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CD-Besprechung

Eaten By Sheiks: Our Last First Record





Eaten By Sheiks: Our Last First Record CD (Marvin Records/SPV Recordings)

Das Suchen von Verantwortung des jeweils anderen für gewisse gesellschaftliche Mißstände ist nicht nur im politischen Alltag ein probates Mittel, die wenigstens in lichten Momenten ungeteilte Aufmerksamkeit der billig und gerecht denkenden Bevölkerungsmehrheit zu erheischen. Erst jüngst wieder beispielsweise reihte der Generalsekretär der CSU diverse Mitglieder einer Partei dem sogenannten „Kartell der Schuldigen“ ein, wozu er zwar eine wahrhaft gewagte Herleitung bemühen musste, aber immerhin, den Versuch ist´s ihm offenbar wert gewesen. Eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass jener Herr Söder, dessen mit schöner Regelmäßigkeit unqualifizierte öffentliche Wortmeldung lediglich von seiner ans Schwachsinnige grenzenden Physis überboten wird, nicht nur diesbezüglich als von allen guten Geistern verlassen schien. Anderenfalls hätte selbst er irgendwann begriffen, dass der Ruf nach „schärferen Gesetzen“ für rückfällige und mental oftmals derangierte Sexualstraftäter sowohl aus Gründen der General- wie auch der Spezialprävention nur bedingt Effekte zu zeitigen in der Lage ist, zumal sich derartige Kandidaten nach ziemlich gesicherter forensischer Kenntnis auch bei erhöhter Haftandrohung von ihrem schändlichen Treiben nur ungern abhalten lassen.

Trotz aller Kritik hinsichtlich dieser als schäbig eingestuften Form des Miteinanders: Zumindest ähnliche Verhaltensweisen werden gerne übernommen in Anbetracht von Tonträgern des „New Rock“-Genres, für dessen schmerzhafte Geburt ich wieder einmal die geistigen Urheber ermitteln konnte. Meines Erachtens sind das unter anderem einige der unlängst völlig zu Recht geschmähten „Man Doki Soulmates Allstars“, welche aufgrund der erneuten namentlichen Nennung hoffentlich nicht zu irgendwelchen absurden Ehren gelangen mögen. Hätten die Vertreter dieser Epoche nämlich entschieden mehr an musikalischer Innovation walten lassen, wäre dem geneigten Hörer Zeitgenössisches wie das vorliegende Werk vielleicht erspart geblieben. Denn herrschten einst unfreiwillig komisch verkrustete Songstrukturen und endlose Gitarrensoli vor, so ertönt heute die immergleiche Rhythmik einschließlich des balladesken Elementes - was im Ergebnis natürlich nicht minder gähnend langweilig, festgefahren und bar jeglichen Fortschrittes ist.


d.d. - red. / 17. März 2005
ID 00000001742


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