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Jazz-Electro - CD Tipps

Nujazz - listening perals VIII

This very moment (ministry of sound) ist das nunmehr vierte Album Haciendas. 1996 gegründet, ging es Marcus Finger und Jürgen Kadel mit ihrem Projekt zunächst darum, der damaligen Elektronik-Szene in Deutschland etwas entgegenzusetzen. Bereits das erste Album feierte besonders in England große Erfolge und wurde mit britischen Größen wie Nightmares on wax oder fila brazilia verglichen. Seitdem hat sich die Arbeitsweise der beiden Musiker kontinuierlich verändert. Vom reinen Arrangieren ihrer Tracks sind sie heute mit dem vierten Album bei Komposition und Songwriting angelangt. Elektronische wie akustische Instrumente finden zu gleichen Teilen Verwendung in den meist klassisch am Piano komponierten Stücken. Wirkliche Blechbläser kommen zum Einsatz und viele der 15 Tracks werden getragen von der reizenden Stimme Marlene Johnsons. Es sind Lieder geworden, teils clubtauglich und tanzbar - ein erfolgreicher Brückenschlag vom Elektro-dominierten Trip-Hop zu neuen musikalischen Ufern. Tolle Platte!

Etwas grober geht es da bei Death Cab for Cutie auf ihrem neuen Album Transatlanticism (Grand Hotel von Cleef) zu. Das Hamburger Label, das bislang mit deutschen Veröffentlichungen wie Kettcar oder Tomte von sich reden machte, hat nun auch eine amerikanische Rockband, nämlich Death Cab for Cutie, unter Vertrag. Death Cab for Cutie machen schöne, melodische Rockmusik - kein schnödes Gitarrengeschrammel, johlendes Verzerrergewumme und manisches Trommelgequäle. Emotional, melancholisch, beherzt. Getragen von der hervorragenden Stimme des Sängers Benjamin Gibbards und den im klassischen Rockgenre immer noch viel zu wenig verwandten Klavierklängen. Lohnt sich auch für „Nichtrocker“.

Nach diesem Ausflug in die große weite Welt nun doch wieder zurück ins heimische Land, genauer nach Hamburg, denn die folgende Platte ist ebenfalls auf dem dort ansässigen Label Grand Hotel van Cleef erschienen. Olli Schulz & der Hund Marie nennt sich der Künstler und droht mit dem Plattentitel „Brichst du mir das Herz, dann brech´ ich dir die Beine“. Olli Schulz, das ist der Sänger, oder eher Liedermacher. Der Hund Marie, das ist (und das ist einfach so) seine zweiköpfige Band. Olli Schulz ist kein Teenie mehr, auch kaum mehr Anfang zwanzig. Nein, er dürfte so um die dreißig sein, einer von denen, die das Studium langsam angegangen sind, die sich auch mal ein Semester Päuschen gegönnt und immer viel mit sich und ihrer Umwelt beschäftigt haben. Diese geballte Erfahrung der letzten rund fünfzehn Jahre ist es, die Olli Schulz in seine Liedtexte einfließen lässt. Es sind nicht große Politik und Weltereignisse, es ist mehr die Frage, ob die Angebetete auch sein Mixtape zu schätzen weiß, und das macht ihn sympathisch und zu einem von uns. Ganz großes Kino auch der Hidden Track auf der CD.

Naomi sind wieder da! Pappelallee (Mole) heißt das neue Werk mit verzückend schmeichlerischen Melodien. Nach wie vor irgendwo zwischen Pop, Downbeat, Listening und Chillout angesiedelt, ist die neue Platte gradliniger, ruhiger, melodiöser und liedhafter geraten als das Debutalbum „Everyone loves you“. Eine Art entspannter Eleganz begleitet die elf Stücke und prädestiniert Pappelallee als klangliche Begleitung für mannigfaltige Gelegenheiten.

„Ennio Morricone Remixes vol. II“ (Compost) ist mittlerweile auch erschienen. Der zweite Teil der ehrgeizigen Remixreihe setzt die großartige Sammlung der Neubearbeitungen des Westernmeisters fort. Wer Teil 1 kennt, wird in den beiden CD´s der Fortsetzung eine konsequente Ergänzung und Weiterführung des Projektes erkennen. Für alle anderen wird die Doppel-CD denselben positiv überraschenden Kick bringen wie die erste Veröffentlichung. Insgesamt unterscheiden sich die beiden Volumes qualitativ höchstens durch eine unterschiedliche Gewichtung der Dancefloor-Eignung. Dort punktet Vol. II konsequent und führt unbeirrt von einem Clubtrack zum nächsten. Remixe von 2raumwohnung, Hird, Swell Session, Markus Enochson, Doctor Rockit und vielen mehr zieren die Tracklist dieses „Western-Dance-Albums“.

„Was nützt die Liebe in Gedanken“ nennt sich ein unlängst im Kino angelaufener Film, zu dem bei Hazelwood Records der dazugehörige Soundtrack erschienen ist. Zwar habe ich den Film bislang noch nicht gesehen, weiß aber wohl, dass er in der legendären Zeit der Zwanzigerjahre unseres vorherigen Jahrhunderts spielt, was sich selbstverständlich auch in der Musik manifestiert. Durch eine Welt von Bebop, Swing und Schlager, deren harmlos anzügliche Texte Spiegel der damaligen spaßsüchtigen „verruchten“ Society sein wollen, führt die Klangreise dieser Filmmusik. Neben Liedmaterial, das zumindest seinen kompositorischen Ursprung in den 20ies hat, brachte der Chefmusikmacher zum Film, Thomas Feiner, nebst anderen, wie Jazztrompeter Till Brönner oder Hazelwood-Aushängeschild Mardi Gras bb, Eigenes an aktuellem Material im Stil der Zeit ein. Das Schöne ist, dass die CD auch losgelöst vom Filmkontext ein hübsches Potpourri von nicht so klischeehaft abgenudelten Zwanzigerjahre-Songs bietet. Etwas für Nostalgiker.

f.b. / 21. Mai 2004



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