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Reihe Türkischer Film

Remixes, Remixes

Ennio Morricone Remixes volume 1 | Koop – Waltz for Koop – Alternative Takes | Ikon – Ikon u.a.
Remixes, Remixes und nochmals Remixes. Remixes wohin das Auge blickt, beziehungsweise das Ohr auch hört. Dennoch, solange sich die Qualität des neu bearbeiteten Materials auf so hohem Niveau wie unserer nachfolgenden zwei Beispiele bewegt, ist Neumischen, Umstrukturieren und Wiederbearbeiten gerne gesehen.

Beispiel eins: Ennio Morricone Remixes volume 1 (Compost). Ennio Morricone, der große Altmeister des Italo-Western Soundtracks dürfte mit seinen Filmmusiken für Streifen wie „Spiel mir das Lied vom Tod“, „the good, the bad and the ugly“, „es war einmal in Amerika“ und vielen Anderen hinreichend bekannt sein. Sich an solches Material zu wagen erfordert sicherlich eine ganze Menge Courage und Einsatz, die Compost-Label-Betreiber Michael Reinboth offensichtlich bereit war aufzubringen. Lang und steinig war der Weg dieses Projekt auf die Beine zu stellen. Rechte mussten geklärt und die geeigneten Künstler gefunden werden. Senior Morricones persönlicher Segen war erforderlich, und der nunmehr 75 jährige Komponist ließ sich die Endabnahme jeden einzelnen Stückes nicht nehmen. Jetzt liegt die erste der zwei Platten vor und das Ergebnis überzeugt. International Pony steuern den Opener bei, eine sehr eigene Interpretation de Stücks „La Moda“, eine Art Liebeserklärung an Ennio. Im Anschluß insgesamt 13 Weitere Bearbeitungen unterschiedlichster, internationaler Künstler wie, Hakan Lidbo, Alex Attias Needs, Kabuki und vielen mehr, allesamt hervorragend und, wie es sich nach meiner Auffassung für Remixe gehört, in gerade so deutlicher Anlehnung ans Original, dass ein Wiedererkennungseffekt nicht ausbleibt. Hier wurde mit größtem Respekt und immenser Sorgfalt am Oevre des Meisters getüftelt. Hoffentlich wird’s schnell Februar, denn dann erscheint Volume 2 dieses herausragenden Remix-Projekts.

Nach Beispiel eins folgt Beispiel zwei, und das stammt aus dem selben Hause. Koop – Waltz for Koop – Alternative Takes (Compost) ist eine Remix-Sammlung auf Basis des Waltz for Koop Albums, das seine Lorbeeren bereits letztes Jahr eingefahren hatte. Leute wie Nicola Conte, 2 Banks of 4, Markus Enochson, Richard Dorfmeister, Hird und Rima machten sich neben Anderen über Koops jazzige Sahnestückchen her, und schafften es tatsächlich eine geradezu ebenbürtige Platte zu kreieren. Jetzt darf natürlich gefragt werden, ob ein Remix jemals an eine Originalversion heranreichen kann, und da hier eine kausale Abhängigkeit besteht, fällt es schwer die Frage mit ja zu beantworten. Fakt ist aber, dass im Gegensatz zum entspannten Ausruhsound des Originalalbums, den Remixen eine treibendere, aktivere Komponente innewohnt, die das eine oder andere Stück auch durchaus tanzboden- kompatibel macht. So gibt es jetzt einmal Waltz for Koop fürs Sofa, und einmal Waltz for Koop für die Party, und das ist eine gute Sache so.

Alex Rizzo und Eliot Ireland sind zwei englische Produzenten und die Drahtzieher hinter Ikon. Ganz schlicht Ikon – Ikon (Audiopharm) heißt ihre Platte, die ein stolzes Aufgebot an Musikern und Vocalisten aufweisen kann, die allesamt schon einmal, vorwiegend in der Acid-Jazz-Szene, bei verschiedensten Gruppen von sich Reden gemacht haben. Hört man sich das Album an, glaubt man an mancher stelle versehentlich Protection von Massive Attack aufgelegt zu haben, dann könnte es auf einmal ein Mo´Horizons Album sein, im nächsten Moment allerdings Bjork, dann die Cultured Pearls und schließlich wieder Brazilectro pur, und genau da liegt das Manko der Platte, Wo steckt zwischen all den „Kopien“ eigentlich Ikon? Nicht das es sich um ein schlechtes Album handelte. Im Gegenteil, die Platte ist musikalisch sehr gut und die ganzen Sounds der oben genannten so glaubwürdig zu reproduzieren ist auch eine Kunst, allein an Eigenständigkeit lässt es Ikon ein wenig fehlen.

Rima bedeutet Reim auf italienisch und warum denn keinen italienischen Namen wählen für ein Projekt dessen einer , von zwei Hintermännern, Italiener ist. Volcov ist sein persönlicher Künstlername unter dem er schon viele Jahre Produziert, Remixt, Labelt und Auflegt. Über Reinforced Records lernte er Domu kennen, der eine mindestens ähnlich bewegte musikalische Vergangenheit aufweisen kann. Zusammen bilden sie nun also Rima und haben jetzt ihr gemeinsames Debütalbum This World (JCR) vorgestellt. Unter dem Einfluss Ihrer Drum&Bass Geschichte gepaart mit Hip-Hop-, Jazz-, Funk- und Fusionelementen ist ihrer Produktion das Gütesiegel „4Hero-esque“ zu verleihen. Folglich handelt es sich bei This World um eines jener Drum&Bass Alben, das nicht nur durch hektisches Trommelgewirbel und Eingeweide in Schwingung versetzendes Bassgepumpe von sich Reden macht, sondern sehr interessant strukturierte und überraschende breaks und vocals beinhaltende Stücke transportiert.

Seit den frühen Sechziger-Jahren ist Marcos Valle musikalisch am Start. Den Bossa Nova hat er mit auf den weg gebracht und mit „Summer Samba“ einen vielgecoverten Evergreen geschaffen. Dann war er mit dem legendären Sergio Mendes auf tour und ist also zweifelsohne eine schillernde Persönlichkeit unter Brasiliens Musikern. Zu beginn der 90ger wurde man in England erneut auf ihn aufmerksam und Far Out veröffentlichte dort bisslang zwei weitere Schallplatten mit ihm. Mit Contrasts (Far Out) liegt nun das dritte Album dieser Zusammenarbeit vor. Die Gitarre und Percussions sind neben Valles Gesang die Hauptakteure der elf Kompositionen. Ein sehr brasilianisches Album das 60ies Traditionen mit moderner Instrumentierung und zeitgemäßen Soundmustern in Einklang bringt, stellenweise leider etwas facettenlos: Valles Stimme. Für Freunde brasilianischer Rhythmen ein durchweg hörenswertes Album, allerdings ohne das Potenzial einen everlasting Hit hervorzubringen. Als Bonus drei Remixe von 4Hero, Bugz in the Attic und Buscemi.

Das erste Außergewöhnliche an den Broken Beats ist ihre Herkunft. Musik aus Dänemark macht in der Regel international wenig von sich reden und so kommt als zweite Überraschung, dass es sich bei ihrer Platte The wheather beats the rhythm (Hazelwood Vynil Plastics) nicht um ein Dance- oder Elekrtonikdrumandsonstwas-Album handelt, sondern um eine Platte voller Gitarre, mit Liedern, Chören und echtem Schlagzeug. Erinnerungen an die Beatles schießen einem in solchen Fällen gerne durch den Kopf und sind hier sicherlich auch nicht so Falsch. Dann wäre noch Pulp mit Jarvis Cocker, an die ich bei the wheather beats the rhythm unweigerlich denken muss. So ganz Kategorisieren lassen sich die Broken Beats aber nicht. Es popt und rockt ein bisschen und es swingt und grooved. In jedem Falle klingt es fröhlich und beschwingt.


f.b. - red / 1. Dezember 2003





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