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Konzertbericht: JUD

JUD

Eric Carter (MUMBLE & PEG)
05.05.01 Reutlingen, Zelle, ca. 200 Besucher




JUD / Foto: t.h. / m.m. - red


Man musste sich lange gedulden, bis Eric Carter endlich gegen 23.00 Uhr die Bühne betrat, da zuvor leider noch eine lokale "Rock-Band" spielte.
Das Warten hatte sich dann aber gelohnt, denn was der Sänger/Gittarist von MUMBLE & PEG mit seinem Akkustik-Set ablieferte, war vom Allerfeinsten. Songs seiner Band und Coverversionen, aber auch seine witzigen Einlagen und Unterhaltungen mit dem Publikum zeichneten den Auftritt aus. Zwei seiner Songs spielte er ohne Verstärker mitten im Publikum auf dem Boden sitzend.

  Eric Carter / Foto: t.h. / m.m. - red

JUD, die der Zelle fast bei jeder Deutschlandtour einen Besuch abstatten, hatten wie gewohnt einen hervorragenden Auftritt. Am wichtigsten war auch an diesem Abend die Qualität des Sounds; und dieser ist in der Zelle immer sehr gut.
Der Anfang des Sets bestand hauptsächlich aus Stücken ihrer neusten Platte "the perfect life". Vor allem das präzise Spiel von Schlagzeuger Hoss Wright, der kurzzeitig bei AMEN ausgeholfen hatte, war wie schon auf der Platte außergewöhnlich gut. Aber auch der Wechsel von brachialen mit gefühlvollen, psychedelischen Songparts zeichnet JUD auf der Bühne aus.

David Clemmons / Foto: t.h. / m.m. - red

Wurden JUD zu Zeiten ihres Debuts "something better" noch eher in die Stoner-Schublade gesteckt, wird spätestens jetzt wohl jedem klar sein, dass sie ihre Stärken noch mehr ausbauen konnten. Vor allem die Mischung aus schwerem Rock, mal wütend, mal melancholisch, zeichnet diese Band aus.
Hinzu kommt, dass die Kalifornier über einen Frontmann verfügen, der vor allem an Charisma, aber auch an Spielfreude seinesgleichen sucht. David Clemmons hat es in seinen Ansagen zwischen den Songs auch mehrfach betont, dass es ihm ein Anliegen ist, seine Fans live hinreichend zu belohnen. Das war dann wohl ein Grund, weshalb JUD zwei Stunden auf der Bühne standen. Ein weiterer Grund ist, dass JUD mittlerweile live aus Songs von vier Alben auswählen können. Einen Schwerpunkt vor dem ausgedehnten Zugabenblock bildeten dabei Stücke ihrer Platte "Chasing California" von 1998. Vor allem "actress" mit seinem typischen Basspiel von Steve Cordrey bildete einen wahren Höhepunkt.

Hoss Wright / Foto: t.h. / m.m. - red

Clemmons, der mittlerweile von Los Angeles nach Berlin gezogen ist, deutete ausserdem an, dass er zufrieden mit der langen, harten Arbeit im Studio sei, es ihm jetzt aber um so mehr Freude mache, die Songs live zu spielen. Bei der Livepremiere des Black-Sabbbath-Cover "paranoid" wurde dann spontan Eric Carter von ihm auf die Bühne gebeten.

Gegen Ende des Konzerts spielten JUD noch Songs ihres Debuts. Vorallem "buffalo" wurde vom Publikum euphorisch gefeiert, nachdem es lauthals durch Sprechchöre gefordert wurde.

Steve Cordrey / Foto: t.h. / m.m. - red

Nach solch einem Konzert (Platte) kann man JUD nur noch einen etwas größeren Bekanntheitsgrad und Zustrom bei den restlichen Terminen wünschen. In Holland spielen übrigens die Labelkollegen von SCUMBUCKET im Vorprogramm!



t.h. - red / 06. Mai 2001

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