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Hanswurst
weil immer wieder
wenn ich nach
neuen Wörtern suche
der schreckliche Hanswurst erscheint
kann ich nur wenig sagen
doch heute morgen
als er wieder auftauchte
setzte ich mich zur Wehr
meine Wohnung
mein Zuhause wollte er mir entreißen
deren Wände mit Efeu und Tausenschön
tapeziert sind
dreist hockte er inmitten der Küche
und erhob Anspruch
auf mich und mein Werk
als ich ihm die Tür wies
sprang er mich an wie ein Tier
rattenhaft und verschlagen
würgte mich kurz vorm Erwachen
ich drängte ihn hinaus
sperrte ihn in die Latrine
die nach Großmutter roch
und überließ ihn dem bleichen Morgen
der seine Rosenfinger durch
alle Ritzen steckte
trotzdem wollte er nicht aufgeben
der graue Krake
würgte mich wiederum
bis ich freudig errötete und die
Lider aufschlug
plötzlich aber floh er
durch das zwielichtige Fenster
denn die Sonne war so hochgestiegen
daß sie den honigsüßen Nachttau
der zwischen den Dächern perlte
mit ihrer Scharlachzunge aufgeleckt hatte
über den Bäumen verebbte ein Lied
ich glaube es war deines Manrico
September 2000
Verena Raupach
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