Martin-Gropius-Bau, Berlin
Karl Valentin. Filmpionier und Medienhandwerker
25. Januar bis 21. April 2008
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“Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch”, soll Karl Valentin einmal gesagt haben.
So nonchalant können sie das im Wetter wendischen Februar 2008 auch halten und sich freuen, dass es im Licht durchfluteten Martin-Gropius-Bau die Ausstellung “Karl Valentin, Filmpionier und Medienhandwerker“ zu sehen gibt. Zeitgleich zur Berlinale und nur einen Katzensprung von ihr entfernt kann man auch hier - die meisten seiner erhaltenen - Stumm- und Tonfilme sehen.
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Karl Valentin mit Familie, um 1924 © Karl Valentin Erben
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Der Münchner Moritatensänger Karl Valentin wurde 1882 als Valentin Ludwig Fey 1882 geboren, absolvierte eine Schreinerlehre und wurde bald als Musikclown und Solokomiker bekannt.
In der gut gegliederten Ausstellung zeigt sich ein weiteres Leben von Karl Valentin. Jenseits der Bühne war seine Begeisterung für “Neue Medien” groß, 1912 waren das das neue Kommunikationsmittel Telefon sowie Film und Rundfunk.
Karl Valentin gründete im gleichen Jahr eine eigene Filmgesellschaft, er kreierte eine Dia-Werbung für lokale Firmen, parodierte die “Wochenschau” mit Fakes und drehte Werbefilme. Der Humorist und Medienhandwerker benutzte verschiedenste, mit Vorliebe aber, die neuesten Stil-Mittel für seine Arbeiten.
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Erfolg und Mißerfolg wechselten ständig in seinem Leben.
An Berliner Varietés feierte er während der zwanziger und dreißiger Jahre Erfolge, gefallen hat es ihm in der Stadt nicht.
Finanziellen Aufs und Abs prägten das Leben von Karl Valentin und seiner Frau Gisela. Mit seiner Arbeitspartnerin Liesl Karlstadt verband ihn ebenfalls eine lebenslange Gemeinschaft, sie waren auch finanziell aneinander geschweißt. Nach der Pleite mit Valentins Panoptikum, - ihre große Geldinvestition - versucht sie sich sogar das Leben zu nehmen.
Auch als Bildersammler und Bilderleser präsentieren ihn die Macher der Ausstellung: “Im Zentrum steht der komplexe Medienbezug seines Werks. Karl Valentins groteske Bühnen-, Film- und Sprachwelt, sein experimentelles, komisches Spiel mit Medieneffekten wird mit über 300 Exponaten illustriert. Zu sehen sind Fotos, Original-Handschriften, Typoskripte, Briefe, Zeichnungen, Plakate, Lichtbilder, Schallplatten und Filme.”
Dafür haben die Berliner Festspiele und Deutsches Filminstitut – DIF e.V. / Deutsches Filmmuseum, das Filmmuseums Düsseldorf, das Deutsche Filmmuseum Frankfurt am Main sowie die Theaterwissenschaftliche Sammlung Schloss Wahn zusammengearbeitet.
Tragik-komische Figuren waren ihm auf den Leib geschnitten. So verwundert es fast nicht, dass der Künstler am 09. Februar 1948 in seinem Haus in Planegg bei München an einer Lungenentzündung starb, verarmt, halbverhungert und von vielen seiner Zeitgenossen so gut wie vergessen. Diese hatte er sich zugezogen, als man ihn nach seinem letzten Auftritt im unbeheizten Kabarett eingeschlossen hat.
"Da schaun's her", die Möglichkeit bietet sich noch
bis zum 21. April 2008.
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privat mit Hund Bobsi © Karl Valentin Erben
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Hilde Meier - red / 08. Februar 2008 ID 00000003685
Öffnungszeiten
Martin Gropius Bau
Niederkirchner Str.
Mittwoch bis Montag 10 – 20 Uhr
Dienstag geschlossen
Dienstag nach Ostern, 25.3.2008 geöffnet
Eintritt
5 € / 3 € ermäßigt
Familienkarte 10 €
Gruppen (ab 10 Personen) p.P. 3 €
Schüler- und Studentengruppen (ab 5 Personen) p.P. 2 €
Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre Eintritt frei
Katalog
Karl Valentin. Filmpionier und Medienhandwerker
160 Seiten, mehr als 200 farb. u. s/w-Abb., 21 x 27,5 cm
Preis 19,90 €
ISBN 978-3-89487-588-6
Weitere Infos siehe auch: http://gropiusbau.de
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