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Philharmonie Berlin, 7. November 2006

60 Jahre Deutsches Symphonie-Orchester

(Jubiläumskonzert)


Kent Nagano



Atem holen

Kent Nagano ist mit einem fulminanten Dirigierstreich (DAS GEHEGE/SALOME) - sein Einstand als der neue GMD der Bayerischen Staatsoper - jetzt weltweit in die Schlagzeilen geraten. Und man las und liest nur Gutes. Stimmt ja auch. Das Bayerische Staatsorchester hat an diesem Sonntagabend (letzte Vorstellung im alten Jahr) so ungeheuer auflodernd und doch bis hin ins hörbar Zäsilierteste gespielt, dass man den Ohren gar nicht trauen wollte. Es wird, insbesondere in puncto Strauss, in naher Zukunft ein "verschärfteres" Vergleichen oder Konkurrieren der als eigentliche Klangverwalter des sowohl in Dresden wie in München "eingesessnen" Komponisten geben; beide Städte buchen ja seit ewig schon, jeweils für sich, DIE Strauss-Stadt letzterdings zu sein; die Staatskapelle Dresden, die vielleicht noch mehr an Uraufführungen und Operneinspielungen nachzuweisen hat, war immer noch - bis jetzt - sehr leicht im Vorteil der "Vergleichsnahme"; das könnte sich bald ändern. Kent Nagano, wird zu hoffen und "befürchten" sein, kann da mit seinem guten Händchen richtig dick und kräftig "aufmischen". Warten wir's ab.
Zeit-/Ortssprung.

60 Jahre DSO - so hieß es übrigens der Reihe nach: RIAS-Symphonie-Orchester (1946-1956), Radio-Symphonie-Orchester Berlin (1956-1993), Deutsches Symphonie-Orchester (seit 1993). Fricsay, Maazel, Chailly, Ashkenazy und Nagano warn die jeweiligen Dirigentenchefs. Ab Sommer nächsten Jahres wird sich Ingo Metzmacher als Neuer einzubringen wissen. Also 60 Jahre, eine lange Zeit. Und Grund genug, sich selbst zu feiern:
So geschehen Montagabend. Kent Nagano würfelte, in der für ihn bekannten launig-intelektuellen Art, ein diesmal allerdings um einen Deut zu groß geratenes Programm zusammen; kurz vor elf Uhr nachts war Schluss, das ist schon ziemlich spät. Und vor der Pause mochte oder wollte man sich daher absolut nicht auf die schwergewichtig oder schwer verdaulich anmutenden Proben neuerer Musik (Debussys "Le Martyre de Saint Sébastien" und Schönbergs Violinkonzert), trotz des verblüffenden Solistenauftritts Kolja Blachers, einlassen. Entweder oder, also Heiliger Sebastian oder Schönberg... beides nun gebührentlich zu rezipieren ließen weder Kraft noch Nerven zu.
Wie ausgleichend und gut sodann die Werkauswahl Naganos in dem Folgeteil dieser Orchesterfeier! Denn mit Anton Bruckners 2. Sinfonie - ein Werk, welches ein sträflich zu bezeichnendes Zweit-/Schattendasein im Vergleich zu all den andern Sinfonien dieses Linzers führt - sollte Nagano sich zu einem Bergspaltäuger aufwärts schwingen. Wann hat man den Bruckner'schen Orchesterapparat - er ist ja stets dergleiche - derart höhlern, derart eispickeln, derart verschneespurt hererleben dürfen wie zu diesem denkwürdigen Anlass! Atem holend - - ja, so lässt es sich vielleicht dann am plausibelsten erklären, was gemeint sein kann. Ja, immerhin: Wenn einem 24 Stunden lang, also nach diesem Abend, ganz bestimmte und von Kent Nagano um so ausgiebiger rausgeholte Stellen nicht mehr von der Großhirnrinde weichen, wenn man also immerzu in sich dann reinhört, um sich an die seelengleichen Stellen gern und süchtig zu erinnern... ist ein anhaltendes Glücksgefühl für einen Hörer schlichtens, einfach und ergreifend: überreicht gewesen.´

Tusch dem selbstbewussten Jubilar!!


a. so. - red / 8. November 2006
ID 2785
Jubiläumskonzert des Deutschen Symphonie-Orchesters
zu seinem 60jährigen Bestehen


Debussy: "Le Martyre de Saint Sébastien", Fragments Symphoniques (1911)

Schönberg: Konzert für Violine und Orchester op. 36 (1934-36)

Bruckner: Symphonie Nr. 2 c-Moll (Fassung von 1877)

Solist: Kolja Blacher, Violine
Dirigent: Kent Nagano

Konzert am 7. November 2006 in der Philharmonie Berlin

Nächste Konzerte mit Kent Nagano und dem DSO: 5. 12. 2006, 5./6. 1. 2007

Weitere Infos siehe auch: http://www.dso-berlin.de





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