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Rezension

Peter Høeg - "Die Kinder der Elefantenhüter"

Hanser Verlag 2010
ISBN 978-3-446-23552-6


Von Peter Høeg - aus seiner Feder stammt unter anderem "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" - ist der neueste Roman auf dem Markt. Schon der Titel lässt ahnen, dass es sich hier wieder um große Unterhaltung dreht.

Ort der Handlung: die dänische Insel Finø, auf der abenteuerliche Dinge passieren. Die Hauptpersonen: das Pfarrer-Ehepaar und dessen Kinder Hans, Tilte und Peter.

Herr Pfarrer leidet an übersteigerter Selbsteinschätzung. Seine Frau spielt die Orgel und hat außerdem ein skurriles Hobby: sie bastelt an einem Stimmerkennungsmechnismus; wenn man beispielsweise ein bestimmtes Lied singt, geht das Licht an oder es öffnen sich Türen. Dann jedoch kommt sie auf die Idee, ihre "Erfindungen" als Phänomene im Gottesdienst einzusetzen, um die Kirche halbwegs voll zu kriegen. Das funktioniert zunächst auch. Das Ganze artet allerdings in Bauernfängerei aus, und die Kirchgemeinde von Fino wird stutzig - allen voran die Kinder Tilte und Peter; sie finden das überhaupt nicht lustig. Spätestens dann nicht, als ihre Eltern das "Talent" der Frau Mama dazu benutzen, andernorts damit Geld zu machen; dann wirds nämlich kriminell. Plötzlich sind die Eltern verschwunden, und keiner weiß, wohin.

Auf der Suche nach den Beiden passieren die absurdesten Geschichten. Tilte und Peter geraten dabei ständig in irgendwelche gefährliche Situationen. Aber sie kommen nicht weiter, bis die Spur in eines der Bordelle von Fino führt. Und Pallas Athene, die Chefnutte, plaudert aus dem Nähkästchen. Sofort wird klar, was auf der Insel für Scharlatane, verkrachte Existenzen und Kriminelle ihr Unwesen treiben. Dabei hängen sie sich ein religiöses Mäntelchen um und organisieren eine großangelegte Konferenz aller Weltreligionen, bei der kostbare Kirchenschätze ausgestellt werden sollen. Terroristen planen deren Raub...

Was nun die "Elefantenhüter" - damit ist das Pfarrerspaar gemeint, das in sich Kräfte von der Größe und Stärke eines Elefanten zu haben glaubt - dabei sollen, wird in einer ironisch-grotesken und mit schwarzem Humor gewürzten Art erzählt. So lässt der Autor beispielsweise den 14jährigen Peter als Ich-Erzähler auftreten. Ein Roman mit großem Unterhaltungswert.

Wie sich am Ende das Geschehen aufklärt, ist kurios und spannungsgeladen. Wurden beim Lesen des Vorangegangenen die Lachmuskeln strapaziert, macht das letzte Kapitel 'Der Finøwalzer' nachdenklich. Ein beeindruckender Schluss!


Gisela Herwig - red. 27. Oktober 2010
ID 4903
Peter Høeg - "Die Kinder der Elefantenhüter"
Roman – übersetzt von Peter Urban-Halle
Hanser Verlag 2010
Gebunden, 488 S.
21.90 € (D) / 32.90 sFR (CH) / 22.60 € (A)
ISBN 978-3-446-23552-6


Siehe auch:
http://www.hanser-literaturverlage.de


E-Mail an die Autorin: gisela.herwig@kultura-extra.de



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