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Rezension

Rudolf von Waldenfels - "über die grenze". ein reiseroman

Mitteldeutscher Verlag GmbH, Halle 2006
ISBN 3-89812-343-X


über die grenze

Ein Buch der Grenzüberschreitungen - in jeder nur denkbaren Hinsicht: Der Autor und Ich-Erzähler ist auf abenteuerlicher Fahrradreise durch Asien (Iran, Pakistan, Belutschistan, Tibet, Nepal, Thailand, Kambodscha, Laos, Burma ...). Auf seiner Fahrt über mörderische Pisten durch die Wüste und über Gebirge verlangt er seiner Kraft und Leistungsfähigkeit schier Unmenschliches ab und lernt dabei diese unerhörte Leichtigkeit kennen, wenn man vor Erschöpfung und Schmerzen nichts mehr fühlt.

In der unwirklichen Umgebung eines Wüsten-Forts („Extremerlebnis“ der Stille) überschreitet er mit einem einheimischen Jungen, dessen Sprache er nicht versteht, sexuelle Grenzen.

Später, nach einem Unfall mit Sehnenriss, muss er insgesamt sechs Monate mit Gipsbein in einem Dorf am Fuß des Himalaya aushalten. Er gibt tibetanischen Mönchen Englischunterricht und experimentiert mit Haschisch und Alkohol.

Immer wieder versagt ihm sein überforderter Körper den Dienst - er kann nicht mehr weiter, liegt mit Fieber in schmuddeligen Kammern zwielichtiger Absteigen. Er geht flüchtige Beziehungen mit Frauen und Männern ein, hat in Thailand ungeschützten Sex mit einer Prostituierten, überwindet eine Depression mit Hilfe eines Haschisch-Rausches, unterhält eine Liebesbeziehung mit einem schwarzen Klosternovizen.

Als er mit Scharlach in einem Kloster liegt und mit Fieberphantasien kämpft, pflegt ihn eine junge Frau gesund, die er ausnahmsweise nicht begehrt. Er verlässt sie und zieht weiter nach Burma. Hier - mitten in der spannenden Handlung - endet das Buch.

Besonders fasziniert haben mich an diesem Reiseroman die großartigen, sensiblen Naturschilderungen sowie die treffende, ausdrucksstarke Sprache, die Farben, Geräusche, Gerüche, Licht und Dunkel auf fast magische Weise erlebbar macht. Manchmal erinnerten mich die Sprachbilder an gekonnte Inszenierungen - kein Wunder, war doch der Autor vor seiner jahrelangen Extremtour Burgschauspieler in Wien.

Armgard Dohmel - red. / 31. Januar 2006
ID 2223


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