| Konzertbericht/Interview: Scumbucket |
Scumbucket
Backnang Juze, 25.11.00
scumbucket aus Koblenz haben mit ihrem dritten Album "Finistra" (noisolution/TIS) erneut bewiesen, dass sie eine der interessantesten und besten Bands im deutschen "Gittarenlager" sind.
Produziert und aufgenommen wurde die Platte von bluNoise-Chef Guido Lukas, der jetzt auch Bass bei scumbucket spielt. Auf der Bühne werden sie von einem zweiten Gitarristen unterstützt.
Das sei auch wegen der komplexeren Melodien auf dem Album nötig, sagte mir die Band in einem kurzen Interview vor dem Konzert.
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Meinen Vorwurf, die neue Platte höre sich "poppiger" an als die zwei Vorgänger, wies Sänger und Gitarrist Kurt Ebelhäuser von sich: "Man darf die Platte nicht als poppig verstehen. Wenn man die dritte Platte macht, sollte man mal `ne Veränderung machen. Wenn wir eine Fortsetzung von der "Batuu" gemacht hätten, wär` das ja todlangweilig geworden. Wir wollten einfach `mal seltsame Melodien und seltsame Songs aufeinander bringen. Die Leute vergleichen das dann halt mit Pop. Pop ist was ganz anderes. Liquido, die machen Pop, aber nichts gegen Liquido!"
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Kurt Ebelhäuser, Gitarre, Gesang / Foto b.w. - red
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Michael Fritsche, Schlagzeug / Foto b.w. - red
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Ein weiter Einfluß, den man "Finistra" anhört, sind die 60er. Laut Schlagzeuger Michael Fritsche hört vor allem er zur Zeit "viele dieser alten Sachen". So ist auch die Idee entstanden, einen Coversong - "busstop", im Original von den "Hollies" - mit auf die Platte zu nehmen.
"Leider werden wir diesen Song live nicht spielen, da er eher schwerer umzusetzen ist, wegen der Gitarrenmelodien", meint Michael, der zumindest auf Platte für die backing vocals
zuständig war. Bei "shapeless man" singt er dann sogar die erste Hälfte des Songs alleine.
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Zu "admit that she had lost" haben scumbucket zum ersten Mal ein Video gedreht, welches
"MTV ganz gut gefällt", so Kurt. Den Leuten von VIVA ist es aber wohl ein klein wenig zu
"low-budget-mäßig". "Außerdem", meint Guido, "hat`s zu wenig Schnitte. Wenn alle zwei, drei Sekunden ein Schnitt ist, dann gefällt das den Leuten, nicht jedoch wenn zehn Sekunden keiner ist, dann schalten sie um. Wir werden aber vielleicht ein neues Video machen, das dann als Multi Media Track auf die Single kommt."
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Guido Lukas, Bass / Foto b.w. - red
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Live haben scumbucket Anfang Dezember vier Konzerte im Vorprogramm von "J Mascis and the Fog" gespielt, da ihre Platte Mascis` Plattenfirma sehr gut gefällt.
Interessant waren auch noch die Neuigkeiten die Guido über sein Label bluNoise zu sagen wusste. So haben sich ULMe nach heftigstem Streit jetzt endgültig aufgelöst. Außerdem wird er die neue Platte von Harmful aufnehmen und produzieren, nachdem deren dritte Platte kein geringerer als Dave Sardy produziert hat. Auch die neue Platte von "Blackmail", Kurts Zweitband, wurde schon von Guido aufgenommen, und erscheint Anfang 2001 bei BMG.
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Foto b.w. -red
Was scumbucket an diesem Abend auf der Bühne dann noch boten, war äußerst gelungen.
Zu Beginn des Auftritts spielten sie nur neue Stücke. Eines davon hervorzuheben ist mir nicht möglich, da sie alle perfekt gespielt und auch vom Publikum freudigst aufgenommen wurden. Der Band merkte man an, dass sie Spass daran hat, in so einem Rahmen, vor knapp 100 Leuten, zu spielen.
Gegen Ende des Auftritts spielten sie noch zwei Stücke ihres Erstlings "Heliophobe", "Dis my naff (part I)" und "Drag". Beide Stücke wurden mit herrliche Noise-Passagen und Effekt-Gefrickel in überlangen Versionen gespielt. Leider wurde für meinen Geschmack zu wenig von der zweiten Platte gespielt. Trotzdem war jeder der Anwesenden nach 90 Minuten
mehr als begeistert von dem Auftritt. Deshalb ist jedem, der scumbucket noch nicht live erlebt hat, zu empfehlen, dies schleunigst nach zu holen, am besten auf der Tour, die im Januar fortgesetzt wird!
t.h. - red 06.12.2000
Tourdaten: (siehe auch www.noisolution.de)
05.01.01 Bremen
06.01.01 Bielefeld
07.01.01 Köln
08.01.01 Frankfurt
09.01.01 Stuttgart
10.01.01 Lausanne (CH)
11.01.01 München
12.01.01 Regensburg
13.01.01 Chemnitz
14.01.01 Berlin
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