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Feuilleton


Sommerfestival in der Kölner Philharmonie

Tanguera – Das Tangomusical

vom 30. Juli bis 10. August 2008

in der Kölner Philharmonie

„Provokation für die einen, ist der Tango für die Anderen eine Offenbarung“, erklärt der Schirmherr des Musicals Daniel Barenboim. „Er erzählt Geschichten. Wohl nirgends ist die Liebe so kompromisslos wie in diesem Tanz. Nirgends ist die Tragik so schön, wie in dieser Musik. Vielleicht fühlen und lieben wir am Tango das, was wir nicht immer leben können.“


(C) Manuel Navarro de la Fuente


In „Tanguera“ wird das erste Mal eine abendfüllende solche „Geschichte erzählt“. Giselle (Gabriela Amalfitani) , eine junge Französin, kommt Anfang 1900 mit der ersten europäischen Einwanderungswelle im argentinischen Buenos Aires an. Noch ist sie ein untadeliges Mädchen, das aber durch die finanzielle Not und das falsche Heiratsversprechen des Zuhälters Gaudencio (Oscar Martínez Pey) in die Prostitution gerät. Sie lässt sich aber nicht unterkriegen und nutzt ihr Tanztalent dazu, im Nachtclub ein großer Tango-Star zu werden. Einzig der Tango verleiht ihrem Leben in der Halb- und Unterwelt einen Sinn und einen Rest von Würde. Lorenzo (Estéban Domenicini), ein einfacher Hafenarbeiter, der sich schon bei ihrer Ankunft in sie verliebt hat, will sie aus den Fängen Gaudencios befreien. Die einzige Möglichkeit für ihn, Giselle nahe zu sein, ist der Tango. Lorenzo wächst über sich hinaus und entwickelt sich zum Meister im Tangotanzen und - im Messerkampf. Die Tragödie um Liebe, Macht und Eifersucht nimmt ihren Lauf.


(C) Manuel Navarro de la Fuente


Die stimmgewaltige Sängerin Marianelli kommentiert in ihren Liedern das Bühnengeschehen. Es geht um Liebe, Leid, Leidenschaft, Unterdrückung und den Willen zur Selbstbestimmung. Das Musical hat am Ende sogar eine Botschaft. Bei allem, was uns widerfährt, geht es darum „hier zu leben“, letztlich also das Beste zu machen, auch wenn man sich in schrecklichen Situationen befindet. Der Tango ist also trotzig. Er existiert im Hier und Jetzt und lässt sich nicht auf jenseitige, paradiesische Freuden vertrösten. Tango als Musik und Tanz spiegelt dieses Lebensgefühl wider: Sehnsucht, Einsamkeit und Wut. Er spielt sich zwischen Beherrschung und Unterwerfung ab, zwischen Begehren und Zurückweisung. Vor allem aber ist Tango der getanzte Traum vom besseren Leben. Das stellt sich in der unterschiedlichen Tanzweise zwischen Giselle und ihrem Unterdrücker Gaudencio ab, der sie manchmal wie eine Schaufensterpuppe herumschleudert, und den zärtlichen, manchmal freudig-übermütigen Tanzschritten, die Giselle mit ihrem Liebsten Lorenzo tanzt. Die Vorstellung ist aber insgesamt eine Ensemble-Leistung mit durchwegs hervorragenden Tänzern und Tänzerinnen, die auch schauspielerische Einsätze haben.
Sowohl musikalisch als auch thematisch beginnt das Musical bei der Entstehung des Tango Anfang des 19. Jahrhunderts in den Hafenkaschemmen am Rio de la Plata. Der Produzent der Show Diego Romay hat sich bewusst auf einen historischen Ansatz eingelassen: „Die Ankunft der Einwanderer am Anfang – das ist die Szene, die die Geburt des Tangos markiert, die unterschiedlichen Strömungen, aus denen er sich zusammensetzt. Schließlich gelangt der Tango in die Milongas, in die Cabarets, wo ihn die Männer der Oberschicht vereinnahmen und genießen.“ Trotzdem ist das Musical nicht altmodisch: „Die dramatischen Momente sind von sehr modernen, zeitgenössischen Elementen geprägt. Sie verleihen den Charakteren eine größere Tiefe. ‚Tanguera’ ist vom Ansatz her schon eher avantgardistisch“, so Romay.


(C) Herbert Schulze


Die Choreografin Mora Godoy hat wegen der vielen schauspielerischen Elemente eng mit dem Theaterregisseur Omar Pacheo zusammen gearbeitet. Getanzt wird zu komplett neu geschriebenen Stücken, aber auch zu überarbeiteten Klassikern, die von dem musikalischen Leiter Gerardo Gardelin und dem Bandoneonisten Adrober gemeinsam neu arrangiert wurden. Dazu gehören Stücke wie „La Cumparstia“, „Derecho Viejo“, „Danzarin“ und „El Choclo“.

Die argentische Zeitung „La Guia del Ocio“ schrieb über „Tanguera“: „Das am meisten umjubelte Musical in ganz Buenos Aires“. Für insgesamt 15 Vorstellungen befindet sich „Buones Aires“ mitten in Köln.


Helga Fitzner - red / 31. Juli 2008
ID 00000003941
Kölner Sommerfestival
Tanguera – Das Tango-Musicla
vom 30 Juli. bis 10. August 2008
Philharmonie Köln Tickethotline 0221-280 280
sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen

Weitere Infos siehe auch: http://www.koelnersommerfestival.de





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