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CD-Besprechung

Richard Davis: Details

VÖ 17. Mai 2005
CD, kitty-yo/Intergroove


Vielleicht wird das vorliegende Album irgendwann einmal den allseits anerkannten Status jenes ultimativen Sommersoundtracks innehaben, dessen melancholische Molltupfen den nahenden Herbst bereits spüren lassen. Eher allerdings wird dies nicht passieren - eine Armada gedanklich zumindest auf ähnliche Weise beinahe im Verborgenen wirkender und den Früchten des Ruhmes demzufolge stets hinterherhinkender Künstler kann ein Liedchen davon trällern. Denn erfahrungsgemäß scheint der auch kommerziell gefüllte Kelch des Erfolges dann doch immer zu irgendwelchen Luschen zu wandern, die eben nicht heimlich, still und meist über einen längeren Zeitraum hinweg qualitativ Hochwertiges fabrizieren können, sondern sich mittels jahreszeitlich angepasster musikalischer Eintagsfliegen via Dauerrotation in den Fokus der breiteren Öffentlichkeit drängen.

Eine Mischung aus sphärischem Pop und House ist das also, was der erstaunlich nach trinkfestem Rockabilly ausschauende Richard Davis hier abliefert. Und gerade auch wegen der nicht unbedingt von sonderlicher Transzendenz durchfluteten, jedenfalls für meine Begriffe eine winzige Spur zu wuchtig bollernden Klangkulisse erinnert das Ergebnis wenigstens phasenweise an die etwas schmissigeren Arbeiten Underworlds, New Order im Remix - oder gar das Anfang der Neunziger Jahre völlig verdientermaßen zu kurzer Popularität gelangte Projekt Midi Rain, welches mit „Always“ einen Tanzbodenfeger nicht nur in trockeneisvernebelten Ecstasykreisen landete. Dass „Details“ ungeachtet dieser Kritik - so sie denn überhaupt als solche verstanden werden will, da entschieden wummernde Akustik in orientierungslosen Zeiten wie den jetzigen mit Sicherheit nicht schaden kann - als Gesamtes bestens funktioniert und überwiegend wunderschön ist, sollte die Anschaffung des Werkes eigentlich als selbstverständlich erscheinen lassen.


Daniel Dohmel, 2. Oktober 2005
ID 00000002052


Siehe auch:
http://www.kitty-yo.com




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