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Rezension

Frida Kahlo - Eine Geschichte der Selbstermächtigung

Frida Kahlo für junge und alte Leser
Beltz&Gelberg 2009
224 S., 16,95 Euro


Maren Gottschalks Frida-Kahlo-Biografie ist ein einfühlsames Portrait einer starken, leidenschaftlichen Künstlerin, die bis heute jede Generation von Frauen begeistert.

Im Berliner Martin-Gropius-Bau hat die Frida-Kahlo-Retrospektive bereits begonnen. Mit 150 Bildern und Zeichnungen ist es die bisher umfassendste Werkschau der 1954 verstorbenen mexikanischen Künstlerin in Deutschland. Obwohl ihre Bilder schon tausendfach reproduziert worden sind, ihr Leben in etlichen Büchern und Filmen festgehalten, stellt sich für viele noch immer die Frage, wer die Künstlerin hinter dem Mythos ist – jenseits ihrer tragischen Rolle einer Versehrten.

Jener ist auch Maren Gottschalk nachgegangen, die mit ihrer Biografie „Die Farben meiner Seele“ einen sehr sensiblen Blick auf Frida Kahlo wirft. Als Biografin hat sie Erfahrung. Sie schrieb bereits Bücher über Nelson Mandela, Pablo Neruda und Astrid Lindgren, die sie wie die Kahlo-Biografie bei Beltz&Gelberg veröffentlichte, eigentlich einem Verlag für Kinder- und Jugendbücher. Aber der Herausforderung, Antwort auf die Frage nach der Frau jenseits der Ikone zu geben, muss sich jede Kahlo-Biographie stellen - egal, ob für Erwachsene oder Jugendliche. Und bei Gottschalk wird man tatsächlich fündig.

Mit dem Rüstzeug einer studierten Historikerin und Journalistin versehen, nähert sie sich dem Phänomen Frida Kahlo und lässt den Leser an ihrer Entwicklung teilhaben. Diese ist eine Geschichte der Selbstermächtigung: Nachdem Frida am 17. September 1925, gerade 18 Jahre alt, bei einem Busunglück schwer verletzt wird, scheint es, als müsse sie ihr Leben hilflos verbringen. Ausgerechnet sie, die immer in Bewegung ist, wird in ein Korsett gesteckt und zur monatelangen Bettruhe verurteilt. Aber für Frida beginnt mit diesem Moment die Malerei, mit der die sie ihren Weg findet, ihre körperlichen und seelischen Schmerzen zu verarbeiten. Von ihr, zitiert Gottschalk den Künstler und Kahlos späteren Ehemann Diego Rivera, könne man lernen, wie man sein Schicksal selbst bestimmt.

Gottschalk legt besondere Sorgfalt auf die Schilderung zwischenmenschlicher Beziehungen. Schon Alejandro, die erste Liebe Fridas, erhält in der Biografie mehr Raum. Aber vor allem die Liebe zu Diego Rivera, in der sie fast verlorengeht. Die körperlichen Schmerzen reichen nie an die Qualen heran, die ihr die Untreue Riveras bereiten. Vielleicht liegt eben darin das Geheimnis, dass Frida ihre Schmerzen so anders gewichtet, den körperlichen Schmerz so viel weniger beachtet als den seelischen. Während aber andere Biographien vieles überinterpretieren, bleibt Gottschalk bei der Schilderung der Liebesbeziehung angenehm nüchtern. Sie macht Frida Kahlo nicht wilder oder temperamentvoller, als es die historischen Dokumente hergeben.

„Die Farben meiner Seele“ sind ein wunderbar lebendiges Portrait einer der außergewöhnlichsten Frauen des vergangenen Jahrhunderts, das sich aus Zitaten aus Briefen, Tagebucheinträgen und historischen Berichten zusammensetzt und welches immer wieder auch in die politische Zeitgeschichte eingerahmt wird. Eine Zeittafel sowie eine weiterführende Literaturliste ergänzen das Buch.


k.k. - red/ 4. Juli 2010
ID 00000004707
Die Frida-Kahlo-Retrospektive ist noch bis zum 9. August 2010 im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen, täglich von 10 bis 20 Uhr.

Siehe auch:
http://www.berlinerfestspiele.de/





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