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Rezension

Rainer Wekwerth: „Traumschlange“





Rainer Wekwerth: „Traumschlange“
Thriller
Fischer Taschenbuch Verlag 2004
266 Seiten, 7,90 Euro
ISBN 3-596-16344-7


Spannung von der ersten Seite an, die nach Haiti zu einem Voodoo-Priester „beamt“ - Hinweis auf dunkle, magisch-mystische Phänomene. Dem folgt ein Ortswechsel nach London: Hier lernt man Abby Summers kennen, selbstständige Innenarchitektin mit Gipsfuß und Asthma. Sie hat gerade einen Auftrag abgeschlossen, als sie von Haiti die traurige Nachricht erhält, ihre Schwester Linda sei an einer Fiebererkrankung gestorben. Abby verdankt Linda aufgrund einer Nierenspende ihr Leben. Durch ein späteres Missverständnis hatten sich die Schwestern zerstritten, worauf Linda nach Haiti ging und die Verbindung zu Abby abbrach.
Abby beschließt, als letzten Liebesdienst den Leichnam ihrer Schwester nach London zu holen und dort zu bestatten. Sie erledigt die notwendigen Formalitäten und fliegt nach Port-au-Prince. Gleich am ersten Abend lernt sie einen attraktiven, aber etwas undurchsichtigen Mann - Patrick Ferre - kennen, der ihr den Hof macht.
Abby möchte mehr über den Tod ihrer Schwester wissen und sucht deshalb das Krankenhaus auf, in dem sie starb. Der hilfsbereite junge Arzt Jean Mitchard weiß zwar von dem Todesfall, findet jedoch keinerlei Unterlagen - sie sind aus dem Computer verschwunden.
Patrick bietet sich an, Abby beim mühsamen Weg durch korrupte Instanzen zu begleiten, um die Genehmigung zur Überführung von Lindas Leiche zu erhalten. Beim Gesundheitsamt wird ihr mitgeteilt, dass Lindas sterbliche Überreste eingeäschert wurden - angeblich wegen Seuchengefahr.
Auf einer Rundfahrt, bei der Abby „die Magie und den Zauber der Karibikinsel“ erleben soll, entführt Patrick sie in ein Voodoo-Ritual, fällt aus seiner Kavaliersrolle und wird zudringlich. Sie flüchtet und möchte nur noch nach Hause - mit der Urne ihrer Schwester. Da erscheint Jean auf der Bildfläche, der nun selbst argwöhnisch geworden ist: Er untersucht, ob die Asche tatsächlich von Linda stammt, und stellt fest, dass die Urne die Überreste eines Schwarzen enthält. Wurde Linda also doch nicht verbrannt - und wo ist ihr Leichnam? Ein Foto aus Lindas Nachlass beweist zudem, dass Patrick Ferre ein Verhältnis mit ihr hatte.
Abby verschiebt ihre Heimreise und macht sich zusammen mit Jean auf die Suche nach Hinweisen. Schließlich können sie Lindas Grab ausfindig machen - doch der Sarg ist leer. Jetzt wird es schauerlich, denn Voodoo-Zauber und „Zombies“ kommen ins Spiel. Die Fäden im Hintergrund zieht Julius Castor, reicher Besitzer der größten Zuckerrohrplantage, skrupelloser Sklaventreiber - und Stiefvater von Patrick, den er zu seiner Marionette gemacht hat.
Trotz eindringlicher Warnungen will Abby hinter diese düsteren Geheimnisse kommen und denkt sich einen gefährlichen Plan aus, um Linda vielleicht doch noch zu finden und zu retten. Doch Castor beauftragt Patrick, die lästigen Schnüffler auszuschalten, die seinen Machenschaften zu dicht auf der Spur sind. Zuerst wird Jean aus dem Verkehr gezogen.
Jetzt wird es bizarr: Was Abby nun auf die Beine stellt, ist ziemlich unwahrscheinlich für eine Frau mit allergischem Asthma und einem nicht ausgeheilten Beinbruch. Jedenfalls geht es sehr turbulent zu, es gibt jede Menge Leichen - und (fast) ein Happy End.

Am Schluss ist man zufrieden, denn „Traumschlange“ ist ein zutiefst „moralischer“ Thriller: Die Guten müssen zwar viel durchmachen, siegen aber schließlich über die Bösen, die ihre verdiente Strafe erhalten. Auch der zu spät geläuterte Bösewicht Patrick entgeht ihr nicht, was fast schade ist. Neben dem Lesevergnügen erfährt man eine Menge über die Geschichte und die „dunklen“ Seiten von Haiti.


Über den Autor:
Rainer Wekwerth, geb. 1959 in Esslingen a. N., wohnhaft in Stuttgart, ist verheiratet und Vater einer kleinen Tochter - Anna -, der er dieses Buch widmet. Schon als Kind fühlte er sich zum Schreiben hingezogen. Unter den Pseudonymen „David Kenlock“ bzw. „Jonathan Abendrot“ sind von ihm bisher Kinderbücher, Fantasy-Romane und Thriller sowie eine Anthologie zum Thema „Voodoo & Aberglaube“ erschienen. Ebenso vielseitig wie als Autor zeigt sich Wekwerth in seinem beruflichen Werdegang: Er verdiente seine Brötchen u. a. als Fotolaborant, Drucker, Versicherungsvertreter, Landschaftsgärtner, Autolackierer, Buchhändler, Spieleerfinder, Break-Dancer und Werbegrafiker - und er gibt Kurse in Kreativem Schreiben. Man findet Informationen über ihn und sein Werk auf seiner gut gemachten Homepage: www.wekwerth.com


a. d. - red. 21.12.2004
ID 1498


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