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Ab 24. Februar im Thalia Theater in Hamburg

"Maria Stuart"


Theaterbesprechung

Das Schauspiel beginnt, indem sich in der Mitte eines Vorhangs kleine Zellen zu teilen beginnen und schließlich die gesamte Fläche von schwarz wimmelnden Zellen übersät ist. Dahinter sitzt der Krebs, von dem die Königin Englands befallen ist und der sich psychisch immer weiter in ihr ausbreitet: Maria Stuart, die Königin von Schottland, im dunkelgrauen Rock, hellgrauen T-Shirt und Sandalen, gefesselt auf einem Stuhl, der an einen elektrischen erinnert.

Alle anderen Darsteller treten vorwiegend in schwarzgrauen Anzügen auf und schlüpfen so von ihrer ursprünglichen Rolle als Adlige in die von zerstrittenen Politikern bzw. Geschäftsleuten. So auch die Königin von England, deren rot flammendes Haar ihr weißes Gesicht aschfahl und eiskalt erscheinen lässt. Sie sieht ihre Machtposition durch Maria Stuart gefährdet. Diese ist als Vertriebene nach England gekommen, wo sie Schutz suchte, da man sie in Schottland des Mordes an ihrem Ehegatten bezichtigt. Doch die protestantische Elisabeth I. lässt ihre katholische Kusine Maria für 18 Jahre einsperren. Die Angst vor der Macht der katholischen Kirche und den möglicherweise auftretenden und berechtigten Thronansprüchen der Königin von Schottland wiegt schwerer. Seitdem wartet die Stuart auf ihr Todesurteil.

Die Kulisse aus weißem Beton und silbernen Stahlstangen, entworfen von Katja Haß, spiegelt Kälte und Ausweglosigkeit wider. Kahle, schmucklose Wände, die sich durch alle Räume der Drehbühne ziehen, zeigen auf, dass der Prozess um Lady Maria auch ohne die Anwesenheit dieser allgegenwärtig ist. So gleicht auch das Schlafgemach der Königin von England mehr einer Gefängniszelle als einer königlichen Suite. Und eine Gefangene ist sie in vielerlei Hinsicht: Die Pflichten, die die Krone Englands mit sich bringt, sind erdrückend, und ihre Eifersucht gegen Maria Stuart frisst sie innerlich auf.

Das Hin und Her um das Leben der Königin von Schottland ist erschöpfend, alle Parteien ersehnen sich ein Ende der Diskussion und eine schnelle Entscheidung von Elisabeth I. Dabei sitzen Lord Leicester, der Baron von Burleigh und der Graf von Shrewsbury, später auch Mortimer, wie Parlamentarier an einem Konferenztisch und versuchen, die Königin von England von ihrer Meinung zu überzeugen, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Schließlich fällt Elisabeth I., vor Wahnsinn tobend, das tödliche Urteil. Zum Schluss sitzt sie frierend und von allen verlassen auf ihrem Bett – gefangener als je zuvor.

Unter der Regie von Stephan Kimmig entstand eine krimiartige und fesselnde Inszenierung des Dramas „Maria Stuart“ von Friedrich von Schiller. Das zweistündige Stück ist seit dem 24. Februar im Thalia Theater in Hamburg zu sehen.



Wencke Nottmeyer - red. / 20. März 2007
ID 3080

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