschen Theatern mit gelungenen Arbeiten bekannter Regisseur scheint hier keine Lust gehabt zu haben, dem Stück die interessanten Zwischentöne zu entlocken; oder hat er geglaubt, dem Publikum des St. Pauli Theaters reicht ein in seiner Körperlichkeit dampfender Ben Becker als Attraktion? Wir wissen es nicht, sehen aber einen Theaterabend mit offensichtlich uninspirierter Regiearbeit.

Im zweiten Teil nach der Pause ziehen Tempo und Intensität dann an. Das ist dem Stück zu verdanken, das handwerklich geschickt auf die Höhepunkte zuarbeitet. Hier können auch die Schauspieler punkten. Ben Becker entfaltet sich mit Wucht und Emanuela von Frankenberg zelebriert glaubwürdig den Absturz in den Wahnsinn. So wird das Publikum am Ende mit dem Abend versöhnt. Viel Applaus trotz aller Schwächen.


Sven Lange - red / 4.November 2007
ID 00000003511
Endstation Sehnsucht
von Tennessee Williams
Regie und Bühne: Wilfried Minks
Kostüme: Ina Peichl
Mit: Ben Becker, Emanuela von Frankenberg, Johanna Christine Gehlen, Brigitte Janner, Martin Rentzsch (4., 7., 9. - 11., 15., 17., 22.-24.11.)/Stephan Benson 6., 8.,13., 14., 16., 18., 21. u. 25.11.), Uwagboe Agidigbi-Rydl, Heide Grübl, Dietrich Kuhlbrodt, Felix Poulheim, Rossen Prangov-Rossi.

Weiter Vorstellungen:
4. – 25. November 2007,
tägl. außer 5. , 12., 19. u. 20. November,
täglich jeweils 20.00 Uhr
sonntags jeweils 19.00 Uhr
Am 25. November 2005 um 13.00 Uhr

St. Pauli Theater
Spielbudenplatz 29 - 30
20359 Hamburg

Weitere Infos siehe auch: http://www.st-pauli-theater.de





  Anzeigen:











THEATER Inhalt:

Kulturtermine
TERMINE EINTRAGEN

Kurzmeldungen

ARCHIV
Bühne

CASTORFOPERN

FREIE SZENE

INTERVIEWS

PREMIERENKRITIKEN

ROSINENPICKEN
Glossen von Andre Sokolowski

URAUFFÜHRUNGEN


Bewertungsmaßstäbe:


= nicht zu toppen


= schon gut


= geht so


= na ja


= katastrophal



Home     Impressum     Autorenverzeichnis     FILM     KUNST     LITERATUR     MUSIK     THEATER     Archiv     Termine

Rechtshinweis
Für alle von dieser Homepage auf andere Internetseiten gesetzten Links gilt, dass wir keinerlei Einfluss auf deren Gestaltung und Inhalte haben!!

© 1999-2017 KULTURA-EXTRA (Alle Beiträge unterliegen dem Copyright der jeweiligen Autoren, Künstler und Institutionen. Widerrechtliche Weiterverbreitung ist strafbar!)

Webdesign und -programmierung by Susanne Parth, bplanprojekt | www.bplanprojekt.de