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Event

5th Beatbox Battle World Championships Ein professioneller Spielplatz für Vokal Artisten




14.30 Uhr Astra Kulturhaus Berlin: Die Schlange ist groß, und überall um einen herum wird gebeatboxt – viele junge Leute aus aller Welt, die voller Anspannung auf die Stars der Szene warten.
2 Minuten Beatbox Elimination Round für die Solo-Kategorie Men; es treten über 90 Artists aus aller Welt gegeneinander an.

„3-2-1 Beatbox“, schreit die Crowd, und die Zeit beginnt. Nacheinander geben die Artists ihre Beatbox-Routine zum Besten und überraschen immer wieder mit speziellen Sounds & Pattern, Schnelligkeit und Musikalität und das gleichzeitige Klingen mehrerer Sounds. Zwischen den „Newcomern“ performen immer wieder die Großen der Szene.

Der Franzose Alem, der Weltmeister in der Solo und Tag Team Kategorie der letzten WM, überzeugt wiedermal mit einer unglaublichen Schnelligkeit der Beats und Pattern wie kein anderer.
Gene, ein Beatboxer von den Teilnehmern mit Spiderhorse in der Tag-Team-Kategorie, überzeugt mit unglaublicher Musikalität. Er singt Melodien unglaublich sauber und in unterschiedlichen Stimmlagen – der Bobby McFerrin der Beatbox-Szene. Der Franzose Wawad überzeugt ebenfalls mit Musikalität in Kombination mit Pattern, die für das ungeübte Ohr nicht gleichzeitig erklingen können. Der Amerikaner NaPoM ist einzigartig vor allem durch sein großartigen Basssound, der Lips Roll. Alexinho, der den Weltmeister-Titel schließlich holt, zeichnet sich aus durch seine großartige Varietät und Vielfalt der Sounds – einfach brillant. Der Russe Pash, der auch zusammen mit seinem Bruder in der Tag-Team-Kategorie teilnimmt, ist einmalig in seinen speziellen und extrem hohen Sounds.

Immer wieder rennen die Zuschauer von Außenareal zur Stage, rufen den Namen eines Beatboxers, und eine ganze Masse setzt sich in Bewegung. Im Außenareal wird per Leinwand die Bühne gefilmt, es gibt Essen und Getränke – das ist auch dringend notwendig bei einem Event, dass 15 Uhr beginnt und 2:30 Uhr erst beendet ist. In den Pausen gibt es auf der Leinwand Interviews.
Nach fast 5 Stunden Man-Elimination kommt neuer Wind mit der Crew Elemination, und es ist überraschend, was hier geboten wird.
Von 3 bis 5 Crew-Mitgliedern kommen hier interessante Konstellationen zustande. Man kann sich das Ganze vorstellen wie eine A-Capella-Band, nur Beatbox-lastiger. Die eine Crew macht mehr elektronisch imitierte Musik mit viel Drums / Mouth-Percussion, Bass und eventuell Melodien, und wiederum andere covern Pop-Songs und arbeiten mehr mit harmonischen Elementen. Es ist eine gelungene Abwechslung zum Solo-Beatbox, der für den Laien mittweilen etwas eintönig erscheint.

Hier kristallisiert sich die Crew Berywam und Beatbox House heraus.

Berywam aus Frankreich, die schon sehr erfolgreich Musik machen, sind für mich eine neue Art der A-Capella-Musik, da sie viel mit Harmonien arbeiten und trotzdem durch ihren Beatbox mehr Mouth-Percussion in die Musik bringen. Beim Beatbox House aus Amerika ist mehr Beatbox in der Performance, und sie gehen eher in Richtung Trap, Hip-Hop.

Auch die Tag-Team-Elemination war alles andere als eintönig. Hier zeigte sich ebenfalls Abwechslung bei den 2-köpfigen Teams. Die Zuschauer waren begeistert, tanzten, grölten, jubelten. Hier sind auch wieder Kombinationen aus den Top16-Beatboxern, die gemeinsam performen und großartige Beats produzieren.
Besonders herausgefallen ist hierbei Spiderhorse, die das Beatbox-Muster aufgebrochen und auch zweistimmig Parts emotional gesungen haben.

Im Anschluss war die Woman-Solo-Elimination, die überraschend powervoll und trotz der natürlich hohen Stimme „basslastig“ war.
Dabei muss man allgemein sagen, dass das ganze Event von Sound wie in einer Diskothek war. Powervoll und auch sehr basslastig. Natürlich wenden Beatboxer eine spezielle Mikrophon-Technik an. Sie umschließen das Mikro fast vollständig mit der Hand, sodass der Sound schärfer, bassiger und mehr Power hat.

Die letzte Kategorie des Abends war die Loopstation-Elemination ein Highlight der WM. Loopstation ist erst seit ein paar Jahren populär, allgemein und auch in der Beatbox-Szene. Seit es die BOSS RC-505 gibt, finden Loopstation Battles statt. Diese WM hatte zum 1.Mal die Loopstation-Kategorie im Programm.

Die Gewinner der Länder waren dort vertreten, Stars, die auch außerhalb der Beatbox Szene auf Festivals spielen, Konzerte geben – allein mit der Loopstation und ihrem Mund. Der Saal ist rappelvolll, alle warten gespannt – einzig nervig ist, dass jeder Loop-Artist mit seiner Loopstation einen extra Soundcheck machen muss, bevor es los geht.

3 Minuten Zeit für jeden Artist seinen Song zu präsentieren und abzuliefern. Tolle Künstler, tolle Musik, und alle Zuschauer waren staunend am Tanzen. Die Loop Artists begeistern nicht nur mit cleanen Loops, sondern auch durch tanzbare Musik.

Neben mir stehen 2 eher „untypische“ Beatbox-Fans, die mir erzählen, dass sie nur wegen der Loopstation-Battles gekommen seien und die Musik einfach großartig sei!

Die Menge tanzt, ein Moshpit entsteht vorne in der Crowd. Man ist schon traurig, dass nach 3 Minuten die Musik schonwieder vorbei ist.

Der französische Looper Saro begeistern mit seiner großartigen Tanzmusik und ist auch vor der Weltmeisterschaft schon der heimliche Favoriten. Der Russe Inkie überzeugt durch spezielles Sounddesign, neue Art von Sounds und Dark-Style. NME aus Italien zeichnet sich aus durch seine Musikalität und Harmonie. Jeder der Looper hat seine Spezialität und glänzt mit seiner Performance, sodass es für die Jury schwer ist Entscheidungen zu treffen.

Die Jury besteht im Übriges aus (ehemaligen) Größen der Szene, die sich mit verschiedenen Titel rühmen können.

Selbst die Moderation und die Veranstalter sind (ehemalige) Beatboxer – ein Herzensprojekt.

Hauptsächlich moderiert wurde die Veranstaltung von Scott Jackson aus Canada und MC Trix aus England. Bee Low, der Veranstalter der WM zusammen mit DJ Mesias aus Deutschland, begründete die Deutsche Beatbox-Szene mit und erschuf eine großartige 5. Weltmeisterschaft im Beatbox.

Mehr als 200 Künstler aus mehr als 40 Ländern haben teilgenommen, und besonders begeistert war ich von den Künstlern, die in mehreren Kategorien angetreten sind und sich in ihrem Komplettpaket präsentiert haben, nicht nur solistisch, sondern auch in Teams abliefern können.

Insgesamt war es ein spannender Tag und eine besondere Erfahrung in die Beatbox-Szene einzutauchen und zu staunen, was als alleinige Person alles möglich ist, wie weit Beatbox reichen kann. Beatbox ist nicht nur „P-T-K“ und „Dum ze ka ze“, sondern auch eine Art von Musik und Komposition.
Elmar Kühn - 24. August 2018
ID 10868
Weitere Infos siehe auch: https://www.astra-berlin.de/events/2018-08-03-5--beatbox-battle-world-championship--1



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