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Rezension

Philip Ardagh: Schlimmes Ende. Gelesen von Harry Rowohlt.

3 Audio-CD mit Booklet
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3898303942
ISBN-13: 978-3898303941
Verlag: Random House Audio (2002)



Eine skurrile Verwandtschaft.
Schlimmes Ende von Philip Ardagh. Gelesen von Harry Rowohlt.

Über die Verwandtschaft kann bestimmt jeder eine mehr oder minder lustige Anekdote erzählen. In sowohl klassischen, literarischen Werken wie Buddenbrooks von Thomas Mann als auch in den alltäglichen Daily Soaps wird das Phänomen “Verwandtschaft“ thematisiert.

Eddie Dickens kann sich dem sicherlich anschließen, denn über eine Tante, die mit einem ausgestopften Wiesel spricht und einen Onkel, der als Zahlungsmittel Trockenfische bevorzugt, lässt sich eine Menge erzählen.
Zumindest sieht das der englische Autor Philip Ardagh so, der aus den Abenteuern Eddies mit seiner skurrilen Verwandtschaft eine ganze Eddie-Dickens-Reihe aus fünf Büchern geschaffen hat. Ideen hat er genug, denn wie er selbst auf seiner Homepage (www.philipardagh.com) schreibt, entdeckt er in den Dickens seine eigene Familie wieder: „I’ ve said it before and I’ ve said it again: You should meet my family!“

Die Eddie-Dickens-Reihe beginnt mit dem Buch Schlimmes Ende. Der Titel des Buches verweist auf den Namen des Hauses von Eddies Verwandten. Weil Eddies Eltern erkrankt sind und sie fürchten, er könne sich bei ihnen anstecken, soll er eine Weile bei den Verwandten unterkommen. Wie so oft kommt alles anders wie geplant und er erlebt einiges auf der Reise nach Schlimmes Ende.

Hierarchien werden umgedreht, denn der elfjährige Eddie scheint im Gegensatz zu den Erwachsenen der Einzige zu sein, der in konventioneller Hinsicht “vernünftig“ ist. Während er anfangs noch versucht, das höchst seltsame und absurde Verhalten der Erwachsenen nachzuvollziehen, gibt er dies bald auf. Insbesondere der Wahnsinnige Onkel Jack und die Noch Wahnsinnigere Tante Maud sind in jeglicher Weise gesellschaftlich unangepasst: Tante Maud ist den Angaben Eddies zufolge „völlig irre“ und auch sie selbst scheint über sich erstaunt zu sein, wenn sie etwas Vernünftiges sagt.
Ihren Nonkonformismus erkennt weder sie noch Onkel Jack, sondern sie vermitteln ihn in einer trockenen und nüchternen Weise als “normal“ – und genau das macht den Humor aus. Weil sie im gesellschaftlichen Miteinander nicht scheitern, sondern, im Gegenteil, ihre eigentümliche Art zu funktionieren scheint, kommt die Vorstellung des einzig Wahren ins Wanken: Ein Plädoyer für eine vielschichtige Wahrnehmung auf die Wirklichkeit.

Harry Rowohlt hat das Hörbuch zu Schlimmes Ende besprochen. Ihm gelingt es durch sein dem Inhalt angepasstes eigenwilliges Vorlesen, die skurrilen Ideen im Buch in plastischer Weise zu erzählen. Hierdurch kann der Humor deutlich vermittelt werden, der durch das still für sich zurückgezogene Lesen leider verlorengeht.

Indem er jeder Figur einen individuellen Ton verleiht, tritt der eigentümliche Charakter jeder Figur zutage. Tante Maud wird in einem krächzenden Ton wiedergegeben, weil sie eine Stimme „wie eine Käsereibe“ hat. Eddies Mutter hat von Doktor Keks zur Heilung Eiswürfel in Gestalt eines berühmten Generals verschrieben bekommen, an denen sie fortwährend lutschen soll und sich deshalb nur undeutlich verständigen kann. Harry Rowohlt übernimmt auch diese Idee und spricht sie so, als habe er selbst etwas im Mund - ob das nun Eiswürfel in Gestalt eines berühmten Generals sind, ist jedoch nicht herauszufinden.
Und dann ist da noch Mrs. Pumblesnook, die jedes „r“ wie ein „w“ klingen lässt. Auch ihrer eigenwilligen Aussprache bemüht er sich gerecht zu werden.

Harry Rowohlt meistert so mühelos den ständigen Wechsel zwischen den Verschiedenheiten in der Aussprache jeder Figur und schafft damit einen äußerst unterhaltsamen Hörgenuß für jedes Alter.

Wer sich selbst davon überzeugen möchte,
dem ist die Hörprobe auf folgender Seite im Internet zu empfehlen: http://www.randomhouse.de/specialskids/ardagh/ardagh_hoerbuch.htm

Bettina Saum - red / 5. März 2007
ID 00000003048


Siehe auch:
http://www.philipardagh.com/





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