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Buchempfehlung
Anne Clark: Notes Taken, Traces Left
Fotografien – Texte – Interviews
(Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag)
Premium Paperback auf Kunstdruckpapier
ca. 300 Seiten und 150 Abbildungen
Preis: 19,90 Euro
Nach einer Karriere von nahezu 20 Jahren war es für Anne Clark höchste Zeit, endlich eine Biografie herauszubringen. Und es wurde noch weit mehr als das: “Notes Taken, Traces Left” (ISBN 3-89602-463-9) gibt einen genauen Einblick über Ihre Musik und Ihre Person.
Die Nähe zu Ihren Fans ist Anne Clarks oberste Priorität. Sie sollen die Worte aufsaugen, damit arbeiten, sich ihrer vollständig bedienen und zunutze machen: “Die Bedeutungen meiner Texte werden nun zu euren, während ihr dieses Buch lest. Ich hoffe, dass das deutsche Publikum sich ihnen mithilfe der Nachdichtungen noch weiter nähern kann” (Einführung, Seite 6)
Die gesamten Texte ihrer Alben aus The Sitting Room (1982), Changing Places (1983), Joined up Writing (1984), Pressure Points (1986), Hopeless Cases (1987), R.S.V.P (1988), Unstill Life (1991), The Law is an Anagram of Wealth (1993), Psychometry (1994), To Love and be loved (1995), Wordprocessing – The Remix Project (1997), Just after Sunset (1998) und ihrer neuesten Veröffentlichung “From The Heart – Live in Bratislava (2003)” sind in englischer und deutscher Übersetzung abgedruckt.
Sie beschreibt jeweils vor den einzelnen Textpassagen in eigenen Worten ihre persönliche Erfahrungen, die zur Entstehung der entsprechenden Lieder beigetragen haben. So liest man, wie es ihr bei ihren ersten Auftritten in verrauchten Clubs von London erging, welche wichtigen Menschen sie während ihrer Laufbahn getroffen und z.T. auch verloren hat, wie z.B. Paul Weller, Martyn Bates, Charlie Morgan oder Jeff Aug, um nur einige zu nennen.
Da die elektronische Szene in dieser Zeit gerade erst anfing, war es für Anne Clark und ihre MusikkollegInnen nicht nur unglaublich spannend zu sehen, welche Wege es neu zu entdecken galt, es war natürlich auch nicht ganz leicht, entsprechende Labels für diese Musik zu finden. Noch schwieriger war es für die junge und etwas schüchterne Anne in dieser Zeit mit ihrer Kunst wenigstens ein bisschen Geld zu verdienen – und das bei einer Musikindustrie, der es mit Knebelverträgen gelang, die Einnahmen aus den Plattenverkäufen und Konzerttouren zum Großteil für sich einzubehalten. So schreibt Sie: “Ich erinnere mich, wie ich bei Red Flame um Geld für meine Miete betteln musste! Die ewige Leier lautete: Das Geld ist unterwegs! Das ist doch sicherlich nicht der Grund, warum David und du Musik macht! Ach übrigens, hast du noch ein Stück wie ‚Our Darkness’ oder ‚Sleeper in Metropolis’ auf Lager?” (Pressure Points, S. 80)
Sie lernt in all den Jahren ihrer musikalischen Entwicklung die Hochs und Tiefs hinter den Kulissen der Musikbranche gut zu bewältigen und sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren: eine poetische, sensible und ideenreiche Künstlerin zu sein, die immer darauf bedacht ist, Neues zu finden, ohne den Boden unter ihren Füssen zu verlieren. Man entnimmt dem Text, wie gelassen sie in alle den Jahren wird und anfängt, über den Dingen zu stehen, die sie früher so belasteten, und wie sie trotzdem nie aufgehört hat, immer weiter ihren anspruchsvollen und provizierend-realistischen Weg weiterzugehen.
Abgerundet wird dieses Werk mit zahlreichen Abbildungen ihrer Person und ihrer Zeitgenossen, über Kommentare alter und neugewonnener Freunde, einer Kurzbiografie bis hin zu Interviews von Bernhard van Isacker, Emmanuel Syners und Jeff Aug mit Anne Clark.
Da “Notes Taken, Traces Left” wohl ihr einziges Buch in dieser Form bleiben wird und es zudem auch eine hintergründige und umfassende Darstellung ihres gesamtes Lebens darstellt, ist diese Publikation sehr empfehlenswert.
s.w. – red / 01. Dezember 2003
erschienen im SCHWARZKOPF & SCHWARZKOPF VERLAG
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