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Feuilleton


Mailand, Museo della Permanente

Filoluce

Gewebe aus Garn, Gewebe aus Licht

bis 3. Juli 2005

Das zwanzigste Jahrhundert als ein Jahrhundert tief greifender politischer und gesellschaftlicher Umwälzungen, hin und her gerissen zwischen verheerenden Kriegen und wirtschaftlichen Höhenflügen, fand seinen Niederschlag in einer Kunst, die durch ständigen Wandel und unermüdlichen Experimentiergeist gekennzeichnet ist. Neue Ausdrucksformen und Techniken verlangten nun auch nach neuen Materialien und eine unvorstellbar rasante technische Entwicklung lieferte dieselben.
Die Ausstellung „Filoluce“ (Lichtfaden) im Museo della Permanente in Mailand setzt sich mit zweien dieser Materialien auseinander. Elektrizität und Licht eröffneten als aktuelle technische Errungenschaften ungeahnte Möglichkeiten, doch auch einfachere, alt hergebrachte Materialien fanden Eingang in das Kunstschaffen.


Joseph - Beuys - Senza titolo - 1974


So ist es den Sezessionisten, Futuristen und dem Bauhaus zu verdanken, dass Stoffe und Wandteppiche aus dem handwerklichen Bereich herausgelöst in den Rang eines Kunstobjekts erhoben wurden (Giacomo Balla „Stilizzazione floreale“, Fortunato Depero „Tarantella“). Die Ausstellung zeigt die enorme Bandbreite an Verwendungsmöglichkeiten, vom feinen Fadengespinst in Gada Amers „A missed kiss“, das die Konturen des dargestellten Paares kaum erahnen lässt bis zu Louise Bourgeois bestrickend-erstickendem dunklen Wollfadenmäander, das die Gesichtszüge auslöscht. Joseph Beuys Wärme spendender Filz, Piero Manzonis schachbrettartige Wattekompositionen und Alighiero Boettis heitere gestickte Weltkarte. Von Angelo Filomenos raffinierter Stickerei auf kostbarer Shantungseide bis zu Alberto Burris rauen Jutefetzen und groben Nähten.


Alberto Burri - Sacco e bianco - 1953


Nicht fehlen durfte eine Reihe von Werken, die sich mit dem „Kunststoff“ par excellence auseinandersetzen. Jahrhunderte lang anonym im Hintergrund, tritt die Leinwand nun ihre Rolle als aktives Element an, in den Vordergrund gerückt durch Künstler, die „nicht mehr auf der Leinwand arbeiten, aber mit der Leinwand“ (1) . Lucio Fontanas Schnitte eröffnen völlig neue Dimensionen und mit Enrico Castellani, Giulio Paolini, Paolo Scheggi, … gewinnt die Leinwand an Plastizität und erobert den Raum.


Ernrico Castellani - Superficie blu - 1965

Aber nicht nur Gewebe aus Stoff, auch Gewebe aus Licht. Hier nun kann Carlo Bernardinis „Spazio permeabile“ als metaphorische Vereinigung der beiden Teile der Ausstellung gelten: feinste Lichtfäden lassen einen imaginären Raum entstehen.
„Mit Licht malen. Bewegung herausmeißeln.“(2) Rachele Ferrario bezeichnet die Arbeit mit diesem Element als eines der beeindruckendsten Kapitel der künstlerischen Utopie. Licht in Form von Neoninstallationen (Dan Flavin, Lucio Fontana, Maurizio Nannucci ). Licht in Form von Laserbündeln und Led (Maurizio Mochetti, Tatsuo Miyajima). Licht als Diaprojektion (Bruno Munari). Licht in Bewegung (Grazia Varisco) und als allumfassendes hypnotisches Erlebnis (Granular Synthesis). Und vieles mehr …


Sylvia Schiechtl - red / 17. Juni 2005
ID 00000001930
Anmerkungen:
(1)“…non lavora più sulla tela, ma con la tela” – Lorella Giudici, Kuratorin der Ausstellung.
(2) "Dipingere con la luce. Scolpire il movimento.” – Rachele Ferrario, Kurator



Filoluce
Da Balla a Boetti, da Fontana a Flavin

Bis 3. Juli 2005
Museo della permanente
Via Filippo Turati 34 – Mailand
Tel 02/6599803
Dienstag bis Freitag: 10.00 – 13.00 und 14.30 – 18.30
Samstag und Sonntag: 10.00 – 18.30

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