Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung in München
Adolph Menzel: radikal real
16. Mai 2008 – 31. August 2008
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Adolph Menzel - Selbstbildnis, 1876/77. Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett © Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 2008, Gunter Lepkowski
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Adolph Menzel: radikal real
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Die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung in München zeigt die Ausstellung von Adolph Menzel, einem exzellenten Zeichner und Maler des 19. Jahrhunderts.
Der Titel der Ausstellung „radikal real“ gibt Aufschluss darüber, wie Menzel die Wirklichkeit sah und wie er anhand seiner Skizzen Regie über die Realität führte.
Die Ausstellung unterteilt sich in 5 Kapitel: Kapitel I stellt die Person „Menzel und seine Lebenswelt“ vor.
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Adolph Menzel - Wohnzimmer mit Menzels Schwester, 1847. Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Neue Pinakothek. Foto: Bayer & Mitko
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Kapitel II „Wahrhaftig unerbittlich“ zeigt Menzels Zeichnungen, wie er alltägliche Gegenstände, wie z.B. ein ungemachtes Bett, ein Pissoir oder eine geöffnete Gruft, darstellte.
Kapitel III „Menzels Reisen in den Süden“ zeigt Skizzen von Fahrten von Berlin nach Bayern, Salzburg und über die Alpen nach Verona. Hier entstanden viele Skizzenbücher, die eine wichtige Rolle in diesem Kapitel einnehmen.
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Kapitel IV ist dem „Theatrum mundi – Menzels Sujets aus Gesellschaft und Alltag“ gewidmet.
Menzels Welttheater blättert seine sakralen wie profanen Seiten auf. So zeigt der Künstler sein gesellschaftliches Umfeld wie Oper oder Ball, aber auch Inszenierungen kirchlicher Interieurs.
Kapitel V „Menzel und seine Zeit – synoptische Übersicht“. Hier tritt der Künstler selbst noch einmal in den Fokus, denn er macht auch vor sich selbst nicht halt. Selbstbildnisse aus allen Lebensphasen radikalisieren den Begriff des Selbstbildnisses.
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Adolph Menzel - Im Regen spazierender Mann, Rückansicht, o. D. Hildegard Fritz-Denneville Fine Arts, London
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Adolph Menzel wurde am 8. Dezember 1815 im damals preußischen Breslau geboren. Sein Vater betrieb eine Steindruckerei, wo sich seine künstlerische Begabung schon sehr früh zeigte. Als Menzel 16 Jahre alt war, verstarb sein Vater. Er musste in seinem jungen Alter die Druckerei übernehmen und für den Lebensunterhalt seiner Mutter und seiner zwei Geschwistern sorgen. Für eine kurze Zeit besuchte er 1833 die Berliner Akademie der Künste, die er jedoch danach enttäuscht wieder verließ. Er setzte sich zum Ziel, sich selbst autodidaktisch fortzubilden (was ihm auch gelungen ist, betrachtet man sein Lebenswerk.)
Skizzenbücher waren seine ständigen treuen Begleiter und er skizzierte – mit fotografischem Blick - sofort jede Situation oder Gegebenheit. So entstanden eine Menge Skizzenbücher.
Sein schneller Strich führte zum erwünschten Ergebnis. Die Eigenschaften Pflichtbewusstsein, Fleiß und Selbstdisziplin dürften ihm schon in die Wiege gelegt worden sein. Diese Eigenschaften waren sicher hilfreich zur Entwicklung seiner Persönlichkeit und der Schaffung seines Lebenswerkes.
In Menzels Skizzenbüchern spiegelt sich nicht nur seine prägnante Persönlichkeit, sondern auch das facettenreiche 19. Jahrhundert wider. Menzel verstarb am 9. Februar 1905 in Berlin.
Die Ausstellung zu besuchen lohnt sich allemal. Weiter wurden einige Skizzenbücher digitalisiert, so dass der Besucher die Skizzenbücher auch virtuell „durchblättern“ kann.
Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog im Hirmer Verlag erschienen.
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Christa Linossi - red. / 30. Mai 2008 ID 00000003857
Weitere Infos siehe auch:
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