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Geschichte über ein Mädchen namens Lilly (16 Jahre)


Du bist eine Oberzicke, sagte meine Mutter wie fast jeden Tag zu mir, während ich auf meinem Sofa saß und las. Ich hatte mal wieder nicht mein Zimmer in Ordnung gehalten,und schon ging das Chaos los. Du machst sofort deine Hausaufgaben - und kannst du dann noch bitte die Spülmaschine ausräumen, fragte meine Mutter mich in einem grandigen Ton. Ich rollte mit den Augen und sagte zu ihr: Mann, Mama, ich habe noch den ganzen Tag Zeit! Meine Mutter ging aus dem Zimmer, ohne mir vorher zu antworten. Während ich in meinem Zimmer saß und weiterlas, schaute meine Mutter im Internet nach Erziehunghilfen! Ich weiß, dass ich manchmal wirklich nicht einfach bin, doch was meine Mutter dann tat, werde ich in meinem ganzem Leben nicht bereuen! 3 Monate später war ein Brief im Briefkasten, der mein ganzes Leben verändern würde. Ich riss in auf, und erstarrte! Ich rannte zu meiner Mutter und zeigte ihr verwirrt den Brief. Meine Mutter schaute mich ernst an und sagte, ab heute wird sich alles ändern! Disziplien wirst du lernen! Du sollst in einem besonderen Camp lernen, wie man sich benimmt. Aber Mum, dieses Camp ist in Afrika, schrie ich! Das hat dich doch vorher auch nie interessiert, was mit deiner Familie ist, also habe ich einen Breif an dieses Camp geschickt, sagte meine Mutter ganz locker vor sich hin. Ich hätte meine Mutter am liebsten total fertig gemacht, doch irgendetwas hinderte mich daran....ich glaube es war meine Angst vor der Ungewissheit.

Nach einer Woche war es nun soweit, ich drückte nochmal meine Eltern und stieg dann ins Flugzeug ein. Ich ließ mich an einem Platz am Fenster nieder und schaute ein letztes Mal über den Flughafen von München. Was mich wohl in dieser Schule alles erwarten würde? In mir tummelten sich tausende von Fragen! Plötzlich sagte zu mir jemand: Ist hier noch Platz? Ich schaute auf und sah ein Mädchen in meinem Alter. Ich sagte zu ihr, klar ist noch Platz, setz dich! :) Wir verstanden uns recht gut, und wir beschlossen, zusammen in ein Zimmer zu gehen. Nach einem langen Flug sind wir nun endlich auch am Camp angekommen. Doch als ich dieses Camp sah, bekam ich fast einen Anfall. Das ist ja die reinste Dreckbude, schrie ich laut herum. Die anderen Jugendlichen starrten mich alle grinsend an! Unsere Betreuerin kam wütend auf uns zu und fragte: Wer war das? Wer wagt es, so etwas zu sagen? Totenstille...mit einem langem Zögern meldete ich mich dann doch. Zur Strafe sollte ich morgen Zeitungen austragen gehen um 4 Uhr morgens! Ganz ehrlich, es war mir egal, doch etwas eingeschüchtert war ich dann doch von unserer Betreuerin. Das erste Mal hatte ich vor jemandem Respekt! An nächsten Tag ging ich früh los, um Zeitungen in der Nachtbarschaft auszutragen. Ich sah ein kleines Mädchen am Rande der Straße sitzen, ganz alleine war sie. Ich konnte nicht viel afrikanisch, doch ich versuchte sie nach ihrem Namen zu fragen. Sie verstand mich und sagte leise zu mir "ich heiße Nayuk". Ich fragte sie ob sie nicht mit mir mitkommen wollte. Nayuk stand auf und rannte davon und winkte mich hinter sich her. Nayuk wollte unbedingt, dass ich ihr folgte. Also tat ich das. Das kleine Mädchen führte mich zu einem kleine Hütte in einer kleinen Gasse. Nayuk holte ein Bild aus dieser komischen Hütte hinaus und zeigte es mir. Sie erzählte viel über dieses Foto...

Doch ich verstand bloß weniges...ich verstand, dass sie ganz alleine wäre, weil ihre ganze Familie an Krankheiten starb. Dieses Foto wäre ihre einzige Erinnerung an ihre Familie. Ich schaute sie traurig an und in diesem Moment musste ich auch an meine Familie denken! Ich wollte mich nicht mehr so lange hier aufhalten, deswegen verabschiedete ich mich von der Kleinen. In Gedanken versunken verteilte ich die Zeitungen an die verschiedenen Häuser. Am Ende des Tages lag ich in meinem Bett und unterhielt mich noch mit meiner Freundin aus dem Camp. Dann nach einer haben Stunde waren wir beide erschöpft eingeschlafen.

Zwei Monate später. Heute ist der Tag der Abreise. Ich erinnerte mich an diese tolle Zeit hier! Viele Aufgaben musste ich bewältigen, Mut zeigen und Zusammenhalt lernen. Der Flug kam mir diesmal so kurz vor, doch ein paar Minuten vor der Landung bekam ich ein wunderbares Gefühl, ich sagte zu mir, endlich, endlich bin ich gleich wieder bei meiner Familie! Angekommen nahm ich meine Koffer aus den Fächern und wartete auf meine Eltern. Lange wartete ich, doch dann sah ich sie! Überglücklich rannte ich auf sie zu und umarmte alle beide. Es tut mir so leid, sagte ich zu ihnen, ich werde nie wieder Ärger machen, ich verspreche es euch. Und dann fügte ich noch dazu, dass sie die besten Eltern der Welt seien.

Damit endet diese Geschichte von dem Mädchen, das nie hören wollte. Doch ich kann euch sagen: Sie hat sich wirklich gebessert und Lilly hat etwas wirklich Tolles gemacht. Sie hat ein paar Wochen später einen Artikel an die Zeitung geschrieben, um Leute zu alamieren, armen Kindern in Afrika zu helfen und für sie spenden.


Selina, 16 Jahre, 19. Januar 2010
ID 4526




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