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Rezension

Anette Göttlicher - Aus die Maus

Erscheinungsdatum: Februar 2006
192 Seiten - Rowohlt Taschenbuch
ISBN: 3499241269



Anette Göttlichers dritter Roman der „Paul-Serie“:
Aus die Maus

Mit Aus die Maus erschien kürzlich der dritte Teil von Maries Tagebuch der Münchner Autorin Anette Göttlicher. Wieder schlägt sich Marie durch die Irren und Wirren ihrer schon so lange angestrebten Beziehung mit Paul. Zunächst scheint es, als würde der lange gehegte Traum einer Beziehung mit Paul war werden. Immerhin ist er ihr bis nach Australien nachgereist, wohin Marie am Ende des zweiten Buches geflüchtet war. Die beiden verleben traumhafte Tage an einsamen Stränden in Neuseeland, springen gemeinsam mit dem Fallschirm ab und haben nicht zuletzt umwerfenden Sex.
Zuhause in München ist dann wieder alles anders. Plötzlich ist Paul wieder unerreichbar, und als Marie dann eine gemeinsame Wohnung anmietet, kommt es zum bösen Erwachen. Sie erkennt, dass sie beide völlig verschiedene Vorstellungen von einer Beziehung haben und dass sie nur leiden wird, wenn sie weiter bei Paul bleibt und beendet daraufhin die Beziehung.
Mal wieder muss Marie ihr Leben in die Hand nehmen. Sie steht ohne Job und Freund, dafür aber mit einem Mitvertrag für eine teure Wohnung da. Aber mit dem ihr eigenen Aktionismus findet sie wieder in ihr altes Gleichgewicht zurück. Sie sucht sich einen Job, eine Mitbewohnerin und findet nebenbei auch noch einen verheirateten Liebhaber, mit dem sie sich über die Paul-lose Zeit hinwegtröstet. Marie hält ein regelrechtes Plädoyer Liebeskummer mit einer erfrischenden Affäre zu bekämpfen. Zwischendurch muss Marie noch ihren dreißigsten Geburtstag verkraften. Sie steckt ihn nicht ohne Bravour weg, freilich nicht ohne vorher eine tiefphilosophische kurzzeitige dreistündige Lebenskrise zu durchleben.
Natürlich wird sie immer wieder von Sehnsuchtsattacken nach Paul heimgesucht, aber sie schafft es ihm aus dem Weg zu gehen. Irgendwann sieht sie auch ein, dass die Affäre mit dem verheirateten Liebhaber ihr zwar kurzfristig gut tut, aber zu nichts führt.
So kommt es dann zu einer Wiederbegegnung, mit einem Mann namens Jan, den sie eigentlich schon lange kennt, und eine romantische Annäherung beginnt sich abzuzeichnen.

Maries Tagebuch, das sich aus einer online-Kolumne entwickelt hat, erinnert an Bridget-Jones Manier. Aber es erinnert eben nur. In vielen Punkten ist Marie doch schlauer und auch realer. Seien es ihre Eltern, die einfach „normale“ Eltern sind, sei es dass sie sich beruflich nicht völlig blöd anstellt oder sei es die Tatsache, dass sie nicht immer versucht sämtliche Probleme im Alkohol zu lösen. Und immer wieder schafft es Marie sich selbst zu karikieren, wenn sie beispielsweise in ihrer Konsumsucht wieder sehenden Auges auf Werbeprospekte hereinfällt. Aber sie karikiert auch treffend unsere urbane Zivilisation. So ist sie bei Tchibo völlig von den Socken, dass dort zwar Unterwäsche, Bettwäsche und Fahrradschlösser aber keinen Kaffeeausschank mehr gibt.
Darüber hinaus schafft Anette Göttlicher es manchmal wunderbar Stimmungen herauf zu beschwören. Beispielsweise als Marie und ihr Liebhaber auf einem Steg am „Wunderwald- weiher“ eine wunderbare warme laue Sommernacht verbringen.
Alle, die die ersten beiden Bände nicht gelesen haben, sollten allerdings damit anfangen, bevor sie zum dritten Band greifen.
Im Vergleich zu den ersten beiden Büchern scheint die Protagonistin erwachsener und reflektierter geworden zu sein. Was aber keineswegs langweiliger heißen soll. Allerdings wird auch in Band drei die Frage für Marie nicht geklärt, ob es die große Liebe jetzt gibt oder nicht und so wird wohl bald der Suche vierter Teil folgen.

Fazit: Eine leichte lockere Lektüre für Zwischendurch, die man aber durchaus mit Genuss lesen kann, die einem aber dennoch ab und an Denkanstöße für das eigene Leben gibt.

Daniel Sohler - red. / 20. Februar 2006
ID 00000002264


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