Internet-Novelle
Geschichten, Geheimnisse, Geständnisse & Lügen aus Urspring
Screenshot von www.nessaaltura.de
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Eine in ihrer Ausführung gelungene Form, Literatur im Internet zu präsentieren, stellt die seit kurzem existierende Seite www.nessaaltura.de dar. Die Macher bezeichnen ihre Seite als "Magazin zu den Romanen von Nesse Altura". Das ganze ist jedoch weniger ein Magazin als ein Romanfragment, bzw. ein Patchwork von Texten unterschiedlichster Form, die sich fragmentarisch zusammenfügen lassen. Die Geschichten von vier sehr unterschiedlichen Frauen, alle Bewohnerinnen der Stadt Urspring, werden in Einzeltexten geschildert:
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Urspring, die Gurkenstadt, ist ein fiktiver Ort, in dem vier Frauen - Pauline, Marie, Jenna und Leontin - leben, ausgedacht von der Autorin Nessa Altura, die sich selbst mit Biographie, Tagebuch und Interview vorstellt. Die vier Damen erzählen ihre Geschichten, Geheimnisse, Geständnisse und Lügen in Romanen (genres: Thriller, Krimi, Mystery), die es noch nicht zu kaufen gibt. In einzelnen, farbig gekennzeichneten Welten - mit ruhigen Texten und stimmungsvollen Bildern unterlegt - führen sie einstweilen ihr virtuelles Leben im net. Sie bringen Rätselfragen, dichten, witzeln und führen Diskussionen untereinander und mit ihren Lesern. Und dazu gibt es noch Hinweise auf eine weitere Welt, die vorerst nur mit einem passwort zu betreten ist...
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Über die Autorin - Nesse Altura - erfahren die Besucher wenige. Es handle sich um ein Pseudonym. Ansonsten bleibt die Autorin, so es eine ist, unerkannt. Auch das fiktive Interview hilft hier wenig. In den graphisch sehr gelungenen Seiten erfahren wir schließlich das Ziel dieser Präsentation: angeblich existieren vier Romane, die keinen Verlag fanden und jetzt als Print-on-demand publiziert werden sollen - gesetzt den Fall, es existieren mindesten 100 Interessenten. Und so kann man das Projekt durch eine E-Mail unterstützen und seine Kaufbereitschaft signalisieren.
Screenshot von www.nessaaltura.de
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Alles in allem scheint die Aktion wie eine Verzweiflungstat angesichts der Verlagssituation oder wie ein Promotiongag. Es lässt sich schwer unterscheiden, da man zuwenig über die dahinterstehenden Personen erfahren kann. Es könnte aber auch ein sehr beherzter Versuch eines neuen Weges für Literatur im Internet sein. Dann wäre es konsequent, die Geschichten zu Ende zu schreiben, die Romane tatsächlich interaktiv umzusetzen und sie durch die neugierigen Suchbewegungen der Leser immer wieder neu entstehen zu lassen.
s. p. - red
Screenshot von www.nessaaltura.de
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