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Rezension

Ransom Riggs - "Die Insel der besonderen Kinder"

PAN-Verlag
978-3-426-28368-4


Erinnern Sie sich noch an die Geschichten Ihres Großvaters? Die meines Großvaters waren abenteuerlich, fantastisch und lustig, manchmal auch traurig... Aber immer faszinierten sie mich.

Auch Jacob Portman ist von den Erzählungen seines Grandpas gefesselt. Einziger Unterschied zu den Geschichten meines Großvaters: In Grandpa Portmans Erzählungen gibt es Monster und ganz besondere Kinder.

Die Insel der besonderen Kinder von Ransom Riggs handelt von Jacob Portman, einem 16-jährigen Burschen, der reiche Eltern hat und nur einen einzigen Freund. Sein Leben scheint langweilig: „Gerade als ich mich an den Gedanken zu gewöhnen begann, dass dieses Leben keine großen Abenteuer für mich bereithalten würde, geschah etwas Seltsames.“ Und alles hängt mit Grandpa Portman zusammen.

Grandpa Portmans Leben war ein Abenteuer gewesen: Er hatte im Waisenhaus gelebt, im Krieg gekämpft, war ein Waffennarr... Die Geschichten waren fantastisch, und doch erst als Jacob älter wird, zweifelt er daran. Vieles von dem, was sein Großvater erzählte, konnte gar nicht wahr sein.

Grandpa Portman war mit 12 Jahren aus Polen fortgeschickt worden, in ein Waisenhaus auf einer Insel bei Wales. Doch warum hatte er seine Familie verlassen? „...und seine Antwort lautete immer gleich: weil die Monster hinter ihm her waren.“ Die Monster, die gekommen waren, um die besonderen Kinder zu holen. Grandpa Portman hatte sogar Fotos von diesen Kindern: kleine Mädchen, die schweben; ein unsichtbarer Junge; ein bärenstarker Junge, der gigantische Felsbrocken stemmen kann.

Doch je älter Jacob wird, desto weniger glaubt er den Geschichten seines Grandpas – bis zu jenem Tag, der sein Leben nachhaltig verändern sollte: Als Grandpa Portman Jacob anruft, klingt er verwirrt. Er faselt davon, dass die Monster kamen und er sich verteidigen müsse. Doch Jacob kann ihn beruhigen. Er kennt die neuerdings immer öfter auftretenden Erscheinungen der Demenz seines Grandpas. Dennoch fährt er zu ihm hinüber, nur um sicher zu gehen, dass es ihm gut geht. Doch als er das Haus seines Grandpas betritt, ist da niemand. Sein Grandpa scheint verwirrt in den angrenzenden Wald geflüchtet zu sein. Und tatsächlich findet Jacob seinen Grandpa dort – blutüberströmt, doch noch am Leben. Mit letzter Kraft flüstert er seinem Enkel etwas zu: „Finde den Vogel. In der Schleife. Auf der anderen Seite vom Grab des alten Mannes. 3. September 1940.“ Dann ist Grandpa Portman tot. Und während Jacob noch über dem Leichnam seines Grandpas gebeugt ist, spürt er, dass er nicht mehr allein ist. Er hebt seine Taschenlampe und für einen winzigen Augenblick sieht er ein Gesicht, das dem Alptraum seiner Kindheit entstiegen scheint...

Alle versuchen Jacob nach dem Tod seines Granpdas zu helfen. Er scheint verrückt geworden zu sein; fällt in eine tiefe Leere. Sogar ein Psychiater wird zu Rate gezogen. Doch irgendwann wird Jacob klar, dass ihm niemand helfen kann – nur eine Sache birgt die Lösung: Er muss nach Wales, auf die Insel und den Geschichten seines Großvaters auf den Grund gehen.

*


Allein das Cover lässt einen schaudern: In grün und weiß gehalten schwebt ein Mädchen in altmodischer Kleidung scheinbar über dem Boden. Dies ist nur ein Vorgeschmack auf das, was einen auf knapp 400 Seiten erwartet.

Mit seinem packenden und dennoch einfachen Schreibstil zieht Ransom Riggs die Leser sofort in die Geschichte. Die unheimliche Atmosphäre bringt er mit einer guten Brise Fantasy rüber, die aber nicht überlastet wirkt. Und mit den zahlreichen alten Schwarz-Weiß-Fotografien untermalt er die Stimmung. Sie sind gespenstisch und ein schöner Schauder-Effekt zu den Beschreibungen! Gerade wenn Grandpa Portman von den „besonderen Kindern“ erzählt, oder als Jacob auf die Insel kommt, verstärken die Fotos die düstere und unheimliche Stimmung.

Riggs Charaktere wirken authentisch; vor allem der Großvater wärmt einem von Anfang an das Herz und man stempelt ihn keineswegs als Verrückten ab. Auch Jacob, zwar ein Sonderling, ist von Beginn der Geschichte sympathisch. Während der Geschichte erlebt Jacob Dinge, die ihn reifen und seinen Charakter glaubhaft weiter entwickelt lassen.
Die Insel der besonderen Kinder ist ein Buch der besonderen Art. Ein Buch, das trotz seiner verstörenden Bilder erfrischend wirkt. Ein Buch, das man so schnell nicht aus der Hand legen kann – und bei dem man sich schon auf den zweiten Teil freuen kann.

Tanja Albert - red. 3. November 2011
ID 5460
Ransom Riggs, DIE INSEL DER BESONDEREN KINDER
PAN-Verlag
416 S.
EUR (D) 16,99
ISBN 978-3-426-28368-4
Erscheinungstermin 02.11.2011



Siehe auch:
http://www.pan-verlag.de


E-Mail an die Rezensentin Tanja Albert



 

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