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CD-Besprechungen:

KOOK

Sampler: Wir müssen bis morgen reichen

Schrottfisch: Raumschiff / Splodge! : Jelly Babies / Incrowd: Gallery /
Zimtfisch: Scheiße oder schön / Herrn Nilsson: Kleines Europa /
Rotes Haus: 27 Helferzellen / Post Holocaust Pop: Swallow /
Herr Nilsson: Highway nach Patagonien / Kokon: Das Pony /
Gelb: Wolke am Morgen, Fisch in der Nacht /
Blue Planet Sound: Electronic Button Instrument /
Zimtfisch: Schwarzweiss / Post Holocaust Pop: Love is an easel/
Wonderboys in Momsterland: Mama Beatbiene / Transit: In dunkler Nacht /


Die smarten Bosse der Musikindustrie interessiert nur der schnelle Erfolg. Doch simple Strategien funktionieren nur mit breitgelatschten Namen solcher Stars, die eh schon auf Bestseller und volle Konzerthallen verweisen können. Die marktorientierte Branche lebt ansonsten hauptsächlich für ein Zielpublikum bis zu einem Alter von ca. 12 Jahren (und für solche, die intellektuell auf vergleichbarem Stand bleiben) und bietet entsprechend viele tanzende Boy- und Girl-Groups sowie Singvögelchen aus der Candy-Ecke.

Was vor Jahren - lang ist es her - Aufgabe der Major-Labels war, nämlich das Entdecken von Talenten und seriöse Künstlerförderung, übernehmen nun junge Künstler -zwangsläufig - in Eigenregie.

Ein gutes Beispiel dafür ist das seit 1999 bestehende Künstler-für-Künstler-Label KOOK Berlin New York. KOOK versammelt Künstler verschiedener Sparten, die sich gegenseitig bereichern und helfen.
Inzwischen vereint das Netzwerk mit Internet-Anschluss Kunstschaffende aus allen Bereichen der Gegenwartskunst und umfasst eine Produktionsstätte, Musikstudios und Vertrieb sowie die Durchführung von Kunstveranstaltungen und Events.

Um die Labelbands und musikalisch befreundete Musikgruppen zu präsentieren, veröffentlichte KOOK Anfang 2002 den ersten Sampler "Wir müssen bis morgen reichen", der für alle Freunde der Popmusik interessant sein dürfte, die bei Mainstream abwinken.

Der Kommentar im Booklet "Wir denken, dass überlegter Text noch keine Textlast bedeutet" zielt in erster Linie auf zeitgemäße, lässig-schräg tönende Balladen der namhaften Bands HERR NILSSON, ZIMTFISCH und SCHROTTFISCH, die von den treuen Fangemeinden geschätzt werden.
Die Kampfansage an schlagerhafte Pseudopoesie macht aber hin und wieder Schmunzeln, beispielsweise, wenn putzige Textzeilen wie "die Wolken sind wolkig" (Gelb) zu hören sind.
Auch der hohe Selbstanspruch eines instrumentalen Easy-Listening-Stücks kann belustigend wirken, wenn Blue Planet Sound elektronische Beats mit einer "easy-music" im Stil des japanischen Clubpops verbinden will.
Insgesamt bietet die hörenswerte CD kurzweilige und abwechslungsreiche Unterhaltung.
In Hinblick auf die bewusst stilübergreifende Konzeption der Musikzusammenstellung ist die bemerkenswerte Homogenität der Präsentation keine Selbstverständlichkeit.
Die Musiker stammen immerhin nicht nur aus verschiedenen Städten Nord- und Ostdeutschlands sondern auch aus Basel, Birmingham, New York und St. Petersburg.
Überraschenderweise fügt sich sogar der gesellschaftskritische Text "27 Helferzellen" in das durchgängig entspannt klingende Musikmaterial des Albums.
Prädikat: Ein vorbildlicher Sampler mit dem Format einer intelligenten Wundertüte.

v. - red 07. Februar 2002
Infos über die Bands, die einzelnen Stücke, Ausschnitte aus allen Songs sowie Bestellmöglichkeit (15,50 inkl. Versandkosten) unter www.kook-label.de

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© 2002 Kultura (alle Beiträge unterliegen dem Copyright der jeweiligen Autoren, Künstler und Institutionen. Widerrechtliche Weiterverbreitung ist strafbar.)
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