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Barbara Morgenstern, 09.04.03 im Travellers Club, Stuttgart

Der Raum im Travellers füllte sich langsam - aber sicher. Nach 45 Minuten Verspätung jedoch kamen sie auf die Bühne: Barbara Morgenstern, Sängerin, Keyboarderin und geistiger Kopf der drei Bandmitglieder begrüßte alle mit überschwenglicher Freude, als wäre es ihr erstes Konzert. Und in der Tat, dieses Konzert wurde zu einer geradezu göttlichen Inspiration, die niemand im Club und selbst in der überfüllten Strasse davor ruhig dastehen ließ.



Wenn es einen Gott gibt, dann wird er durch Barbara Morgenstern in seiner reinsten Form verkörpert. Die Stücke können kaum in eine Kategorie eingeordnet werden, sie besitzen die ganze Spannbreite von Indie, über Clash bis Elektropop. Das zeigt uns Ihre Performance: Die Berliner Musikszene nimmt inzwischen Qualitäten an, die selbst im europäischen Vergleich in dieser Art keine Mitstreiter haben und auf neues Terrain der Musikkultur hoffen lässt.

Das Equipment besteht aus Sampler, Sequenzer, einer Gitarre und Barbara Morgensterns wohlgeliebten Orgel Vermona, aus deren Namen ihr 98er Album “Vermona ET 6-1” stammt, die allerdings an diesem Abend für eine kurze Weile eine kleine Verstimmung hatte und sich die Gäste schon fragten, ob nicht ein Tee gegen die Verschnupfung helfen könnte.

Die Texte dieser Band wiederzugeben fällt schwer, da sie sich weit über normales Verständnis hinausbewegen. Sie beschreibt in Worten eine Gegenwart und eine Zukunft, die selbst die alten Weisen der Geschichte zu Marionetten verblassen lässt. Sie sieht eine Zukunft, die sich selbst neu erschafft, in einer Atmosphäre voller Heiterkeit und Liebe. Das ist wohl auch ihre Kraft, aus der heraus Sie diese Musik gestaltet. Und so vernimmt man auch ihre Klänge: Von melancholisch, locker, spacig, nachdenklich, poetisch bis extatisch. Alles dabei.

Die Gäste des Abends flippten teilweise völlig aus, sprangen und schrien herum, dass selbst Barbara Morgenstern die Augen schließen musste, um nicht vor Entzückung ihren Tränen freien Lauf zu lassen. Die Zugaben, die sie spielen mussten, um den Applaus zu sänftigen, dehnten sich solange hin, bis selbst die Band vor Erschöpfung nicht mehr konnte. Dieser Abend wird den Stuttgarter Fans und der Band noch lange in Erinnerung bleiben.



Und Ihre neue CD “Nichts muss” ist einfach ein “Muss” in der Kollektion eines Genießers der elektronischen Popkultur. Mit diesem Album vernehmen wir eine fast schon neue Zeit, in der man alles vergisst, was um einen herum an Ärgernissen und Unbehagen existiert.

Fazit: Diese Band ist es allemal wert, ein großer Stern in der Musikkultur von heute und morgen zu werden. Diese Klänge geben der Musik eine ganz neue Richtung, bei der selbst die damalige 68er Bewegung vor Erstaunen dasteht und sich fragt, ob man jetzt schon im Himmel ist. Wir wünschen ihr alles Gute und Liebe der Welt für ihre Karriere und Ausdruckskraft und freuen uns, Sie wieder einmal hier in der Schwabenmetropole begrüßen zu dürfen.

sw - red / 10. April 2003

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© 2002 Kultura (alle Beiträge unterliegen dem Copyright der jeweiligen Autoren, Künstler und Institutionen. Widerrechtliche Weiterverbreitung ist strafbar.)
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