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Feuilleton


Museum der Moderne in Salzburg, noch bis 8. Okotber 2006

Kunst auf der Bühne



Foto Werner Reichl


Salzburg, Festspielzeit und die ganze Stadt ist wieder Bühne.
Darstellende und bildende Kunst kämpfen um die beste Poleposition.

Ein Marathon beginnt; Gesamtschau aller Mozart-Opern bei den Salzburger Festspielen.
Galerien präsentieren namhafte internationale Künstler und wir stellen den zweiten Teil der Ausstellungstrilogie Les Grands Spectacles II, „Kunst auf der Bühne“ im Museum der Moderne in Salzburg vor.
Regie führte diesmal Toni Stooss, der neue Museumsdirektor und Agnes Husslein’s Handschrift ist nicht mehr sichtbar.
Kuratiert wurde die Ausstellung von der Kuratorin Dr. Eleonora Louis und Co-Kuratorin:
Dr. Elisabeth Kamenicek in Kooperation mit dem Österreichischen Theatermuseum , Wien.

Die Ausstellung präsentiert sich auf 4 Ebenen und widmet sich folgenden Themen:
Vom Kulissenzauber zur Raumarchitektur
Der Rhythmus von Raum und Körper
Gestaltung durch Licht
Abstrakte und virtuelle Räume
Vom Plastischen zur Konstruktion
Von der Plastik zur Raumlinie
Politische Hoffnungen
Das epische Theater
Exzentrik und Ekstase
Künstliche Menschen und Puppen

Kuratorin Dr. Elonora Louis hat gründliche Recherche betrieben und infolgedessen eine Ausstellung zusammengestellt, die interessant und sehenswert ist. Namhafte Künstler sind zu sehen, wo man nicht vermuten würde, dass sie Bühnenbilder oder Kostüme entworfen hätten.
Mit zwei wichtigen Vertretern wie Xanti Schawinsky und Oskar Schlemmer wird hier auf die Arbeit der Bauhausbühne (gegründet 1919) eingegangen. Jörg Immendorff’s Bühnenbildmodell zu „The Rake’s Progress“ wurde aufgrund von Skizzen in akribischer Kleinstarbeit wieder neu nachgebaut.
Jean Dubuffet’s Figuren für das Bühnenstück „Coucou Barzar“ welches nur 3x aufgeführt wurde, 1973 in Guggenheim Museum in New York, im Grand Palais in Paris und 1978 in einer 3. Version in Turin, sind ebenfalls vertreten.


Jean Dubuffet, Aufführung von „Coucou Bazar“ in Turin, 1978; Fotografie, Collection Fondation Dubuffet, Paris ; © VBK Wien, 2006


Johannes Deutsch interaktive Computer gesteuerte Visualisierung zum 30. Brucknerfest 2004 „Das Rheingold“ als virtuelle, dreidimensionale Götterwelt und viele andere internationale Künstler präsentieren sich in dieser Ausstellung.


Weiters sind auch die Werke des südafrikanischen Künstlers William Kentridge, der bei der Johannesburg Biennale 1995 und bei der Documenta X 1997 in Kassel internationale Aufmerksamkeit gefunden hat, zu sehen.
Seine Kohlezeichnungen, Animationen und Filme vermischen sich mit persönlichem und politischem und sind geprägt durch die Apartheid der südafrikanischen Gesellschaft .
Sein Werk Black Box/Chambre Noire welches auch im Deutschen Guggenheim in Berlin zu sehen war, stellt ein Bühnenmodell im Maßstab 1:10 als Installation der Black Box dar, die wiederum auf den Bühnenkasten des Theaters, die dunkle Kammer der Fotografie, oder die auf die Datenbox in Flugzeugen verweist.


William Kentridge in Stockholm während der Vorbereitungen zu Black Box/Chambre Noire, 2005; Foto: Petra Hellberg, Copyright: Deutsche Guggenheim, © William Kentridge; William Kentridge in Stockholm during preparations for Black Box/Chambre Noire, 2005; Photo Credit: Petra Hellberg, Photo Copyright: Deutsche Guggenheim, © William Kentridge



William Kentridge „Untitled“ (Zeichnung für Black Box/Chambre Noire), 2005; Kohle auf Papier, 800 x 1200 cm; Foto: John Hodgkiss, Copyright: Deutsche Guggenheim, © William Kentridge; William Kentridge “Untitled” (drawing for Black Box/Chambre Noire), 2005 Charcoal on Paper, 800 x 1200 cm; Photo Credit: John Hodgkiss, Photo Copyright: Deutsche Guggenheim, © William Kentridge



William Kentridge, Installationsansicht Black Box/Chambre Noire, Miniaturtheater (Detail); Foto: John Hodgkiss, Copyright: Deutsche Guggenheim, © William Kentridge; William Kentridge, Installation Shot Black Box/Chambre Noire, theater en miniature (detail); Photo Credit: John Hodgkiss, Photo Copyright: Deutsche Guggenheim, © William Kentridge


Das Hauptaugenmerk dieser Ausstellung jedoch gehört Christoph Schlingensief!

Seit dem 29. Juli 2006 steht Christoph Schliengensief’s Animatographische Installation mit dem Titel „chickenballs, der hodenpark“ im Rahmen der Ausstellung „Kunst auf der Bühne“ im Museum der Moderne
Die provokante Installation handelt um Erlösung, kastrierte Festspiele, Mozarts Hoden.
Nach Kontracom kocht das „Blut“ der Salzburger wieder.


Area 7, Burgtheater Wien, 2006; © Georg Soulek, Burgtheater Wien


Zu der Pressekonferenz in Salzburg im Jänner 2006 gab Schlingensief folgendes bekannt: „Im Großen und Ganzen gibt es für ihn keine Chance etwas in Salzburg zu machen, da hier Leute geparkt sind, die einer gewissen Lobby hörig sind“ und nun ist Schlingensief der große Inszenierer, doch noch in Salzburg tätig geworden. Eingeladen von Toni Stooss, der wohl nicht zu dieser Lobby gehört.

Christoph Schlingensief beherrscht sein Handwerk und weiß, wie er das Publikum in seinen Bann ziehen kann. Das Museum war am Tag der Vernissage gerammelt voll und es hieß dann „bitte warten“ und die Besucher wurden nur nach Blockabfertigung in den Animatographen um die - Sauereien rund um Wagner und Mozart zu sehen - gelassen.

http://www.schllingensief.com


Was dann in der „lebenden Weltmaschine“ zu sehen ist, darüber soll sich der Betrachter selbst ein Urteil bilden und es ist die Bekenntnis zur „eigenen Scheiße“ so die Aussage von Schlingensief. (http://www.schlingensief.com/index_ger.html)

Für diesen Animatographen wurden aktuelle Videos in Salzburg gedreht, die man wie in einer Piepshow betrachten kann und die lt. Austria Presse Agentur (APA) hart an der Grenze zum Porno entlangschrammt.

Auf die Frage ob er Salzburg provozieren will, erklärte er; er will nicht provozieren, er ist Sohn eines Apothekers und würde sich eher vergiften.

Christoph Schlingensief wurde 1960 in Oberhausen, Deutschland geboren und arbeitete Anfang der 80er Jahre als Assistent von Prof. Werner Nekes und drehte seine ersten eigenen Kurzfilme. Bekannt wurde Schlingensief zwischen 1989 und 1992 durch die entstehende Deutschlandtriologie, die sich aus den Filmen 100 JAHRE ADOLF HITLER – DIE LETZTEN STUNDEN IM FÜHRERBUNKER, DAS DEUTSCHE KETTENSÄGENMASSAKER und TERROR 2000 – INTENSIVSTATION DEUTSCHLAND zusammensetzt.


Christa Linossi - red / August 2006
ID 2580

Die Ausstellung läuft noch bis 8. Oktober 2006
im Museum der Moderne

und
ein Salzburg-Besuch lohnt sich immer


Weitere Infos siehe auch: http://www.museumdermoderne.at/






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